Bürsten, was die Maschine hält

Martin Schennach, Djuro Iljazovic und Sarah Ruf waren ein gutes Team. Martin half Djuro bei der Aufarbeitung alter Balken. RS-Foto: Schretter

Martin Schennach setzte das Gerät an und gab alten Balken neuen Glanz

Arbeitsorientierung nennt sich eine Initiative der Lebenshilfe, die Jugendlichen und Erwachse nen mit Beeinträchtigung  Orientierung und Unterstützung bei einer  fähigkeitsbezogenen Berufs- und/oder Arbeitsplatzwahl anbietet.

Martin Schennach ist Klient bei der Lebenshilfe Reutte und hat über die Arbeitsorientierung schon einige Praktika absolviert.
Im November hat er eine sehr spannende Arbeitswoche beim selbstständigen Designer Djuro Iljazovic erlebt. Djuro Iljazovic hat vor sieben Jahren den Weg in die Selbstständigkeit gewagt und kreiert unter dem Label „Anima“ innovative Möbel mit Geschichte. „Ich kombiniere Hightech mit Geschichte und Tradition. Möbel sind meine Leidenschaft“, erklärt der Designer im Gespräch mit der RUNDSCHAU.
Aus alten Balken, kombiniert mit Becken in Tadellakt Technik baut Djuro individuelle Bademöbel. „Ich brauche ziemlich viele alte Balken, die natürlich verwittert sind und Gebrauchsspuren aufweisen. Sie müssen aufbereitet werden und das hat jetzt Martin für mich übernommen“, erzählt Djuro über seinen „Assistenten“ und die „Anima-Möbel“.

Zusammenarbeit. Martin war nicht der erste Praktikant der Lebenshilfe, der für den kreativen Kopf gearbeitet hat, aber einer, der mit sehr viel Elan bei der Sache war. „Mir hat es sehr viel Spaß gemacht, mit der Bürstmaschine über die alten Balken zu gehen und sie schön glatt zu machen“, erzählt er mit Stolz. Ausgestattet mit bestem Equipment – Schutzbrille, Atemschutz, Ohrschützer und Arbeitshandschuhe – zeigt er, was während der Praktikumswoche seine Aufgabe war.
Wo Martin die Bürstmaschine ansetzt, bleibt kein Balken rau. „Mit dieser Bürste bin ich wohl etwas zu weit gegangen“, zeigt Martin mit einem verschmitzten Lächeln einen völlig abgearbeiteten Bürstenkopf.
Sarah Ruf absolviert zu Zeit ihr freiwilliges soziales Jahr (FSJ) bei der Lebenshilfe und begleitet Martin. Auch ihr hat das Praktikum bei Djuro Iljazovic viel Freude bereitet. „Ich helfe gerne mit und unterstütze Martin, wenn es notwendig ist. Ich lerne vieles, das ich noch nicht kannte“, schildert Sarah. Sie möchte eventuell später eine Ausbildung im sozialen Bereich machen und profitiert daher von ihren Erfahrungen beim FSJ.
Für Martin ging die Woche viel zu schnell vorbei. „Ich möchte gerne noch einmal eine ähnliche Arbeit machen. Vielleicht hat Djuro ja wieder einmal ein Projekt, bei dem ich ihn unterstützen kann“, hofft er.
„Für mich ist die Zusammenarbeit mit der Lebenshilfe sehr wertvoll. Es entspricht meiner Auffassung vom Miteinander“, so das Resümee von Djuro Iljazovic.