Der neue Besen: Effizient wie eine Kehrmaschine

Nicht nur in dieser Szene kaum zu halten: Axel Riegler traf zum so wichtigen 2:2-Ausgleich. Foto: Dosch

Im Premierenspiel unter Neo-Coach Georg Walpoth feiert Zirl den ersten Saisonsieg – Sensationelles 6:3 gegen Kundl

„Der neue Besen mag zwar gut kehren, aber der Dreck bleibt der alte.“ Ein Argument, das bei Trainerwechseln nicht selten Verwendung findet. Im Falle von Zirl aber keinerlei Berechtigung hat. Im Gegenteil: Der neue Besen fegte durch die Zirler Eisarena, wie es eine Kehrmaschine nicht besser machen hätte können. Im ersten Spiel unter Neo-Coach Georg Walpoth gelang gegen Vorjahres-Vizemeister Kundl ein blitzsauberes 6:3.

„De spieln heit gonz ondersch. Und richtig kämpfen tian se a.“ Es waren noch keine fünf Minuten gespielt, da erkannte der eingefleischte „Gunners“-Fan schon das neu entfachte Feuer. Ein Feuer, das auch nach der zweimaligen Kundler-Führung nicht erlosch. Im Gegenteil: was Payne & Co. in Sachen Glaube an sich selbst zeigten, glich einem an Einsatz und Kampfbereitschaft kaum zu überbietendem Flächenbrand. Selbst die von Kundl-Goalie Petr Matousek zahlreich eingestreuten Mätzchen waren nichts mehr als untaugliche Löschversuche.

So überschwänglich die Freude über den ersten „Dreier“ der Saison auch war, so nüchtern gab sich Headcoach Georg Walpoth in seiner Analyse. Der wollte den Trainereffekt nicht überbewerten. „Man sieht dass ‚Ludi‘ (Martin Höller) und Heinzi (Heinz Thielmann) mit viel Herzblut bei der Sache waren, und hervorragende Arbeit geleistet haben. Wir haben lediglich vorhandene Bausteine zu einem System zusammengefügt.“ Ein System, in dem einzelne Spieler ihre Freiheiten haben, diese auch nutzen sollen. Doch was war nun ausschlaggebend, für den doch einigermaßen überraschenden Erfolg über den „Vize“ des Vorjahres? „Die Buben haben an sich geglaubt, ihr Spiel gespielt und auch nach dem zweimaligen Rückstand nie aufgesteckt. Das Wichtigste aber: sie sind als Mannschaft aufgetreten.“

Eine geschlossen starke Teamleistung wird es auch am Samstag – Spielbeginn ist um 19.30 Uhr – in Wattens brauchen. Mit den „Penguins“ wartet ausgerechnet jener Gegner, der der Auslöser für den Rücktritt des Duos Höller/Thielmann war. Dass das 1:9-Debakel vor knapp zwei Wochen noch etwaige Nachwehen in sich birgt, glaubt Walpoth nicht. „Nein das ist vergessen. Wir werden versuchen,  unser Spiel aufzuziehen. Wenn die Mannschaft an sich glaubt, dann wird letztlich die bessere Tagesverfassung den Ausschlag geben.“

Ein weiteres Erfolgserlebnis täte der zuletzt so geschundenen Zirler Seele – auf etwaige finanzielle Probleme angesprochen, schüttelte Obmann Pepi Baumann nur ungläubig den Kopf – jedenfalls überaus gut. Auch im Hinblick auf den dienstägigen Kracher gegen Silz (19.30 Uhr). Die Vorfreude auf das zweite Derby der Saison – der Nachtrag für das in Runde drei abgesagte Spiel fand am Dienstag nach Red. Schluss statt – ist jedenfalls riesig. „Solche Spiele sind immer speziell. Viele Zuschauer, doppelt motivierte Spieler. Da gilt es die Emotionen in Zaum zu halten.“ Nach einem nahezu perfekten Saisonstart mussten die Bulls zuletzt einen kleinen Rückschlag einstecken, unterlagen Wattens auswärts mit 2:6.

Von Alex Dosch

Feierte einen Einstand nach Maß: Zirl-Coach Georg Walpoth. Foto: Dosch
Ben Payne ist und bleibt das Um und Auf im Spiel der Gunners. Beim 6:3 über Kundl steuerte der Kanadier zwei Treffer und ein Assist bei. Foto: Dosch
Ein bislang noch ungewohntes Bild: Eine Zirler Jubeltraube. Foto: Dosch

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