Comeback im Nationalrat

Sie kehrt in den Nationalrat zurück: BR Elisabeth Pfurtscheller. Foto: Cammerlander

Elisabeth Pfurtscheller rückt für Dominik Schrott in den NR nach

Ein Fake-Gewinnspiel zur Vorzugsstimmenwerbung, eine Homepage, die es nicht gibt, eine angebliche Abstimmung mit dem Bundeskanzler – alles Punkte, die Ex-NR Dominik Schrott in Bedrängnis brachten und den Rücktritt zur Folge hatten.

Es war der Knalleffekt am Sonntagnachmittag. Der Druck sei einfach zu groß geworden, bekannte Dominik Schrott, das habe ihn zum Rücktritt bewogen. Seines Nationalratsmandates und aller öffentlichen Funktionen ledig, möchte Schrott diesen Schritt aber nicht als Schuldeingeständnis betrachtet wissen. Es soll demnach Transparenz angestrebt werden und eine Aufklärung der Vorwürfe gegen ihn geben.

Nachgerückt.

Keine Unbekannte wird nun an die Stelle Dominik Schrotts in den Nationalrat (wieder)nachrücken. Die Außerferner ÖVP-Bundesrätin Elisabeth Pfurtscheller ist die Nächstgereihte. Die gesetzliche Abfolge sieht vor, dass sie nun an die Stelle Dominik Schrotts im Nationalrat rückt.
Bei der Nationalratswahl im Oktober 2017 reichten Pfurtschellers Vorzugsstimmen (4365) nicht aus, Dominik Schrott kam auf 7093 Vorzugsstimmen und zog in den Nationalrat ein (die RUNDSCHAU berichtete. Dass Schrott seinen Vorzugsstimmenwahlkampf mit nicht ganz lauteren Mitteln geführt haben soll, konnte damals niemand ahnen.
„Die Berichterstattungen und Nachrichten rund um Dominik Schrott habe ich natürlich verfolgt. Ich habe mir aber bis gestern am späten Nachmittag keinerlei Gedanken gemacht, dass er zurücktreten und ich an seine Stelle nachrücken würde. Jetzt ist die Situation so, dass ich als Nächstgereihte zum Zug komme. Ich fühle mich den Wählern und dem Oberland gegenüber verpflichtet und nehme diese Verantwortung an“, erklärt Elisabeth Pfurtscheller im Gespräch mit der RUNDSCHAU. Diese Verantwortung für den Wahlkreis ( die Bezirke Reutte, Imst und Landeck) motiviere sie sehr, führt Liesi Pfurtscheller weiter aus. „Ich schließe dort an, wo ich aufgehört habe.“
Ihre Funktion als Tiroler ÖVP-Bundesrätin wird sie zurücklegen. Wer hier an ihre Stelle nachrückt, ist Entscheidung der Partei. Ein Bundesrat wird vom Parteivorstand nominiert und vom Landtag entsandt. Ein Bundesrat kann sich allerdings vertreten lassen. „Meine Vertretung ist die Osttirolerin Elisabeth Mattersberger. Ob sie nun für mich nachrücken wird, kann ich zum momentanen Zeitpunkt nicht sagen. In 14 Tagen gibt es einen Landesparteivorstand. Dort wird dann der entsprechende Beschluss gefasst“, gibt Elisabeth Pfurtscheller einen kleinen Ausblick.
Welche Themen sie im Nationalrat vertreten wird, ist noch nicht abschätzbar. Pfurtscheller betont aber gegenüber der RUNDSCHAU, sehr gerne die Ausschüsse Dominik Schrotts übernehmen zu wollen. „Das wären die Ausschüsse Verkehr und Tourismus. In beiden Bereichen würde ich mich sehr gerne einbringen. Auch der Gleichberechtigungsausschuss läge mir sehr am Herzen. Ich kann Wünsche äußern, ob diese sich auch erfüllen werden, steht dann auf einem anderen Blatt“, gestattet Elisabeth Pfurtscheller einen vorsichtigen Blick in die Karten.
Die Entscheidung, welche Ausschüsse ihr zugeteilt werden, liegt schlussendlich beim Club.
In der letzten Septemberwoche gibt es eine Plenarsitzung. Die Angelobung der Außerferner Politikerin als Nationalrätin wird aller Voraussicht nach Ende September erfolgen.
„Ich war und bin noch sehr gerne Bundesrätin. Aber ich nehme die Herausforderung an und freue mich auf meine Aufgaben als Nationalrätin“, lässt Liesi Pfurtscheller keine Zweifel offen, dass ihre Motivation und Einsatzbereitschaft ungebrochen sind.
Das Außerfern hat schon bald wieder eine starke Stimme in Wien. Die RUNDSCHAU wünscht Elisabeth Pfurtscheller alles Gute für ihre Aufgaben als Nationalrätin.