Der neue Steuermann

Siegmund Geiger, Thomas Hittler, Werner Millinger, Wolfgang Jörg und Peter Vöhl (v.l.) RS-Foto: Tiefenbacher

Millinger ist neuer Geschäftsführer bei Venet Bergbahnen

 

Die Venet Bergbahnen bauen ihre Führungsspitze um: Diese Umstrukturierung soll einerseits für den richtigen professionellen Schub sorgen und andererseits das Seilbahnunternehmen in eine wirtschaftlich bessere Situation bringen.

 

Von Herbert Tiefenbacher

 

Im Zentrum steht dabei der neue Geschäftsführer (Vorstandsmitglied) Werner Millinger. Er wurde vergangenen Samstag in einer Pressekonferenz vom Aufsichtsratsvorsitzenden und VBgm. Thomas Hittler präsentiert. Millinger wurde im Zuge eines Hearings ausgewählt und wurde in der Vorwoche vom Aufsichtsrat einstimmig bestellt. Der Vertrag läuft fünf Jahre. Der ausgebildete Elektrotechniker hat bereits Erfahrung im Bergbahngeschäft: Er war vier Jahre als Geschäftsführer bei den Muttereralm Bergbahnen tätig und hat dort mit 31. Jänner 2018 gekündigt.

 

PERSONALROCHADE. Der Plan ist, dass bis zur Hauptversammlung, die Mitte Jänner über die Bühne gehen wird, der Dreiervorstand (Bgm. Wolfgang Jörg, Bgm. Siegmund Geiger und VBgm. Peter Vöhl) als vierköpfiges Gremium fortgeführt wird. Bei dieser werden der Aufsichtsrat neu gewählt und gleichzeitig die strategische und organisatorische Weichenstellung vorgenommen: die Bürgermeister wechseln ins Kontrollgremium und Werner Millinger übernimmt alleine das Ruder bei den Venet Bergbahnen. „Es war immer meine Auffassung, dass Gemeindepolitiker aus dem Vorstand der Venetbahn heraus gehören. Es gehören Profis hinein. Diese haben andere Möglichkeiten als jemand, der eine politische Funktion hat. Ihnen sind die Hände gebunden“, erklärte Bgm. Jörg. Ergänzend verwies sein Zammer Amtskollege Geiger darauf, dass die Venet Bergbahnen seit 2012 ein komplexes Unternehmen sind. Seither würden neben der Seilbahn und den Liften ein Beherbergungs- und Gastronomiebereich dazugehören. Das heißt, die Anforderungen an die Vorstandsarbeit sind gewachsen. Übe jemand, so Geiger, die Vorstandstätigkeit ehrenamtlich aus, habe er oftmals zu wenig Zeit. Typische Beispiele hierfür seien schnelle strategische Entscheidungen zu treffen und Projekte umzusetzen. „Da muss jemand Vollzeit arbeiten. Millinger hat die entsprechende Zeit dafür und auch das Know-how“, betonte Geiger.

 

GROSSE ERWARTUNGEN. Die Erwartungen seitens des Bahnunternehmens an den neuen Steuermann sind groß. Millinger soll den „Venet“ für die Bedürfnisse der Zukunft fit machen, die Organisationsstruktur optimieren, die Attraktivität steigern und die Ertragslage verbessern. Und noch viel mehr. Millinger selbst traut sich einiges zu. Das kommt nicht von ungefähr. Er hat sich, wie Millinger sagte, für den Wechsel nach Zams entschieden, weil für ihn der „Venet“ ein großes Potenzial hat. Sowohl im Sommer als auch im Winter sieht der neue Venet-Geschäftsführer Möglichkeiten, die Anziehungskraft zu steigern. Er arbeitete nach dem Motto „Das Angebot ist an das Freizeitverhalten der Kunden anzupassen“ bereits eine Reihe von konkreten Maßnahmen und Plänen aus. In die Karten möchte sich Millinger aber noch nicht schauen lassen. „Wir müssen diesbezüglich vorsichtig vorgehen. Einige Projekte befinden sich gerade in Planung. Bevor die Zeitungen darüber berichten, sollten wir mit den betroffenen Grundeigentümern geredet haben“, begründete Werner Millinger seine diesbezügliche Zurückhaltung. Aufsichtsratsvorsitzender Hittler hatte eine auf die Investitionen bezogene Information parat: „In den nächsten fünf Jahren sind 2,5 Millionen Euro notwendig, um das gesamte Projektpaket umsetzen zu können.“

Der neue Geschäftsführer der Venet Bergbahnen AG Werner Millinger hat bereits Erfahrung im Bergbahngeschäft. RS-Foto: Tiefenbacher

Über Oberländer Rundschau

Die Oberländer Rundschau ist die regionale Wochenzeitung für die Bezirke Imst, Landeck, Reutte und Telfs im Tiroler Oberland.