Das Heil am Seil?

Liebe Freunde des Freizeitvergnügens!

Hängt das Wohl und Weh unseres Tourismus an Seilen, die unsere Landschaft überspannen? Wieder einmal kochen rund um dieses Thema die Emotionen hoch. Dickköpfige Wirtschaftler mit hochroten Köpfen drohen Umweltaktivisten mit dem Rückschlag. Das klingt ein bisschen nach Trump. Und Kriegserklärung. Nicht minder intolerant die andere Seite. Die selbst ernannten Weltverbesserer, die Multikulturelles bei der Menschheit einfordern, kennen bei den Käfern, Stauden und Salamandern keinen Spaß. Wir brauchen keine Fremden, die uns mit Skiern, Snowboards und Rodeln die Gräser zertrampeln, heißt es da. Bei Tourenskiern ist das ein bisschen etwas anderes. Da verdienen die Seilbahner keinen Cent. Obwohl sie für die Naturfreaks zum Teil die Pisten präparieren und die Straßen bis zum Ausgangspunkt räumen. Mir persönlich könnte das alles wurscht sein. Ich fahre weder Ski noch Brett und auch im Sommer haben die Berge vor mir ihre selige Ruhe. Verharrend in meiner Gleichgültigkeit und Ignoranz treibt mich mein Kopf aber doch in die Enge. Was soll ich meinen? Als Freund der Arbeit bin ich im Zweifel für die Lifte, als Naturbursch natürlich nicht für die Totalzerstörung. Und so denke ich: Das Projekt Oetz-Kühtai stößt auf großen Widerstand, auch bei der heimischen Bevölkerung. In Kappl und im Innerpitztal gibt es kaum jemanden, der gegen einen Zusammenschluss mit St. Anton beziehungsweise dem Ötztal ist. Dort sitzen die Gegner in Innsbruck und in Wien. Verlierer sind wieder einmal die Kleinen. Noch ein Gedanke: Mancherorts kommen die Touristen am Wochenende wegen Verkehrsstau erst Stunden später ans Ziel. Und da und dort finden die Wirte kein Personal mehr. Der Unmut der Bereisten steigt. Und die Politiker haben fast immer dieselbe Lösung. Sie fordert Nachdenkpausen. Um sich für eine gewisse Zeit das Nachdenken zu ersparen. Ich schlage ökosoziale Arbeitskreise vor. Im Paznaun und im Pitztal.

Meinhard Eiter

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