Black Ice – Schüler erleben Forschung hautnah

Gletscherflöhe im Jamtal! Foto:Weisleitner

 Sparkling Science Projekt sensibilisiert und begeistert

 

Sparkling Science ist ein Forschungsprogramm des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Forschung (ehemaliges BMWFW). Die Besonderheit des Programms ist die enge Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern.

Gerda Bubendorfer, die engagierte, begleitende Lehrerin der Schüler der NMS Königsweg in Reutte, ist überzeugt, mit diesem Projekt einen Volltreffer gelandet zu haben.

„Die Begeisterung der Schüler faszinierte mich. Es ist uns gelungen, durch sehr lebendigen Unterricht bei allen Schülern Begeisterung zu wecken. Versteckte Talente und Interessen kristallisierten sich heraus. Bei den Schülern wird einiges aus diesem Projekt für das spätere Leben hängenbleiben“, zeigt auch Gerda Bubendorfer ihre Begeisterung. Es ist nicht verwunderlich, dass sie damit in kürzester Zeit ihre Schüler anstecken konnte.

Vor Ort.

Alles begann am 23. März mit einem Besuch des „Black.Ice“-Teams der Universität Innsbruck bei den Schülern der NMS Königsweg in Reutte. Die drei Wissenschaftler Birgit Sattler, Klemens Weisleitner und Sabrina Obwegeser stellten dabei das neue Black.Ice-Logo vor, das Manuel aus der 2c entworfen hatte. Die interessierten Schüler fanden gleich den Zugang zum spannenden Projekt und bastelten in Kleingruppen ein Poster, das dann bei der langen Nacht der Forschung am 13. April an der Universität Innsbruck ausgestellt wurde.  Dieses Poster stellte den Projektinhalt dar und war Blickfang bei dieser spannenden Nacht.

Was beim „Trockentraining“ aufregend war, fand seinen Höhepunkt bei der zweitägigen Exkursion zum Jamtalgletscher. Die Schüler hatten dort Gelegenheit, die praktische Feldarbeit der Biologen der Uni Innsbruck hautnah zu erleben. 20 Kinder und die beiden Lehrer, Gerda Bubendorfer und Guntram Eiter, starteten voller Erwartung zu diesem Abenteuer. „Am 27. Juni brachen wir in Reutte auf und trafen uns um 10.15 Uhr in Galtür mit den Unileuten. Der Hüttenwirt nahm uns in Empfang und brachte uns alle zur Jamtalhütte“, erzählt Gerda Bubendorfer im Gespräch mit der RUNDSCHAU. Für sie und ihre Schüler ging es dann am Nachmittag schon ins Gelände. „Wir waren überwältigt von der Blumenpracht, die wir auf 2 250 m Höhe sahen“, steckt Gerda Bubendorfer mit ihrem Enthusiasmus an.

Für die Kinder begann dann der Forscheralltag. Rotalgen im Schnee wurden begutachtet und verschiedene Temperaturmessungen vorgenommen. Die Jungforscher verglichen die Temperaturwerte, die im Moos, im Schnee und in der Luft genommen wurden. Anschließend sollten Insekten gesucht und geborgen werden. Diese Tierchen wurden dann zur Jamtalhütte mitgenommen und dort in einem Kleinlabor, das in der Zwischenzeit aufgebaut worden war, unter Mikroskopen untersucht.

Der erste aufregende Forschertag ging mit den Vorbereitungen für den kommenden zu Ende. Schon zeitig in der Früh stieß dann nämlich ein Alpinführer zur Truppe, der jedes Kind mit einem Gurt ausstattete. Bestens ausgerüstet ging es dann wieder ins Gelände.

Bergauf über die Seitenmoränen des Gletschers, über Bäche und Schneefelder arbeitete sich die Forschergruppe bis zum Gletscher vor. Hier waren dann quadratische Flächen ausgesteckt, aus denen wieder Proben entnommen wurden. Diese Proben mussten in bakterienfreie Säckchen verpackt und sorgfältig beschriftet werden. Sie werden so lange an der Uni Innsbruck eingefroren, bis die Reuttener Nachwuchswissenschaftler zum Analysieren zurück nach Innsbruck kommen.

Seilschaft.

„Für uns folgte dann ein neues Highlight. Wir bildeten nämlich zwei Seilschaften und stiegen noch weiter bis zu einer Gletscherspalte auf. Obwohl die Bedingungen schwierig waren – es war nebelig, kalt, windig und es regnete leicht – waren wir fasziniert. Unser Alpinführer leitete uns um die Gletscherspalte herum, über Schneefelder und Geröll stiegen wir dann wieder zur Hütte ab. Die Kinder lernten also nicht nur, wie viel Leben im Eis möglich ist, wie man Proben nimmt und diese zur Analyse aufbereitet, sondern auch, dass man in der Seilschaft stärker ist, als ein Einzelkämpfer sein kann. Ich bin ganz sicher, dass mit diesem Projekt alle Beteiligten für Umweltthemen sensibilisiert werden konnten. Eine Schülerin hat sogar schon den Wunsch geäußert, einmal ein Studium in diesem Bereich zu absolvieren“, resümiert Gerda Bubendorfer.

Gegen 15.30 Uhr kehrte die Gruppe zur Hütte zurück und trat nach einer Stärkung die Heimreise nach Reutte an – viele Eindrücke und Erkentnisse im Gepäck inklusive.

Fazit.

„Nach diesen unglaublichen Tagen am Jamtalgletscher zeigten die Kinder, was Schule heute sein sollte“, zieht Gerda Bubendorfer glücklich Bilanz, „Unterricht muss lebendig sein. Schüler müssen begeistert werden. Dafür muss man halt auch einmal aus dem Klassenzimmer herausgehen und sich in Bereiche wagen, die noch unbekannt sind. Wir werden diese Tage jedenfalls nicht vergessen“, war ihr Resümee.

Ihr ganz besonderer Dank gilt Birgit Sattler, Klemens Weisleitner und Sabrina Obwegeser von der Universität Innsbruck, die die die beiden Forschungstage perfekt vorbereiteten, die gesamte Ausrüstung zur Hütte brachten und ihre Arbeit als Wissenschaftler sehr kindgerecht vorstellten. „Ein besonderes Anliegen ist es mir, mich beim Hüttenwirt Gottlieb Lorenz, seiner Frau und seinem Team zu bedanken. Sie haben uns herzlich aufgenommen und bestens versorgt“, streut Gerda Bubendorfer Rosen. Forschen verbindet – unter diesem Aspekt sollen Sparkling Science Projekte auch dazu beitragen, die Schnittstelle zwischen Schule und Universität zu verbessern und strukturelle Barrieren abzubauen.

Black.Ice-Blog.

Wer mehr über dieses Projekt und das Forscherteam erfahren möchte, kann dies unter https://blackice.blog/ tun.