Das Außerfern als Wirtschaftsstandort sichern und ausbauen

Den Wunsch für eine HTL gab WK-Obmann Christian Strigl (l.) dem Landeshauptmann Günther Platter mit auf den Weg. RS-Foto: Claus

Forderung nach HTL und Wirtschaftsmeile Außerfern im Mittelpunkt

Es war wie in jedem Jahr das gesellschaftliche Großereignis: Der Neujahrsempfang 2018 der Wirtschaftskammer Tirol, Bezirksstelle Reutte, am Mittwochabend im Herbert-Saurer-Saal.

Unter den Ehrengästen konnte WK-Obmann Christian Strigl Tirols Landeshauptmann Günther Platter und Landesrätin Patrizia Zoller-Frischauf sowie weitere Vertreter aus Politik und Wirtschaft aus dem Außerfern, dem angrenzenden Allgäu und aus Oberbayern begrüßen.
Im Fokus stand unter anderem die Forderung nach einer Höheren Technischen Lehranstalt (HTL), ein neues Schulmodell mit dem Schwerpunkt „Digitale Technologien“ und der Ausblick auf die „Wirtschaftsmeile Außerfern“, Anfang Mai 2018. Für die eindrucksvolle musikalische Umrahmung des Festakts sorgten die Wiltener Sängerknaben, unter der Leitung von Johannes Stecher.

Wieder an die Spitze. Mit der Parole „Zurück in die Zukunft!“ zeigte sich Tirols WK-Präsident Dr. Jürgen Bodenseer bei seinen Ausführungen davon überzeugt, dass die österreichische Wirtschaft 2018 im EU-Vergleich wieder an die Spitze zurückkehrt. „Neue Bundesregierung, Landtagswahlen, Kammerreform – es ist vieles in Bewegung“, sagte er. Sein überzeugendes Fazit: „Wenn alle relevanten Akteure in Österreich ihre Aufgabe richtig machen, eingeschlossen die boomende Konjunktur und die ausgegebenen neuen Rahmenbedingungen seitens der Bundesregierung, wird sich der heimische Standort nach den letzten Jahren im Mittelfeld wieder an das Spitzenfeld anschließen.“– „Für Politiker und die Wirtschaftskammer gilt dasselbe wie für Unternehmer: Sie alle müssen ständig nach neuem Entwicklungspotential Ausschau halten – sich mit Erreichtem zufriedengeben bringt Stillstand und wird auf Dauer zum Problem“, erklärte Bodenseer.
Die Arbeit werde sicher nicht ausgehen, aber sie werde sich verändern. Seiner Überzeugung nach werden neue Arbeitsformen und Flexibilität keine Bedrohung sein, sondern neue Chancen bieten. Die aktuellen Herausforderungen beginnen beim Fachkräftemangel und reichen bis zur flächendeckenden Digitalisierung.  „2018 wird zum Jahr der Weichenstellungen. Wir müssen heute mit dem Blick auf die Zukunft handeln – den Blick zurück überlassen wir besser den Historikern, den Nörglern und Bedenkenträgern“, betonte er.

Der Mix macht es aus. Landeshauptmann Günther Platter stellte die Frage in den Raum, warum Tirol und das Außerfern so ein unglaublich starker Wirtschaftsbereich sind und hatte auch gleich die Antwort parat: „Der hervorragende Mix aus einer starken Industrie, einem florierenden Tourismus, gepaart mit der Landwirtschaft, ist das ganze Geheimnis.“
Dies Ganze sei erarbeitet durch große und kleine Unternehmer, die auf vielen Gebieten einen Vorsprung erarbeitet haben und eine gute Basis für Wirtschaft und Bevölkerung bieten.  Bezüglich der Forderung nach einer HTL sieht er eine realistische Entscheidung bis Ende Juni, unter der Voraussetzung, dass der Bezirk geschlossen hinter dieser Forderung steht. Zu Beginn hatte WK-Obmann Strigl die drei Themen „Mangel an Arbeitskräften“, „Außerferner Wirtschaftsmeile“ und den Wunsch nach einer HTL aufgegriffen. Da die Stellen in der Außerferner Tourismusregion kaum zu besetzen sind, setzt die Bezirksstelle in diesem Bereich auf das neue WIFI-Einstiegsprogramm „Lehre vor der Lehre“ bzw. eine „Lehrlingsbörse“, das besonders im Allgäu für Tourismusberufe begeistern soll. Weitere Initiativen sind die Maßnahmen „Achtung Baustelle“, das Berufsfes-ival oder die feierliche Abschlussfeier des Lehrlingswettbewerbs.

Wirtschaftsmeile neu. Die Wirtschaftsmeile als Leistungsschau zur Stärkung der heimischen Wirtschaft, vom 4. bis 6. Mai 2018, mit einem überarbeiteten Konzept und an neuem Ausstellungsort (ehemaliges RTW-Gelände) soll als Plattform für die reale Begegnung von Menschen dienen. „100 Aussteller werden im Festzelt und auf dem Freigelände zeigen, was Handwerk, der Handel und die Gastronomie zu leisten vermögen“, sagte Obmann Christian Strigl.
Zur Forderung nach einer HTL stellte Strigl fest, dass einer der höchstindustrialisierten Regionen Österreichs ein unzureichend technisch ausgerichtetes Ausbildungsangebot gegenübersteht. Ein neues Schulmodell mit dem Schwerpunkt „Digitale Technologien“ soll künftig diesen Zweig in Reutte ermöglichen. Dieses Anliegen wird vom AMS Reutte und allen regionalen Sozialpartnern sowie der Mehrzahl an Bürgermeistern im Außerfern gefordert bzw. unterstützt, um den Wirtschaftsstandort nachhaltig abzusichern.

Von Uwe Claus

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