Bildhauerische „Kunst in der Sonne“

Für Roberto Soave aus Italien und Borus Sosa aus Slowenien ist es eine „Catastrofa“, was mit den Flüchtlingen im Mittelmeer geschieht. RS-Foto: Krismer

Viertes Künstlersymposion des „Kunstforum Salvesen“

Waren es zu Beginn der 1920er-Jahre die „Dadaisten“, die den Tarrenzer „Gasthof Sonne“ für ihre Künstlersymposien auserwählt hatten, so ist es heute das vielleicht international nicht so bekannte, aber deshalb nicht weniger bedeutungsvolle heimische „Kunstforum Salvesen“. Erst letzte Woche lud der Verein zur vierten Auflage seiner erfolgreichen Symposionreihe „Kunst in der Sonne“. Acht Künstler trafen sich dazu im zum besagten Dorfgasthaus gehörenden „Bargers Ånger“ und arbeiteten die ganze vergangene Woche über an ihren bildhauerischen Werken, die sie vollendet am Sonntag einem breiten Publikum präsentierten.

Von Ewald Krismer

1921 und 1922 war es, als sich in „Bargers Gasthof Sonne“ in Tarrenz zahlreiche „Dadaisten“ zu Künstlersymposien trafen. Sie waren alle Mitglieder einer 1916 in Zürich gegründeten, künstlerischen und literarischen Bewegung, dem sogenannten „Dadaismus“. Auf Einladung von Max Ernst, dem Gründer der Dada-Bewegung, kamen unter anderen der Dichter und Mitbegründer Tristan Tzara, der Maler und Graphiker Johannes Theodor Baargeld und der Maler und Bildhauer Hans Arp. Arp war ein Onkel von Udo Jürgens mütterlicherseits. Später folgten die Dichter und Schriftsteller André Breton und Paul Eluard. Letzterer kam mit seiner Frau Helena, genannt Gala, die sich später von ihm scheiden ließ und Salvador Dalí ehelichte. Nun, fast ein Jahrhundert später treffen sich wieder Künstler im „Gasthof Sonne“. Unter dem Titel „Kunst in der Sonne“ veranstaltet das 2007 gegründete „Kunstforum Salvesen“ dort bereits das vierte Mal ein Künstlersymposion – diesmal sogar international. Mit Christoph Fuchs aus der Schweiz, Roberto Soave aus Italien und Borus Sosa aus Slowenien holten die Organisatoren drei Kunstschaffende aus dem Ausland. Die heimische Künstlerschar bestand aus Elsbeth Baumann-Melmer aus Karres, Hannes Metnitzer aus Obsteig, Gerhard Tiefenbrunn aus Landeck und den beiden Mitorganisatoren Bernhard Witsch aus Telfs und aus Tarrenz Reinhold Neururer, Obmann des Kunstforums. Die ganze letzte Woche, von Montag bis Samstag, arbeiteten die Künstler eifrig an ihren Skulpturen; am Sonntag dann die Präsentation vor einem breiten Publikum. In den nächsten drei Wochen sollen die Exponate, die diesmal bildhauerisch aus Holz, Stein und Metall gestaltet sind, am romantischen Skulpturenweg im „Bungerloch“ am Eingang der sagenumwobenen Salvesenschlucht aufgestellt werden, wo sie zwei Jahre lang besichtigt werden können. Schon 1996, 1997, 2000 und 2003 wurden dort in der Nähe erfolgreiche Symposien abgehalten. 14 plastische Werke aus dieser Zeit sind am damals entstandenen und mittlerweile im Dornröschenschlaf schlummernden Skulpturenweg noch erhalten geblieben und die jetzt geschaffenen sollen ihm zu neuem Glanz verhelfen.

Über Oberländer Rundschau

Die Oberländer Rundschau ist die regionale Wochenzeitung für die Bezirke Imst, Landeck, Reutte und Telfs im Tiroler Oberland.