„Bin kein Sesselkleber!“

Will von Sesselkleberei nichts wissen: SP-Klubobmann Gerhard Reheis. RS-Foto: Schnöll

SP-Klubobmann Reheis kommentiert Mayrs Rücktritt

Wie die RUNDSCHAU in der vorhergegangenen Ausgabe bereits ausführlich berichtete, wird Ingo Mayr im Oktober beim Landesparteitag in Zirl nicht mehr zum SP-Landesparteivorsitzenden kandidieren. In einigen Printmedien war nach Mayrs Rücktrittserklärung am Montag letzter Woche „zwischen den Zeilen“ zu lesen, dass er zum Opfer einer „Sesselkleberei“ von SP-Klubobmann Gerhard Reheis geworden sei. Dieser distanziert sich.

„Ausgelöst wurde das alles, als Gabi Schiessling kürzlich ihren Rückzug als SP-Landtagsabgeordnete ankündigte. Damit wurde das Karussell in Gange gesetzt. Schiessling wollte mit ihrem Rücktritt Platz für Ingo Mayr im Tiroler Landtag machen, darüber hat sie auch den Parteivorstand informiert. Um das Mandat von Schiessling übernehmen zu können, hätte Mayr aber die Verzichtserklärungen der auf der Liste vor ihm Gereihten gebraucht. Und diese hatte er offensichtlich nicht“, erklärt Reheis und betont: „Da wird nach außen hin etwas falsch suggeriert. Der Bezirk Imst hat kein Grundmandat. Ein solches üben derzeit lediglich Thomas Pupp und Georg Dornauer im Landtag aus. Auch wenn ich gesagt hätte, ich lege mit 1. Februar nächsten Jahres mein Landtagsmandat nieder, hätte das nichts genützt. Mayr hätte deswegen doch die Verzichtserklärungen gebraucht. Und wenn Mayr sagt, dass er in den Landtag gekommen wäre, aber nicht drei von tirolweit neun zu vergebenden Mandaten im Bezirk Imst haben wollte, stimmt das ebenfalls nicht. Wäre er in den Landtag gekommen, wäre sein Mandat als Landesparteivorsitzender nicht dem Bezirk Imst zugerechnet worden. Also wären es immer noch zwei Mandate!“ SP-Klubobmann Gerhard Reheis versichert, dass es immer sein Anliegen war, Ingo Mayr zu unterstützen. „Es war mein großes Interesse, dass er Landesparteivorsitzender wird. Als er vor zwei Jahren mit großem Stimmenanteil dazu gewählt wurde, war ihm aber auch klar, dass er kein Mandat innehat!“ Spätestens 2018 mit den Landtagswahlen will sich Reheis aus der Landespolitik zurückziehen. „Ich bin kein Sesselkleber. Ich sesselklebte als Imster Bürgermeister nicht und werde das auch auf Landesebene nicht tun. Wenn ich mich in zwei Jahren aus der sozialdemokratischen Landespolitik zurückziehe, werde ich lediglich nur mehr auf Bezirksebene Funktionen ausüben. Auch wenn es nur das Aufstellen von Wahlplakaten sein sollte!“ Nachfolgerin von Ingo Mayr könnte die Lienzer Bürgermeisterin Elisabeth Blanik werden. „Sie ist eine engagierte Politikerin, sie würde mit Sicherheit mit einem starken Team in die Landtagswahl marschieren. Ich werde jedenfalls alles dazu beitragen, dass die SPÖ Tirol bei der nächsten Wahl wieder erfolgreich ist. Man muss offen miteinander reden, aber auch fragen, was machbar ist“, so Reheis.

Mair leistete in der SPÖ Tirol gute Führungsarbeit.

Blanik würdigte vor den Parteivorstandsmitgliedern Ingo Mayrs Parteiführung in der ablaufenden Periode: „Die SPÖ steht nach zwei Jahren Ingo Mayr finanziell wieder auf gesunden Beinen und hat erfolgreiche Gemeinderatswahlen 2016 geschlagen. Mit unserem neuen Statut und der Aufwertung des Landesparteirates hat man für mehr innerparteiliche Mitsprache der Mitglieder gesorgt!“ Außerdem machte sie klar: „Sollte mir die Partei im Oktober ihr Vertrauen schenken, freue ich mich bereits auf die anstehenden Wahlauseinandersetzungen.“ Für Gabi Schiessling in den Tiroler Landtag nachrücken wird nun übrigens der Fließer Bürgermeister Hans-Peter Bock, der gerne für Parteichef Mayr verzichtet hätte. Seinen Platz im Bundesrat wird Ersatzmitglied Hasan Duran aus dem Bezirk Schwaz einnehmen.