„Das ist Hexerei“

Verena Wolf und der Hofnarr Kunz in der Bücherei Vils. RS-Foto: Kofelenz

Maximilians Hofnarr trifft auf moderne Technik

Alljährlich findet in den Sommermonaten in den Büchereien Tirols der Sommerleseclub statt. Beginnend mit dem „Horch zua“-Vorlesetag sammeln die jungen Leser Punkte in ihrem Stempelpass für jedes in den Ferien gelesene Buch. Zum Finale gibt es dann ein Sommer-Leseclub-Fest. In diesem Jahr wurden die fleißigen Leser aus dem Bezirk Reutte in die Bücherei Vils zu einer inszenierten Lesung aus dem Buch „Des Kaisers Narr ist in Gefahr“ eingeladen.  

Von Sonja Kofelenz

Eine Schar Kinder aus den Büchereien Vils, Musau, Pinswang, Weißenbach, Tannheim und Reutte durfte Büchereileiterin Evi Keller zum heurigen Sommer-Leseclub-Fest begrüßen. Bei der diesjährigen Veranstaltung erwarteten die Kinder eine spannende Lesung, Geschenke und eine gesunde Jause, die die Bibliothekarinnen hergerichtet hatten. Mit einem kleinen Film überbrückte man die Zeit des Wartens, die Vortragenden aus Innsbruck steckten im Stau. Aber dann ging es los!

Die Geschichte.

Verena Wolf, eine der Autorinnen des Buches, erzählte aus dem Leben von Kaiser Maximilian und was es mit dem Buch auf sich hat. Die Geschichte spielt in der Jetztzeit und beginnt mit einem Referat über Kaiser Maximilian für die Schule. Der Schüler jammert, da er das Thema furchtbar findet, da passiert es: mit einem lauten „rums“ purzelt der Hofnarr Kunz aus dem Buch.

Große Überraschung.

Und „rums“ macht es auch an der Eingangstür zur Bücherei Vils … und der Hofnarr stolpert in den Raum. Mit einem großen Hallo wird er willkommen geheißen. Gekonnt, und versehen mit mittelalterlicher Sprache, nimmt er die Kinder mit in die Welt des Kaisers Maximilian und erzählt von verschiedenen Begebenheiten. So zum Beispiel, wie er in den Dienst des Kaisers trat, oder von der Heirat mit Maria von Burgund, die er mithilfe der Kinder nachstellte. Kunz war zudem mit verschiedenen Accessoires ausgestattet: Einen handgeschnitzten Wanderstab, ein Pfeifchen für Vogelgezwitscher, auch ein kleines Saiteninstrument zauberte er aus seinem Beutel. Mit Schlachtrufen und Siegesgesang unterstützten die kleinen Zuseher den Vortrag und mit „Ahhs“ und „Ohhs“ nahmen sie als Hofstaat an der kaiserlichen Jagd teil.

Technik und Mittelalter.

Zwischendrin las Verena Wolf Passagen aus der Jetztzeit. Mit welchen Problemen sich der mittelalterliche Hofnarr herumschlagen musste! Dabei wurde sie von den Kindern tatkräftig unterstützt, galt es doch zu erklären, was ein Handy sei, eine Tastatur oder ein Fotoapparat. Autos, Flugzeuge, elektrisches Licht oder ein Kühlschrank – das alles war für den Hofnarren einfach Hexerei. Mit „Innsbruck ich muss dich lassen“ verabschiedete sich Hofnarr Kunz von seiner Zuhörerschaft und gab anschließend noch gemeinsam mit Autorin Verena Wolf Autogramme. Den Sommerleseclub wird es im nächsten Jahr wieder geben; die Büchereien im Bezirk freuen sich schon jetzt auf rege Teilnahme und ein Wiedersehen beim kommenden Sommer-Leseclub-Fest.

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