Dengg bleibt

Getrennt durch 157 Stimmen

Mieming: Amtierender Bürgermeister wiedergewählt

Bei einem Ergebnis von 1060 Kreuzln am Stimmzettel lag der amtierende Bürgermeister um 157 Stimmen vor Martin Kapeller mit 903 WählerInnen, so weit der erste Wahlgang. Bei der Stichwahl am vergangenen Sonntag waren Bürgermeister Dengg und Herausforderer Kapeller vermutlich in erster Linie um die Stimmen der 169 MiemingerInnen bemüht, die eigentlich Ulrich Stern auf dem Bürgermeistersessel sehen wollten.

Die Stichwahl ergab nun 2185 abgegebene Stimmen, davon 2177 gültig. Der bisherige Bürgermeister Dr. Franz Dengg konnte sich mit 1225 Stimmen und einem mehr von 157 Votings gegen Martin Kapeller, der 952 Kreuzln erreichte, durchsetzen. Prozentual erhielt Dengg bei einer Wahlbeteiligung von 77% der Ortsbevölkerung an der Stichwahl 56,27% der gültig abgegebenen Stimmen. Unmittelbar nach Auszählung zeigte sich der alte und neue Bürgermeister in seinem Amt bestätigt und meinte gegenüber der RUNDSCHAU: „An und für sich verfolgen wir in Mieming das gleiche Ziel, der Weg dorthin wird in den Ausschüssen festzulegen sein, die Zusammenarbeit zum Wohle der Gemeinde sehe ich jedenfalls als gesichert.“ Wie bekannt, wird die Liste „Gemeinsam für Mieming-Dr. Dengg“ mit sieben Mandaten und somit mandatsgleich mit „Mieming Liste 2 Martin Kapeller“ in den Gemeinderat einziehen. „Team Stern-Mieming Transparent“ erreichte ein Mandat.

ICH GELOBE… Zu lange sollten die Wahlpartys vielleicht doch nicht dauern, denn am Montag um 11 Uhr hieß es, sich in Innsbruck einzufinden. Landeshauptmann Günther Platter und Landesrat Johannes Tratter luden die neu gewählten BürgermeisterInnen zur feierlichen Angelobung im ehrwürdigen Rahmen des Riesensaales der Hofburg, wo die 277 BürgermeisterInnen vereidigt wurden. Zumindest der Amtsantritt war also recht feudal, vielleicht ist also doch ein „bissl“ etwas dran am Sager von den „DorfkaiserInnen“.

EIN ÜBERBLICK. In 20 Gemeinden des Landes stimmten 45000 TirolerInnen über das Bürgermeisteramt mittels Stichwahl ab. Spitzenreiter ist Innsbruck Land mit zwölf Stichwahl-Gemeinden. In unserem Bezirk riefen Nassereith und Mieming zu diesem Urnengang auf. In Tirol repräsentieren neuerdings (vor der Stichwahl) 15 Frauen das höchste Amt in ihrer Gemeinde, vier weitere Kandidatinnen stellten sich der Stichwahl, insgesamt könnten es also 19 werden. Im Bezirk Imst wurde keine Frau zur Bürgermeisterin gekürt, fest steht aber, dass es auf jeden Fall mehr Frauen an die Gemeindespitze geschafft haben als in der Vorperiode, da waren es im gesamten Bundesland gerade einmal elf. Aufgrund der vielen Namenslisten ist die Zuordnung der Bürgermeister und Gemeinderatsfraktionen zu politischen Lagern landesweit nur bedingt möglich. Es darf aber davon ausgegangen werden, dass sich die Sozialdemokraten halten konnten, die FPÖ ist mit 151 Mandaten in den Gemeindeparlamenten vertreten. Die Vormacht der ÖVP und von ÖVP-nahen Listen ist ungebrochen, sie stellen über 200 BürgermeisterInnen.

Von Peter Bundschuh

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