Der gemeinsame Kampf gegen Leukämie

Die Blutabnahme: Silvia Schneider lässt sich von Ramona Berghammer Blut abnehmen, um in die weltweite Datenbank aufgenommen zu werden. RS-Foto: Heiss

Großer Andrang bei der Typisierungsaktion des Vereins Geben für Leben in der Trofana Mils

Es ist nur eine kleine Menge Blut, die einem abgenommen wird, doch diese kann so vieles bewirken. Vergangenes Wochenende fand in der Trofana Mils die große Typisierungsaktion des Vereins Geben für Leben statt. Hunderte Menschen sind dem Aufruf gefolgt und haben fleißig ihr Blut gespendet, um möglicherweise einem an Leukämie erkrankten Menschen zu helfen.

Von Barbara Heiss

Eine Knochenmarks- oder Stammzellenspende ist oft die einzige Möglichkeit, einem Menschen mit Leukämie oder einer Blutkrankheit das Leben zu retten. Diesem Aufruf sind hunderte Menschen, die zwischen 17 und 45 Jahre alt sind, gefolgt. Sowohl im Speichel als auch im Blut kann das Gewebemerkmal (HLA-Merkmal), welches darüber entscheidet, zu welchem Patienten man als Spender passt, nachgewiesen werden. Obwohl die Typisierungsaktion erst um 11 Uhr startete, sammelten sich schon lange vorher viele Hilfsbereite in der Trofana in Mils und auch lange nach dem offiziellen Ende hatte das Team aus der Medalp noch einiges zu tun. Am Ende konnten über 1000 Spender gezählt werden.

Wenn’s passt.

Die aufgenommenen Daten werden in einer weltweiten Datenbank gespeichert. Diese bleiben bis zum 60. Lebensjahr des Spenders im internationalen Computersystem gespeichert. Wird eine passender Patient gefunden, greift man in 70 Prozent aller Fälle auf eine Blutstammzellenspende zurück. Hier werden die Stammzellen aus dem Blut des Spenders gesammelt und dem Erkrankten zur Verfügung gestellt. In rund 30 Prozent, vor allem bei Kleinkindern, ist eine Knochenmarkspende erforderlich. Die Entnahme der Blutstammzellen erfolgt hier durch eine Punktion des Beckenkamms. Dabei hat jeder die Möglichkeit, sich entweder nur zur Knochenmarksspende oder für beide Spendenarten bereit zu erklären. Die Spende bleibt vorerst anonym – Spender und Patient erfahren nichts übereinander. Zwei Jahre nach der Spende haben aber sowohl Spender als auch Patient die Möglichkeit, sich kennenzulernen, wenn beide Seiten zustimmen. Innerhalb dieser zwei Jahre können jedoch anonym Briefe ausgetauscht werden, die vom Verein Geben für Leben koordiniert werden.

Hilfe für Bub aus Imst.

Für den medizinischen Ablauf während der Typisierungsaktion sorgte ein Team der Medalp. Die abgenommenen Blutproben werden nun im Labor analysiert, damit sie in die weltweite Datenbank aufgenommen werden können. Für einen kleinen Jungen aus Imst könnte genau diese Typisierungsaktion ein neues Leben bedeuten: Der Verein hofft für den achtjährigen Michael einen passenden Spender zu finden. Doch auch für andere erkrankte Menschen könnte ein passender Spender bei der vergangenen Typisierungsaktion dabei gewesen sein.

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