„Das war ein Bombeneinstand!“

Starteten fulminant in die neue Meisterschaft: Die Damen des SC Imst. RS-Foto: Unterpirker

Neugegründete SC Imst-Damen stehen in Landesliga ihre Frau

Einige Jahre hat es gedauert – seit heuer ist es aber wieder so weit: Der SC Sparkasse Imst führt wieder eine Damen-Mannschaft, die heuer in die Landesliga West einstieg. Die neuformierte Truppe rund um Chef-Coach Dominik Thurner und Co-Trainer Reinhold Fischer legt in der Herbstmeisterschaft große Leidenschaft an den Tag und überrascht mit professioneller Einstellung sowie hervorragenden Resultaten.

Von Albert Unterpirker

Ein Blick in die Augen der Mädlels zeigt, dass man sich um deren Motivation nicht wirklich Sorgen machen muss. Beim Lokalaugenschein in See (Paznauntal) und dem dortigen Meisterschaftsspiel gegen den FC Paznaun bläst einem an diesem Abend zwar schon ein eisiger (Schnee-) Wind aus dem Silvretta-Gebirge ins Gesicht, das tut der sichtlichen Vorfreude der Truppe auf das bevorstehende Kräftemessen aber keinerlei Abbruch. Im Gegenteil. Es herrscht überaus positive Stimmung. Wie Phönix aus der Asche stiegen die Mädels des SC Imst im Frühjahr nach der Neugründung. Sie besiegten in einem Vorbereitungsspiel u.a. den derzeitigen Tabellenführer Landeck (und vorjährigen Vizemeister, hinter Oetz) mit 2:1, legten anschließend im Cup einen 5:0-Sieg gegen Paznaun nach und starteten in der Meisterschaft mit einem 2:2-Unentschieden gegen das starke Wilten. „Das war ein Bombeneinstand“, nickt Dominik Thurner, seines Zeichens Chef-Coach, „spätestens da haben wir gesehen, dass in diesem Team einiges an Potential steckt!“ Thurner und sein Co-Trainer Reinhold Fischer kamen zu diesem Job quasi wie der Jungmann zum Kind. Nach der Auflösung der Damenteams in Pitztal und Tarrenz standen etliche Mädels sozusagen Gewehr bei Fuß und suchten eine neue Möglichkeit, ihrer Leidenschaft weiterhin nachgehen zu können. „Wir haben gesagt, wir nehmen das mal in die Hand und probieren es“, so Thurner, der selbst bei der Kampfmannschaft II des SC Imst spielt, bei der U14 bereits Co-Trainer war und alle Nachwuchsstationen bei den Gurgltalern durchlaufen hat.

Mehr Gefühl.

Eine Frage, die man stellen muss: Was ist so der Unterschied, wenn man Frauen trainiert? Thurner schmunzelt: „Die Männer schalten den Kopf aus und spielen, bei den Frauen braucht man mehr Fingerspitzengefühl.“ Nicht, dass der Eindruck entsteht, hier würde mit Samthandschuhen gearbeitet. „Wir haben gleich zu Beginn klargestellt, dass wir das Zepter in der Hand haben“, sagt der Imster, „und dass wir großen Wert auf Pünktlichkeit, Disziplin und Motivation legen – im Großen und Ganzen passt es sehr gut. Sie horchen auf den Trainer, wenn er was sagt!“ Nachsatz: „Ich muss den Mädels im Zuge dessen ein großes Lob aussprechen, weil immer sehr viele zum Training kommen (durchschnittlich 16 bis 18 an der Zahl, Anm.) und weil sie tollen Einsatz zeigen!“ Zweimal pro Woche wird trainiert (dienstags, donnerstags), entweder am Kunstrasenplatz im Sportzentrum oder in der Oberstadt. Neben arrivierten Spielerinnen sind auch Newcomerinnen mit an Bord. Über weiteren „Nachwuchs“ freuen sich ohnehin alle (einfach bei einem Training hinkommen). Thurner, der „ein Fan“ der offensiven Spielweise ist, zeigt sich über die fußballerische Qualität der Mädels positiv überrascht. „Und wenn wir so weiterspielen, dann könnten wir uns am Ende der Meisterschaft im vorderen Bereich wiederfinden!“ Den Paznaunerinnen trotzten die Imsterinnen an diesem Abend schon mal ein 2:2 ab – wobei sie nach einem 0:2-Rückstand enormes Kämpferherz bewiesen. Tja, und am 21. Oktober findet das letzte Spiel in der Herbstmeisterschaft statt. Da kommt es zu einem heißen Kräftemessen zwischen zwei Bezirken, wenn die SC Imst-Damen beim Rivalen in Landeck gastieren.

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Die Oberländer Rundschau ist die regionale Wochenzeitung für die Bezirke Imst, Landeck, Reutte und Telfs im Tiroler Oberland.