Blau gegen Weiß getauscht

Passé ist die blaue Schülerkleidung – ab sofort ist Weiß angesagt. Darüber freuen sich: Vanessa Auer, Nadine Greinwald, Carolin Gundolf, Katharina Immler, Klaudia Juen, Melanie Knapp, Madeleine Knitel, Jacqueline Köchle, Daniela Leuschner, Katharina Matt, Theresa Neurauter, Stephanie Noggler, Shanae O’Byrne, Dolores Oberhofer, Hildegard Waldner, Jasmin Wohlmuth und Anja Zangerl (Namen nicht in Reihenfolge aufgezählt). RS-Fotos: Claus

17 Diplomandinnen der Pflegeschule schlossen ihren Kurs nach drei Jahren erfolgreich ab

„Da sitzt ihr nun, zum ersten Mal in Weiß gekleidet, eure blauen Schülergewänder haben wir nach alter Tradition schon vor dem Schuleingang aufgehängt“, so Pflegeschul-Direktor Peter Mittermayr an die 17 Diplomandinnen gewandt, die nach drei Jahren den 25. Kurs der Gesundheits- und Krankenpflege abgeschlossen haben.

Von Uwe Claus

Und er fügte hinzu: „Es war eine heterogene, aber initiative Klasse – ein bunter Haufen an Charakteren: aus dem Außerfern, dem Tiroler Oberland und sogar dem Vintschgau.“
In ausgelassener und entspannter Stimmung hielt er einen kurzen Rückblick auf die Jahre, in denen sie gemeinsam mit dem Lehrkörper Höhen und Tiefen durchlebten. Mittermayr verglich die Ausbildung mit einem Setzkasten, der mit den unterschiedlichsten pflegerischen und medizinischen Fächern vollgepackt war. Weiters sagte er: „In diesem Sammelsurium musstet ihr euch zurechtfinden und alle Fächer, egal ob interessant oder trocken, mussten intensiv bearbeitet werden.“ Immer wieder warteten Herausforderungen, die die Schülerinnen an ihre persönlichen Grenzen führten, denn die pflegerischen, medizinischen und sozialpsychologischen Wissensgebiete hatten es in sich. Teilweise mussten Situationen überwunden werden, die auf den ersten Blick unüberwindbar erschienen. Insgesamt mussten über 2300 Stunden Theorie und 2600 Praktikumsstunden bewältigt werden, um zu den Diplomprüfungen zugelassen zu werden. Er wies vor Familienangehörigen und Freunden der Diplomandinnen in der Aula der Pflegeschule darauf hin, dass der Beruf die Fähigkeit, in vielen Formen Beziehung mit Menschen aufnehmen zu können, auch ein besonderes „Fingerspitzengefühl“ erfordert.

Auf gutem Weg.

Landtagspräsidentin Sonja Ledl-Rossmann erinnerte sich an ihre eigenen Erfahrungen, da sie diesen Weg selbst durchlaufen hatte – und wie dieser Beruf den Menschen prägt. „In Tirol sind wir auf dem Gebiet der Pflegeausbildung auf einem guten Weg.“ Sie betonte aber zugleich, dass man auf diesem Weg nicht stehenbleiben dürfe. Es müsse die Aufgabe der Verantwortlichen sein, Menschen für den Pflegeberuf zu begeistern, auch wenn dieser ein hohes Potenzial an Herausforderungen auf vielen Gebieten verlangt.
Als Vertreterin des Landes dankte Roswitha Mayer-Kleiner dem Gemeindeverband für seinen Weitblick, als er vor Jahren die Pflegeschule ins Leben gerufen hatte. An die Diplomanden gewandt, dankte Mayer-Kleiner ihnen dafür, dass sie sich für diesen Beruf entschieden haben. „Sie haben einen riesigen Lernaufwand in Kauf genommen, da sie vom Pflegeberuf überzeugt waren“, sagte sie. Nun gelte es, das Erlernte, auch begleitet von Weiterbildungsmaßnahmen, im Beruf umzusetzen. „Suchen Sie so lange, bis Sie das Richtige gefunden haben und vergessen Sie nicht, auch die eigenen Wünsche zu verwirklichen“, sagte Dr. Renate Lutze als medizinisch wissenschaftliche Leiterin der Schule und fügte hinzu: „Sie sind bald Mangelware, sind Sie sich dessen bewusst!“
Zuvor hatte Aurel Schmidhofer als Obmann des BKH-Gemeindeverbands den 17 Absolventinnen zur Diplomübergabe gratuliert: „Am heutigen Tag ist ein Lebensabschnitt zu Ende und eine neuer beginnt.“ Er verglich den Beruf mit dem technischen Begriff „Kupplung“, jedoch hier zwischen Arzt und Patienten. „Sie ist in der Technik ein Verschleißteil – passen Sie bitte auf sich auf, dass Sie nicht vorzeitig verschlissen werden“, und fügte hinzu: „Es wäre schade um Sie, man braucht Sie – und das immer mehr.“ Weiter sagte er: „Sie werden Verzweiflung sehen und Ihre ganze Kraft zur Aufmunterung des Patienten aufwenden müssen – Sie werden aber auch das Leuchten aus den Augen der Patienten direkt erleben und daraus Kraft und Freude für Ihren Beruf schöpfen!“
Mit „Simply The Best“ von Tina Turner – präsentiert vom Duo Iris Schmid-Holaschke und Roland Hiebl, die die Diplomfeier musikalisch umrahmten, ging die Feier des „Kurs 25“ der Pflegeschule Reutte zu Ende – natürlich nicht ohne ein mit viel Liebe hergerichtetes Buffet und den dazu passenden Getränken.