„Der Imster Stadtplatz“ im „MiB“

Der obere Teil des Stadtplatzes mit dem damals noch als solches verwendete Rathaus, rechts davon das sogenannte „Mungenasthaus“ und das „Lutterotti-Denkmal“, das 1964 einem Lebensmittelgeschäft weichen musste, später im Bußkreuzpark stand und heute bei der Landesmusikschule im Stadtpark in der Lutterottistraße steht. RS-Repro: Krismer

Ausstellung zeigt historische Fotos aus fast 150 Jahren

Eine umfangreiche Fotoausstellung über den Imster Stadtplatz, die derzeit im Museum im Ballhaus zu sehen ist, wurde letzten Freitag mit der Vernissage eröffnet. Die Möglichkeit, die Präsentation als erste bewundern zu können, nahmen über 100 Besucher in Anspruch. Die historische Bildreihe reicht bis zurück in das Jahr 1874, die in Worte gefasste Geschichte bis zu Meinhard II., dem Gründer des Landes Tirol, der Imst 1282 zum Markt erhob.

Von Ewald Krismer

Mit einer Kopie der Markterhebungsurkunde winkend eröffnete Museumsleiterin Sabine Schuchter die Vernissage zur Ausstellung „Der Imster Stadtplatz“ im „Museum im Ballhaus“ und gab in weiterer Folge einen historisch interessanten Überblick über das einstmalige Zentrum des Marktes und der nunmehrigen Stadt Imst. Stadtchronist Franz Treffner erzählte dann im Anschluss noch einige, mit dem Stadtplatz in Zusammenhang stehende, Geschichten.

Endlich Stadt.

Mit besagter Markterhebungsurkunde erhielt Imst – wie der Name schon sagt – das Recht Märkte abzuhalten und so begann auch die Geschichte des Stadtplatzes, der zu dieser Zeit freilich noch Marktplatz hieß. Erst seit der Stadterhebung 1898 wird vom Stadtplatz gesprochen – die Märkte aber blieben trotzdem. Gehandelt wurde mit allem, was man zum Leben brauchte. Und auch sonst blühte der Handel wie etwa mit Textilien oder mit Salz, lag Imst doch schon damals an einem vielgenutzten Verkehrsweg. Später wurde nur mehr ein Krämer- oder Viehmarkt betrieben.

Zudem säumten wichtige Gebäude wie das alte Gericht (heute Bezirkshauptmannschaft), das Rathaus, als es als solches noch in Verwendung stand und neben den Amtsräumen noch das Ballhaus, das Tuchhaus und den Salzstadel beherbergte, und natürlich noch der „Gasthof Bären“, mit Schank, Herberge und auch Stallungen. Die beiden erstgenannten Häuser stehen noch und wurden einer anderen Verwendung zugeführt. Der „Bären“ wurde 1971 abgerissen, um Platz für das Raiffeisengebäude zu schaffen. Mit ihm wurde das wahrscheinlich älteste Gasthaus von Imst mit einer 700 Jahre alten Geschichte und so ein historisch wichtiges Bauwerk vernichtet. Damit ging auch die Ära der Märkte zu Ende.

Zusammenkommen.

Auch sonst hat der Stadtplatz viel zu erzählen: Vor allem Paraden wie die der Landesschützen, der Soldaten beider Weltkriege, der Nationalsozialisten, der Befreier und Besatzer und später dann des in Imst stationierten Bundesheeres. Legendär waren die unvergesslichen Konzerte des „Art-Club“, die heute leider nicht mehr stattfinden.

Hin und wieder erlebt der Stadtplatz auch heute noch Höhepunkte wie Evangelien bei Prozessionen, Feierlichkeiten zu Schützenfesten, Zapfenstreich oder den „Schlusskroaß“ beim Imster Schemenlaufen. Ansonsten ist der „Imster Stadtplatz“ leider zum Autoparkplatz verkommen.

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