Derbymotto: Tipps, Tracht und „Triplepacker“

In dieser Szene scheitert Andreas Kofler (11) noch an Oberperfuss-Goalie Sandro Abfalterer. Wenig später hat`s dreimal „Bumm“ gemacht.  Foto: Alex Dosch

Oberhofen bezwingt dank Dreifach-Torschützen Andreas Kofler Oberperfuss mit 3:2 – Seefeld unterliegt Zams

„Ich glaube, dass viele Tore fallen. Ich tippe auf ein 3:3.“ Ganz so falsch lag Melissa mit ihrem Derby-Tipp nicht. Und wer weiß: wäre ihr Freund Pascal Hausegger ein paar Minuten früher vom Platz geflogen… So blieb es beim letztlich nicht unverdienten 3:2-Erfolg seiner Oberhofer gegen in der Defensive nicht immer sattelfeste Oberperfer. Fest im Sattel sitzt weiter Trainer Michael Messner, der in seiner „Krachledernen“ eine richtig gute Figur abgab. 

SV OBERPERFUSS – FC FRITZ OBERHOFEN 2:3 (1:1). Torschützen: S. Abfalterer (33.), Mersa (58.); Kofler (6., 51., 87.). Gelb/Rot: Hausegger (91., Oberhofen). Während manch einer in der Kantine noch dem French-Open-Halbfinalmatch zwischen Rafael Nadal und Dominic Thiem beiwohnte, gab Oberhofens Andreas Kofler zum ersten Mal seine Visitenkarte bei Oberperfuss-Goalie Sandro Abfalterer ab. Es sollte nicht das einzige Aufeinandertreffen der beiden sein. „Andi hatte so viele Chancen. Er hätte heute die Führung in der Torschützenliste übernehmen können. Ja eigentlich sogar müssen“, sah Oberhofens Christian Wolf in der mangelnden Chancenverwertung das einzige Manko. „Ansonsten hat die Mannschaft alles umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben. Hat 90 Minuten gekämpft und Moral bewiesen.“ Auch ein erstes Resümee – die letzte Runde fand am Dienstag nach Redaktionsschluss statt – fällt durchwegs positiv aus. „Platz neun war unser Ziel. Das sollte sich ausgehen. Und dann wollen wir das positive Gefühl aus der Rückrunde in die neue Saison mitnehmen.“ Eine Saison, die mit einem altbekannten (Johannes Augustin gibt ein Comeback) und zwei neuen Gesichtern (die beiden Rietzer Gabriel Eiter und Simon Wolf) in Angriff genommen wird.

In Oberperfuss steht Florian Bucher (SVI) vor einer Rückkehr. Dafür verlassen David Haller (Kematen), Emanuel Stadler (Inzing) und Torhüter Sandro Abfalterer – wechselt zu Regionalligist Schwaz – den Verein. Abfalterers älterer Bruder Sam, traf beim 2:3 gegen Oberhofen zum zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich. An der Offensive lag`s freilich nicht, dass er und seine Mannschaft die neunte Saison-Heimpleite kassierten. Vielmehr erwischte die Defensive nicht ihren besten Tag. Es zwickte und zwackte, wo es nur ging. Weitaus besser passte da schon Trainer Michael Messner seine „Krachlederne“, die er auf Grund einer verlorenen Wette tragen musste.

Wie sich in Oberperfuss überhaupt ein Trend in Sachen Trainer-Outfit abzeichnet. Einst coachte Mario Venier im schwarzen „Man-in-Black“-Anzug, nun Messner in der Oktober-Fest-Garderobe. Was wohl als nächstes kommt?

SK SEEFELD – SV ZAMS 2:3 (2:2). Torschützen: Mittermair (25., 39.); Burger (17.), Santeler (45.), Schweisgut (54.). Die Ausgangsposition vor dem Duell Neunter gegen Zweiter war klar: für Seefeld ging es um die berühmte „goldene Ananas“, für Zams um einen immens wichtigen „Dreier“ im Aufstiegskampf. Wer allerdings glaubte, dass Kleinhans & Co. die Partie mit „Badelatschen“ in Angriff nehmen würden, sah sich getäuscht. Von Beginn weg entwickelte sich ein kampf- und laufintensives Spiel mit Vorteilen für die Gastgeber. „Zams machte einen sehr nervösen Eindruck. In der ersten Hälfte waren wir klar besser, haben drei, vier gute Chancen liegen gelassen“, sah Trainer Josef Haslwanter eine ausgeglichene zweite Halbzeit, in der Zams früh der entscheidende Treffer gelang. „Da haben alle auf Abseits gespielt, nur einer nicht.“ Die dritte Saison-heimniederlage machte Haslwanter aber an anderen Dingen fest. „Bis zum Strafraum haben wir ganz gut gespielt. Leider sind wir aber nie wirklich reingekommen, hat der letzte Pass gefehlt.“ Auch eine Schlussoffensive brachte nichts ein, war Zams im Konter sogar gefährlicher.

Apropos Offensive: die bekommt zur neuen Saison eine Verstärkung. Rainer Bode kehrt nach seinem Kematen-Gastspiel zurück aufs Plateau. Dafür schnürt Christian Sandbichler seine Schussstiefel künftig wieder für seinen Stammverein Rietz.

Von Alex Dosch

Das Bild täuscht: Seefeld mit Martin Kleinhans konnte Zams (Dominik Schweisgut) zwar ärgern, dem Aufstiegsaspiranten allerdings kein Bein stellen. Foto: Martina Mader
Michael Messner machte im Wies´n-Outfit die bessere Figur als seine Kicker am grünen Rasen. Foto: Alex Dosch

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