Der Weg durch Musik

Ihre Musik soll gefallen, sie soll singbar sein und doch auch speziell. RS-Foto: Pfurtscheller

Julia Schmitzberger aus Pfunds im Porträt

 

Die Musik ist für Julia Schmitzberger Beruf und Berufung gleichermaßen. Neben ihrer Tätigkeit als Musikpädagogin ist sie auch vielseitige Musikerin, Sängerin und Komponistin und -beschreitet mit Begeisterung neue musikalische Wege.

 

Von Irmgard Pfurtscheller

 

Die Musik begeisterte Julia Schmitzberger, geboren 1979 in Pfunds, schon in der Kindheit. Von den Eltern wurden die vier Geschwis-ter stets musikalisch gefördert und unterstützt, drei davon spielen ein Instrument. Julia Schmitzberger entschied sich mit neun Jahren für die Querflöte. Als Schülerin im Oberstufenrealgymnasium der Barmherzigen Schwestern kam zur Querflöte auch das Klavier. Nach der Matura besuchte sie die Pädagogische Akademie in Innsbruck und belegte neben Musikerziehung auch Mathematik und Französisch. Das habe ihr aber nicht gereicht. Im Jahr 2000 begann Schmitzberger ihr Studium am Mozarteum in Innsbruck. Neben dem Studium unterrichtete sie zehn Jahre an der Musikhauptschule im Olympischen Dorf in Innsbruck, dessen Direktor damals Siggi -Schmid aus dem Kaunertal war. Dort leitete Schmitzberger viele Jahre ein Schulorchester und arrangierte für verschiedenste Besetzungen. Und dann war da noch so Einiges nebenbei – u. a. die Musikkapelle, die Jungmusikanten, ein Jugendchor, und mit „Simple Joy“ entstand das erste Vokalensemble. Neben der Aufnahme einer Weihnachts-CD trat das Ensemble im ganzen Land auf, auch in Vorarlberg und Südtirol. „Da sind schon einige Lieder entstanden“, sagt Schmitzberger.

 

ZURÜCK ZU DEN WURZELN. Seit 2008 unterrichtet Schmitzberger am Katholischen Oberstufenrealgymnasium und an der Bafep in Zams. Etliche Projekte wurden seither mit dem Musikerkollegium in die Tat umgesetzt, darunter ein Weihnachtsmusical und ein Theaterstück, in dem die Flüchtlingsthematik mit Musik und Texten aufgegriffen wurde. Der Musikunterricht gibt Schmitzberger viel Kraft und Auftrieb: „Man bekommt ganz viel zurück, und es entstehen viele spannende Ideen aus der Gruppe heraus“, versichert Schmitzberger, die ihre „Freizeitbeschäftigung“ als zweites Standbein sehr gut mit dem Beruf vereinbaren kann. „Es geht beides in die gleiche Richtung.“

 

VON GEISTLICHER MUSIK ÜBER KLASSIK ZUM JAZZ. Mit der Innsbrucker Pianistin Rita Goller bildet Schmitzberger seit Jahren das Duo „R&J.“ Neben klassischer Musik – ihr „Bachprojekt“ stellten die Musikerinnen bereits in Altfinstermünz und der Winklbühne in Prutz vor – zählt auch Jazz zu ihrem Repertoire. Erfahrungen sammelte Schmitzberger bei einem Jazzlehrgang am Konservatorium, wo sie u. a. im Unterricht bei Florian Bramböck spielte. Der neu gegründete Verein „Frauenjazzorchester“ Tirol mit Schmitzberger als Flötistin wird nächstes Jahr die erste CD („Hot Iron“) veröffentlichen und damit auf Tour gehen. Ein weiteres Projekt ist das Vokalensemble „Stimmig“ mit Deborah Handl und Andrea Wachter. Mit diesem Ensemble wird die Pfundserin auch ihre „Lieder vom Licht“ aufnehmen, die im nächsten Jahr in einem Verlag für zeitgenössische Kirchenmusik erscheinen werden. Fünf Lieder gibt es schon, aber es sollten noch ein paar dazukommen, um alle Messteile abzudecken. Die Präsentation des „Notenheftls“ ist im kommenden Frühjahr geplant, wenn möglich vor Ostern, da sich die Liederreihe speziell für den Osterfestkreis anbietet.

 

HOFFNUNGSVOLLE TEXTE. Die Texte stammen teilweise von Schmitzberger selbst, sie lässt sich aber auch gerne von Gedichten von Rainer Maria Rilke oder Peter Rosegger inspirieren. Arrangiert für dreistimmigen Frauenchor und Sopran-Alt-Bariton, soll die Musik auch für unterschiedliche Chöre singbar sein. Ein gelungenes Beispiel dafür gab es bei der Cäcilienmesse in der Barbarakirche in Fließ zu hören. Der Chor Fließ unter der Leitung von Gerhard File und das Trio „Stimmig“ präsentierten drei Stücke aus Schmitzbergers Liederreihe und begeisterten u.a. mit dem Eröffnungsstück „Dein Licht durchbricht die Nacht“. Die unterschiedlichen Projekte haben für Schmitzberger einen besonderen Reiz und halten sie durch ihre differenzierten Abläufe fit. Wie sich das alles ausgeht, weiß Schmitzberger selber nicht genau, aber mit Freude und Begeisterung ginge es. Mit ihren Liedern und Kompositionen versuche sie etwas zu schaffen, das, wie es jeder Komponist gerne hätte, sich von der Masse abhebt, dabei aber singbar bleibt. Ihre Intention ist es, die Balance zu finden zwischen dieser Leichtigkeit und dem Anders-Sein durch spezielle Harmonien und rhythmische Eigenheiten der Lieder.

 

Der Chor Fließ gab bei der Cäcilienmesse in Fließ schon einen Vorgeschmack auf die besonderen „Lieder vom Licht“. RS-Foto: Pfurtscheller

Über Oberländer Rundschau

Die Oberländer Rundschau ist die regionale Wochenzeitung für die Bezirke Imst, Landeck, Reutte und Telfs im Tiroler Oberland.