Bunt und quirlig

Direktor Luis Sprenger RS-Foto: Tiefenbacher

LMS Landeck feierte mit Konzertserie 25. Geburtstag

 

Die Landesmusikschule Landeck feierte vergangenen Freitag und Samstag ihren 25. Geburtstag mit zehn Konzerten an drei verschiedenen Standorten in Landeck und Schönwies.

 

Von Herbert Tiefenbacher

 

Dieses Jubliäum wurde nach dem Motto „Wir präsentieren einen Querschnitt aus dem vielfältigen Angebot der Musikschule“ mit breit gefächerter Musik gestaltet. Die Vielfalt reichte dabei von Jugendblas- und Holzbläserorchester über Schlagzeugensemble und Streichorchester bis hin zur Gesangsklasse, Solisten und Bands. Die Konzertserie wurde mit dem Auftritt der Schlagzeuger im Konzertsaal der Landesmusikschule in Landeck begonnen. Neben anderen Schlagwerkern waren drei für ihre jungen Jahre erstaunlich rhythmussichere und vielseitige Schlagzeuger zu hören. Lukas Stecher (10), Maximilian Plörer (11) und Sebastian Kirschner (12) präsentierten jenes Programm, mit dem sie sich beim Bundeswettbewerb „Prima la Musica“ in der Ensemble-Kategorie den zweiten Platz erspielt haben. Alle drei erhalten bei Thomas Greil Unterricht.

 

KRÄFTIGES LEBENSZEICHEN. Ein kräftiges musikalisches Lebenszeichen gaben die Streicher. Das Streichorchester „Studio LAcroma“ unter der Leitung von Ana Schranz-Miljanic brachte u.a. den „Fiddle-Teens-Rag“, „Babuschka tanzt“ und Musik von Jules Massenet zu Gehör. Bei letzterem gefiel Vania Oberacher als Solistin ebenso wie im Duett mit Hannah Juen bei den darauffolgenden Stücken „Der Sommer“ aus Vivaldis „Die vier Jahreszeiten“ und einer mazedonischen Volksweise. Dass die beiden gerne zusammen spielen, war deutlich zu hören.

 

BUNT UND QUIRLIG. Bunt und quirlig war das Konzert am Samstag im dicht besetzten Kulturzentrum „Altes Kino“. Hierbei liegt ein besonderes Augenmerk auf der fächerübergreifenden Zusammenarbeit zwischen den Klassen von Johanna Eder, Ruth Müller, Simone Zöhrer-Varrone, Manuela Tiefenbacher-Schauer, Gregor Schatz und Peter Greier. Ihr Tätigkeitsbereich umfasst die Musikalische Früherziehung, die Tonwerkstatt, den Gesang und das Musizieren in Ensembles und Bands (Jazz und Popularmusik). Die Kinder der Musikalischen Früherziehung erfreuten mit Liedern wie „Bunt ist meine kleine Welt“. Den Kindern war auch beim gemeinsamen Auftritt mit den Tonwerkstattlern anzumerken, wie viel Spaß sie bei der Heranführung an Musik und Bewegung und am gemeinsamen Singen haben. Begleitet wurden sie von einer aus Musikschülern bestehenden Band, die dann auch den Klangteppich für die von den acht Sängern der Gesangsklasse gesungenen Lieder schaffte. Mit Austropop-Songs präsentierte sich die Band „Lean on“ mit Leadsängerin Lena Meinl. Die Bands „Xaverflocken“ und „Killing Floor“ trugen zusätzlich zur Vielfalt bei. Den Abschluss der Jubiläumskonzertserie bildete der Konzertabend am Samstag im Musikpavillon in Schönwies mit „Landeck Wind“, „Holzwurm“ und „Quer“.

 

 

Alle Instrumente boomen

 

Vor 25 Jahren wurde die Landesmusikschule Landeck gegründet. Die Bildungseinrichtung weist einen hohen Zulauf auf: Aktuell werden 1390 Schüler von 54 Lehrenden unterrichtet. Der Unterricht wird im Bezirk Landeck flächendeckend angeboten. Dass die Nachfrage so groß ist, ist vorwiegend auf zwei Faktoren zurückzuführen: Erstens weil hier vor allem musikalische Breitenarbeit (Kinder, Jugendliche und Erwachsene an die Musik heranführen sowie Spaß und Freude am Musizieren vermitteln) geleistet wird und man zweitens dabei ein vielseitiges Angebot bietet.

 

INTERESSE GEWECKT. Die Anmeldungen bestätigen, dass alle Instrumente boomen. „Es gibt nach wie vor einen Riesenandrang auf einen Unterricht in den gängigen Instrumenten wie die verschiedenen Blasinstrumente, Klavier oder Gitarre. Aber es hat sich das Verhältnis zwischen den gefragtesten Instrumenten und weniger gefragten zugunsten der weniger nachgefragten entwickelt. Ich bin stolz darauf, dass wir das geschafft haben“, so Direktor Luis Sprenger. Ihm und seinem Lehrerteam ist es auch gelungen, Interesse für die Streichinstrumente zu wecken. „Vor 13 Jahren gab es in der Landesmusikschule keinen Streicherschüler. Im heurigen Schuljahr verzeichnen wir mittlerweile 18 Kontrabassschüler und 50 Violinschüler“, freut sich Sprenger. Die meisten Anmeldungen gab es für die Instrumente im Blasmusikbereich. Die Nase vorne hat die Klarinette mit 155 Schülern. Es folgen Querflöte (131 Schüler) und Schlagwerk (123 Schüler). Gut angenommen wird auch Musikalische Früherziehung (es nehmen 100 Kinder daran teil), sodass für Musikernachwuchs gesorgt ist, denn über 90 Prozent lernen später ein Instrument oder beginnen eine gesangliche Ausbildung.

 

HOCHBEGABTE. Natürlich werden in der Landesmusikschule Landeck auch Hochbegabte gefördert. Hierbei geht es darum, die Kultur auf hohem Niveau sicherzustellen. Es sind 30 bis 40 Schüler mit einem hohen Leistungsniveau, die jährlich bei „Prima la Musica“ und anderen Wettbewerben teilnehmen und regelmäßig Preise gewinnen.

 

Die Kinder der Musikalischen Früherziehung und die etwas älteren „Tonwerkstattler“ singen herzerfrischend. RS-Foto: Tiefenbacher
Die drei jungen Musikschüler spielen erstaunlich rhythmussicher.RS-Foto: Tiefenbacher
Eine gelungene Musikkooperation: Philipp Gitterle (l.), Sängerin Stefanie und Kenny Liao. RS-Foto: Tiefenbacher
Es ist deutlich zu hören, dass Vania Oberacher (l.) und Hannah Juen gerne zusammen musizieren.RS-Foto: Tiefenbacher

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