Budget 2019 mit dem Sparstift geschrieben

SP-Bürgermeister Thomas Öfner musste den Budgetentwurf 2019 mit dem Rotstift schreiben lassen. RS-Foto: Schnöll

Marktgemeinde Zirl hat zwar gute Einnahmequellen, der Schuldenberg erlaubt aber keine finanziellen Ausflüge

Haupttagesordnungspunkt bei der Gemeinderatssitzung am vergangenen Donnerstag in Zirl war der Budgetentwurf 2019, der insgesamt 26,395.000,00 Euro an Einahmen und Ausgaben aufweist. Auf den ordentlichen Haushalt entfallen dabei je 21,248.000 Euro, auf den außerordentlichen Haushalt je 5,146,400 Euro. „Die Situation ist so, dass Zirl zwar gute Einnahmequellen hat, die Ausgabenseite aber immer noch zu hoch ist.  Wir müssen weiterhin eisern sparen“, erklärte Bürgermeister Thomas Öfner. Der Budgetentwurf 2019 wurde mit 12:7 Stimmen genehmigt. Dagegen stimmten die Liste „Zirl Aktiv“ und ein grüner Gemeinderat.

Große Sprünge kann sich die Marktgemeinde Zirl wegen der angespannten Finanzlage auch im kommenden Jahr nicht leisten. Dennoch   müssen einige dringende Hausaufgaben erledigt werden. „Schwerpunkte 2019 sind die Absicherung der Kinder- und Jugendbetreuung, die Betreuung  unserer älteren Mitbürger, die Entwicklung des Wirtschaftsstandortes Zirl sowie die Reduzierung des Schuldenstandes und des Schuldendienstes“, nennt Bürgermeister Thomas Öfner die vier Punkte, auf die nächstes Jahr das Hauptaugenmerk gelegt wird. Was die Kinder- und Jugendbetreuung betrifft, sind dafür im Budget rund 2,77 Millionen Euro vorgesehen. Punkto Kinder- und Jugendbetreuung erklärt Öfner: „Heuer im September wurde am Schlossbach der vierte Gemeindekindergarten eröffnet. Damit werden von der Marktgemeinde eine Kinderkrippe, vier Kindergärten, der Mittagstisch für Schüler, die schulische Tagesbetreuung an der Volks- und NMS sowie ein Schülerhort betrieben!“ Für die Betreuung der älteren Mitbürger sind im Budget 2019 ca. 3,59 Millionen Euro veranschlagt. „Die im Vorjahr gestartete Umstellung unseres Alten- und Pflegeheimes s`zenzi wurde nun verlängert und soll auch in den nächsten Jahren weitergeführt werden. Natürlich erhält auch der Sozialsprengel Geld aus diesem Budgetposten“, so Öfner.

2019 KEINE DARLEHEN. Das „Gewerbegebiet Zirler Wiesen“ ist ein Dauerthema. Nun sieht es aber doch so aus, dass sich nächstes Jahr die ersten Betriebe ansiedeln werden, die auch neue Arbeitsplätze schaffen und der Gemeinde Zirl ein Plus an Kommunaleinnahmen bringen. Für die Erschließung (Kanal, Wasser, Straßen, Straßenbeleuchtung, Breitband-Internet) sind im Budget 2019 rund 2,58 Millionen Euro vorgesehen. „Darlehen werden im kommenden Jahr keine aufgenommen. Bis Ende nächsten Jahres soll der Schuldenstand der Gemeinde Zirl auf rund 14 Millionen Euro gesenkt werden. Damit wären innerhalb drei Jahren drei Millionen Euro vom Schuldenberg abgetragen worden“, rechnet Bürgermeister Thomas Öfner vor.  2019 sollen auch einige infrastrukturelle Projekte auf Schiene gebracht bzw. abgeschlossen werden. Im Bau befindet sich die 1,7 Millionen Euro teure Radwegbrücke über den Inn, deren Errichtung vom Land Tirol gefördert und auch von den Gemeinden Unterperfuss und Kematen finanziell mitgetragen wird. Für dringende Straßenbauten und Straßensanierungen sind im Etat 2019 genau 200.000 Euro vorgesehen, 160.000 Euro für den weiteren Ausbau des Breitbandnetzes und 150.000 Euro fließen in die Wasserversorgung in den Fraktionen Eigenhofen und Dirschenbach. Öfner: „Um für die Wasserversorgung in den beiden Ortsteilen Bundesmittel lukrieren zu können, mussten wir den Kubikmeterpreis für Trinkwasser von 0,66 Euro auf einen Euro erhöhen. Im Gegenzug wurde aber die Abwassergebühr auf die Mindestgebühr von 2,23 Euro pro Kubikmeter gesenkt. Damit erfüllen wir nun auch die Voraussetzungen für eine Landesförderung. Wenn man alles durchrechnet, ist die Belastung durch die Erhöhung beim Wasserpreis nicht so groß!“ Über die Erhöhung der Wassergebühr wird Bürgermeister Thomas Öfner die Bevölkerung noch gesondert mit einem Rundschreiben informieren.