Claudia Gamon auf Regionsbesuch

Claudia Gamon traf sich mit ihrem Parteikollegen Markus Moser in Ötztal-Bahnhof, um von dort aus dem Reginalmanagement in Roppen einen Besuch abzustatten.RS-Foto: Dorn

Die EU-Parlamentarierin der Neos stand in Imst Rede und Antwort

Seit Sommer 2019 sitzt die Vorarlbergerin Claudia Gamon für die Neos im Europäischen Parlament, wo sie im Ausschuss für Industrie, Forschung und Energie arbeitet. Vergangene Woche konnte sie ihr Parteikollege, der Milser Bürgermeister Markus Moser, in Ötztal-Bahnhof empfangen, um mit ihr zunächst dem Regionalmanagement Imst einen Besuch abzustatten und dann weiter zum Polit-Tisch in die Trofana Tyrol zu fahren. Die RUNDSCHAU traf die EU-Politikerin vor ihren Terminen zu einem Gespräch.

Von Agnes Dorn

Politisch aktiv war die frühere Nationalratsabgeordnete schon während ihres Studiums an der Wirtschaftsuni Wien, wo sie bereits 2009 als stellvertretende Bundesvorsitzende der Jungen Liberalen für Marketing und Kommunikation zuständig war. Nachdem die Neos gegründet worden waren, fand sie dort ihre politische Heimat und wurde bald in der Bundespartei tätig. Als Nachfolgerin von Beate Meinl-Reisinger besetzte sie 2015 ein Neos-Mandat im Nationalrat, wohin sie 2017 auf der Wiener Landesliste erneut gewählt wurde. Heute sitzt sie für die Neos im Europäischen Parlament, wo sie volles Mitglied im Ausschuss für Industrie, Forschung und Energie ist.

Wir sind alle Europa

Kritik an der Europäischen Union (EU) kann sie durchaus nachvollziehen, so Gamon. Doch eines will sie im Gespräch betont wissen: Wenn etwas von der EU nicht entsprechend umgesetzt würde, dann nicht deshalb, weil die EU es nicht geschafft habe, sondern weil die EU als Zusammenschluss der Staaten es nicht geschafft hat. So gesehen seien die Wähler mitverantwortlich am Funktionieren des Bündnisses. Nichtsdestotrotz sollte nach Gamon jeder auch mitreden dürfen und gerade der gegenseitige Austausch zwischen den Regionen und den Staaten sei es, wovon die einzelnen Länder profitieren könnten. Dabei sei es wichtig, nicht für alle gleichermaßen eine Schablone anzuwenden: „Es geht zum Beispiel darum, Standards bezüglich der Luft-, Lebensmittel- oder Wasserqualität festzulegen. Aber der Weg, wie diese Ziele erreicht werden, soll nicht festgelegt werden, der kann sich von Region zu Region unterscheiden“, so die Europapolitikerin.

Große Schritte?

Vieles sei von der EU in die Wege geleitet worden, was die Länder nun umsetzen müssten. So die Wasserrahmenrichtlinie, mit der sich auch die NGOs zufrieden zeigten. „Jetzt gibt es den Aufholbedarf, um die Flüsse den Richtlinien anzugleichen“, sieht sie hier den europäischen Weg als den richtigen. Auch „Climate Proofing“ (Integration von Klimawandelanpassung in alle Bereiche der EU-Politik) sieht Gamon als wichtigen Schritt. Bei anderen Themen dagegen – wie zum Beispiel den derzeit sehr umstrittenen Agrarförderungen – würde sie sich mehr Bewegung wünschen: „Wir müssten vieles ändern und reformieren. Aber jeder hat eine Wunschliste und so werden wir nicht weiterkommen.“ Als guten Ansatzpunkt – besonders bei Großprojekten – sieht Gamon indes Verfahren mit Bürgerbeteiligung, die zu Lösungen führen, die schließlich allen passen.

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