Daniel Federspiel ist Radsportler des Jahres

Wie oft wird „Feder“ in der kommenden Saison wieder jubeln? Foto: Ego-Promotion/Armin Küstenbrück

Imster MTB-Star pendelt zwischen Freude und deftigem Training

Eine großartige Ehre wurde Daniel Federspiel kürzlich zuteil. Der Imster Star-Mountainbiker und WM-Goldmedaillen-Gewinner im MTB-Eliminator wurde zum Radsportler des Jahres gewählt und tritt damit in die Fußstapfen solch prominenter Vorfahren wie Georg Totschnig oder Peter Luttenberger. Die RUNDSCHAU gratulierte Daniel Federspiel zu seiner tollen Auszeichnung.

RUNDSCHAU: Daniel, wie fühlt man sich nach der Auszeichnung zum Radsportler des Jahres?

Daniel Federspiel: Einfach super, dass ich mich in die Who-is-who-Liste des österreichischen Rasports einreihen konnte! Das ist eine große Ehre für mich, wenn meine Leistungen so anerkannt werden und spornt mich zusätzlich an.

 

RS: Wie hast du davon eigentlich zuerst erfahren?

Federspiel: Zuerst wurde es mir vom österreichischen Verband mitgeteilt und vergangene Woche habe ich es dann erfahren. Zuvor gab es noch einen Zwischenstand, bei dem ich auch schon in Führung lag. Es war schon überraschend für mich, auch deshalb, weil ich gar nicht mehr an diese Wahl gedacht habe (Anm.: wurde zuletzt auch schon einmal Dritter und einmal Zweiter). Umso schöner ist es jetzt – das hat einen tollen Stellenwert für mich.

 

RS: Wie schaut derzeit dein Tagesablauf aus?

Federspiel: Neben meiner Arbeit bei der Stadtgemeinde Imst bin ich viel Langlaufen und mache Skitouren, als Ausgleich sozusagen. Wie kürzlich auf die Untermarkter Alm und von da hinein ins Joch, wo ich zusammen mit Gregor Raggl (Anm.: Ö-Staatsmeister im Querfeldein vor Federspiel) unterwegs war. Allein gehe ich das nicht, das traue ich mich nicht. So war es perfekt. Wir sind 2200 Höhenmeter gegangen – bei Traumwetter in herrlicher Landschaft. Normalerweise bin ich aber schon um 7 Uhr morgens im Fitnessstudio, danach gehe ich abeiten, um zwölf dann essen und danach ins zweite Training – und danach wieder arbeiten.

 

RS: Gab es schon viele Gratulanten?

Federspiel: Brutal viele; sowohl über die sozialen Netzwerke, als auch per SMS.

RS: Netter Ablauf – sportliche Aufgaben hast du dir ja bekanntlich auch neue gesetzt?

Federspiel: Genau. Seit November habe ich ein neues Trainerteam und die Disziplin gewechselt. Das Hauptaugenmerk liegt nun beim (olympischen) Cross Country. Die Sprint-WM werde ich als Titelverteidiger aber fahren.

 

RS: Was sind im Cross Country deine Ziele?

Federspiel: Kurzfristig, dass ich national mithalten kann, mittelfristig möchte ich im Weltcup in die Top 20 fahren. Das wäre richtig gut, das wäre cool. Als Zeitplan habe ich da mal eineinhalb, zwei Jahre ins Auge gefasst. Das absolute Ziel ist natürlich die Olympiade in Tokio 2020.

 

RS: Wie fühlst du dich sportlich derzeit, wie war die Umstellung?

Federspiel: Ich fühle mich richtig gut, ich bin auch im richtigen Alter. Aber die Umstellung auf das neue Training war echt brutal. Ich trainere jetzt das Dreifache vom bisherigen Training. Das ist echt zach und braucht Geduld. Außerdem bin ich für den Cross Country fünf Kilo zu schwer. Ein bisschen habe ich zwar schon abgenommen, aber zu schnell abnehmen ist nicht gut, denn man will ja nicht zuviel Muskelmasse verlieren (schnauft durch und fügt lachend an). Wenn ich dieses Programm durchstehe, dann könnte es aber nochmal fruchten.

 

RS: Wie schaut dein nächster sportlicher Zeitplan aus?

Federspiel: Demnächst geht es mit Gregor zum Trainieren zwei Wochen nach Gran Canaria und nach einem Kurzaufenthalt in Imst fliegen wir nach Zypern zum Saisonstart mit dem Sunshine Cup. Dort sind mit Gregor, Charly Markt und Alexander Gebauer die drei besten österreichischen Cross Country-Fahrer mit am Start. Da habe ich mal einen Vergleich, um zu sehen, wo ich umgehe.

RS: Thema Gesundheit: Hast du die Probleme mit deinem Auge noch?

Federspiel: Ja, leider, das habe ich noch nicht im Griff. Bei der Staatsmeisterschaft im Querfeldein war es wieder ganz extrem. Die gleichen Symptome wie davor, auf einem Auge wurde es wieder brutal hell. Organisch habe ich alles abchecken lassen, das passt alles, bei den Werten der Leistungstests bin ich gut drauf. Auf Facebook haben ein paar Leute geschrieben, dass einem da eh nichts anderes übrig bleiben würde, als einen Sportpsychologen aufzusuchen. Heuer wird es sich entscheiden, aber wenn’s zu gefährlich wird, dann werde ich mir mal eine Pause verordnen.

Von Albert Unterpirker

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