Coole Doku, lässige Leistungen!

Lehrer Robert Cervenka mit Peter Fiegl (Lehrling bei Spar auf der Ötztaler Höhe), Tobias Gritsch (Teilqualifizierung bei MPreis in Oetz), Georg Schmid (Malerei Riml in Sölden), Marcel Heiss (Tischlerei Schweigl in Stams) und Simon Wurm (Trainee bei der Möbelbörse in Telfs und ab 1. Oktober mit Anstellung im Hausmeisterteam im Umhauser Kurzentrum) (v.l.). RS-Fotos: Parth

Sonderschule integriert AbgängerInnen in die Arbeitswelt

Die „allgemeine Sonderschule“ (ASO) gilt als Pflichtschule für alle neun Schuljahre. „Bei Bedarf kann die Schulzeit um ein zehntes oder elftes Schuljahr erweitert werden“, informiert der Direktor der ASO in Haiming-Ötztal Bahnhof, Andreas Braunhofer. Er dankte „allen Eltern, die uns ihre Kinder anvertrauen“, sowie allen ArbeitgeberInnen und der Arbas (Arbeitsassistenz) für ihre Inklusionsarbeit. Eine Filmdokumentation begleitete Schulabgänger auf ihrem Weg in die Arbeitswelt.

Von Thomas Parth

Anlass für das Treffen in der Sonderschule in Ötztal-Bahnhof war einerseits die Filmvorstellung andererseits der Dank an alle Unternehmer und Firmen, welche die Lehrlinge auf ihrem Weg begleiten. ASO-Lehrer Robert Cervenka produzierte mit dem „Informatikteam“ eine Dokumentation inklusive Vor-Ort-Reportagen und Interviews mit den Lehrlingen und ihren ArbeitgeberInnen. „Das ist gelebte Inklusion“, lobte Dir. Braunhofer. Nach der Berufsorientierung begannen die Schulabgänger in die Firmen hineinzuschnuppern. Vor und während der Lehrzeit begleitet die Arbas die jungen Arbeitnehmer. Egal, ob eine vierjährige, integrierte Lehre oder eine dreijährige Teilqualifizierung ansteht, die Lehrlinge sind nie alleine. Vom Handelsbetrieb über Tischler, Maler oder Gemeinden: Die ArbeitgeberInnen und die Berufe sind vielfältig und laut den Interviews freut man sich über die neuen Mitarbeiter. Zwar sei es anfangs kein Leichtes, da ein zeitlicher Mehraufwand einzurechnen ist, aber am Ende steht die bezeichnende Aussage einer Marktleiterin: „Der Marcel gehört zu uns! Den geben wir nicht mehr her!“

Die ASO wird von insgesamt neun Sprengelgemeinden von Sölden bis Stams erhalten. An ihr unterrichten elf Lehrkräfte. Die Eltern entscheiden zwischen Sonderschule und Inklusionsunterricht. „Jede Lösung ist eine individuelle. Das ist bei uns jedem bewusst. Das verlangt nach Partnern, viel Hirnschmalz, Fleiß und ein bisschen Glück“, so Dir. Braunhofer. Die Projektpräsentation und die Anstrengungen aller Beteiligten wurden durch die Anwesenheit von Bezirkshauptmann Raimund Waldner, PSI (Pflichtschulinspektor) Thomas Eiterer sowie Standort-Bgm. Josef Leitner sowie durch zahlreich erschienene Elternteile aufgewertet. Wiederholt sprach Direktor Braunhofer von „meinen LehrerInnen“ und „unseren Kindern“, allein das eine Ausdrucksweise, die auf persönliche Nähe und Gemeinschaft schließen lassen. Die Gemeinde Haiming spendierte ein tolles Buffet und den BesucherInnen wurde ein Glas Marmelade mit auf den Heimweg gegeben, „damit ihr noch lange und gut an uns denkt!“, so Braunhofer.

 

Dir. Andreas Braunhofer dankt allen Unternehmen, Eltern und der Politik.

 

Bgm. Josef Leitner „verewigt“ sich mit seinem Fingerabdruck auf dem Lebensbaum der ASO.

 

Ein gefüllter Turnsaal in der allgemeinen Sonderschule mit Ehrengästen und einem Schulterschluss zur „gelebten Inklusion“.