Carts, Bäckerei und die Christl

Im Sommer sind der Pitzpark in Wenns sowie der Zirbenpark rund um die Mittelstation am Hochzeiger die starken Zugpferde, die ständig weiterentwickelt werden. Fotomontage: Hochzeiger Bergbahnen

Die Highlights für 2017 – und einige darüber hinaus – stehen am Hochzeiger in Jerzens bereits fest

Mit dem Hochzeiger geht‘s aufwärts, obwohl die Gäste zunächst mit „Mountain-Carts“ ins Tal rollen. – Nur ein Beispiel für die Ideen, an denen GF Thomas Fleischhacker mit großem Tatendrang feilt. Darüber hinaus arbeitet er laufend an einer Gesamtstrategie eines (Sommer wie Winter) attraktiven Familien-Freizeit-Gebietes. Dieses ist reich an Attraktionen für Jung und Alt. Aber die kleinen Dinge kommen nicht zu kurz: So setzen die Hochzeiger Bergbahnen ein Zeichen und wollen künftig eine Bäckerei in die Talstation integrieren.

Von Thomas Parth

Mit 20 Stationen „bauen und stauen“ im Wasser wird der Zirbenpark weiterentwickelt. „Dann starten wir heuer mit den Zirbencarts. Das sind Mountain-Carts, die auf einer Strecke vom Sechszeiger Richtung Mittelstation gesteuert werden“, weiß Fleischhacker. Die kurze Strecke ist 3,5 Kilometer lang und wird neun Euro kosten. Dann gibt es am Ende des Tages noch eine Langstrecke von zehn Kilometern, die als „guided“ – also als geführte – Tour bis zur Talstation zu buchen ist und 20 Euro kostet. „Wir haben uns das im Brandnertal angeschaut, wo die Attraktion sehr gut ankommt. Ich bin selbst mit meinem kleinen Sohn gefahren und als Natur-Erlebnis mit Spaßfaktor und entsprechender Sicherheit bleibt so etwas sicher in Erinnerung“, wirbt Fleischhacker für eine Frequenzsteigerung und informiert: „Kinder ab 12 Jahren bzw. ab 1,5 Metern dürfen selber fahren. Es macht sicher auch dem Opa, der mit seinem Enkel fährt, Spaß!“ Die Cart-Idee wurde nur durch gute Zusammenarbeit mit Gemeinde und Agrar in Jerzens möglich, betont GF Fleischhacker: „Ein alter Traktorweg wurde hergerichtet. Den betreuen jetzt wir, weshalb wir uns einen Bagger angeschafft haben, um den Weg rasch und laufend instand zu halten.“

Infrastruktur und Innovation.

„Der Einheimische fährt heuer alle Sektionen Berg-Tal um zehn Euro zum Tiroler Tarif“, weiß Fleischhacker, wobei er weitere Events im Sommer ankündigt: „Wir werden – ohne mit den umliegenden Hütten in Konkurrenz zu treten – eigene Frühschoppen auf der Mittelstation veranstalten. Dazu wird es einen Hendl-Grill und Pulled-Pork aus dem Smoker geben.“ Fleischhacker verrät weiters: „In einem Teil-Bereich des Restaurants ,HochGenuss‘ soll es auf den Winter hin eine Bierlounge geben. Hier sind wir aber noch in der Projektierung.“ Damit sind die baulichen Veränderungen und Qualitätssteigerungen für die Hochzeiger-Klientel noch nicht vorbei. „In der Talstation wollen wir in Zusammenarbeit mit einem heimischen Bäcker eine kleine Bäckerei betreiben. Das sehen wir nicht als Konkurrenz für die Nachbarschaft, sondern als Ergänzung der Infrastruktur in der Liss. Es ist einfach praktisch, wenn man Brot, Milch, Butter und einen Kaffee oder ein homöopathisches Hustensaftl fürs Kind gleich bei uns kaufen kann“, so Fleischhacker.

Open-Air-Konzert.

„Mit Christina Stürmer haben wir, glaube ich, einen guten Griff gemacht“, freut sich der Bergbahn-Geschäftsführer bereits auf den 9. Dezember. Diesen Tag möchte er jedoch nicht als klassisches „Opening“ verstanden wissen, da bereits eine Woche vor dem Konzerttermin „Advent im Schnee“ stattfindet. „Das richtet sich nicht rein an Gäste, sondern auch an die Einheimischen, bei dem in Zusammenarbeit mit dem Pitztalchor und Kindern ein Krippenspiel aufgeführt wird. Rund um den 9. Dezember lassen sich dann die umliegenden Hütten, Hotels und Partnerbetriebe besser miteinbeziehen“, formuliert Fleischhacker, welcher dem „global warming“ Tribut zollen muss: „Beschneiung steht bei uns, neben der Themen-Entwicklung, ständig auf dem Programm. Momentan werden mögliche Standorte ausgelotet.“ Hinzu kommt die Qualitätsverbesserung, wobei sich Fleischhacker dafür einsetzt, dass man einzelne Bahnen nicht einfach ersetzt. „Stattdessen soll der Gast das Gefühl haben, etwas Neues zu erleben. Unser Ziel ist es, sowohl mit der Betriebsleistung als auch mit den Zutritten weiter nach oben zu fahren. Aber alleine können wir das nicht schaffen, dazu brauchen wir die Mithilfe der gesamten Region!“, hofft Fleischhacker auf einen Schulterschluss, nicht zuletzt durch die sogenannte „Pitztal-Strategie“.

Pitztal-Strategie.

„Wir bringen uns als einer von mehreren Pitztaler Leitbetrieben in die Strukturgruppe mit ein. Hier sitzen z.B. auch die Bürgermeister drinnen. Wir werden als Bergbahnen in Jerzens und im Pitzpark in Wenns unsere Ideen und Investitionen miteinbringen“, versichert BB-GF Fleischhacker: „Für uns stellt sich z.B. die Frage, ob ein Speicherteich für das Sommerthema nutzbar wird. Nächstes Jahr werden wir das Familien-Biken in unser Konzept integrieren, sodass ich einen lässigen Trail auch mal mit meinem 6-, 7-jährigen Buben fahren kann.“ Diverse „Zubringervarianten vom Tal“, wie z.B. von Wenns aus angedacht, seien „stets Thema, aber derzeit nicht aktuell“. Auch zur „Causa Wohlfarter“, zum Rechtsstreit mit seinem Vorgänger, konnte GF Fleischhacker nur wenig sagen. Außer, dass es ein „schwebendes Verfahren“ sei, zu dem er keine Stellungnahme abgeben könne. Die Zusammenarbeit mit dem VVT (Verkehrsverbund Tirol) würde reibungsfrei und zum beidseitigen Vorteil verlaufen. „Wir haben momentan ausreichend Parkplätze, wobei uns hier der Maschinenring bei der Einteilung unterstützt“,
unterstreicht Fleischhacker.

Ideenwettstreit statt Konkurrenzdenken.

„Die gemeinsame Homepage ist online geschaltet“, freut sich der Seilbahner über das gemeinsame Großprojekt von TVB und Bahn. Auch trete man gemeinsam auf Messen wie der RDA-Köln oder RDA-Friedrichshafen in Erscheinung. Die Bündelung der (Marketing-)Kräfte des TVB-Pitztal und der beiden Bergbahnen funktioniere ebenfalls immer besser. Einen „Wegfall an Kundschaft“ durch die geglückte Beschneiung würde das Pitztal kaum verzeichnen. „Da sehe ich die Konkurrenz nicht in den angrenzenden Gebieten. Die gute Nachbarschaft befruchtet sich gegenseitig und gibt dem Gast genauso wie dem Einheimischen die Wahl. – Ich gehe sogar so weit, dass ich die Area 47 in unserem Einzugsgebiet erkenne: Wir haben alle Attraktionen vor der Haustüre“, lässt Fleischhacker aufhorchen. Jüngst wurde ein „Indoor-Kinderparadies“ in der RS-Umfrage thematisiert. „Im Pitzpark in Wenns haben wir eine gute Basis, auf die man aufbauen kann. Die Gastronomie dort ist super. Die Eltern wissen ihre Kids gut aufgehoben. Der Eintritt liegt bei vier Euro, wobei die Regio-Card- und Jahreskartenbesitzer gratis in den Pitzpark können. Es gilt auch der Familienpass. Die Halle wird als Tennishalle genutzt“, bestätigt Fleischhacker: „Wir haben dazu und für das Hochzeiger-Gebiet noch etliche Ideen in der Schublade. W-Lan-Bereiche werden kommen, aber auch eine Zone, wo man sich völlig ,offline‘ entspannen kann.“ Der Hochzeiger und seine Macher stecken also voller Ideen. Fix ist: Die Bahnen gehen am 10. Juni, nach kurzfristigem Pfingst-Intermezzo, in den Sommerbetrieb.

„Die Ski-Nachwuchsarbeit, die Zusammenarbeit mit SFI (Schneesportförderung Imst) sowie das Renngeschehen zeichnen den Hochzeiger aus. Ein Konzept soll das gesamte Gebiet weiterbringen“, pocht Hochzeiger-GF Thomas Fleischhacker auf stetige Entwicklung. RS-Foto: Parth