Die Außerferner Jazzlegende „Catulla“ in der „Kellerei“

Mit seinen alten Weggefährten Werner (Katz) Holzer (l.) und Willi Wenger (r.) bestritt Catulla den musikalischen Teil des Abends. RS-Foto: Claus

Ein bewegtes Musikerleben auf 80 Seiten komprimiert

Sichtlich bewegt und etwas ungläubig blickte Wilhelm Walter alias „Catulla“ am Donnerstagabend von der Bühne in der „Kellerei“ in Reutte ins Publikum und er schien sich zu fragen: „Sind jetzt dia viele Leit wirklich all wege mir und meim Buach kumme?“

Ja, sie kamen „wegen ihm” und seines Buchs „Jazzmusik – das ist mein Leben!“, das er an diesem Abend zusammen mit seinem Biografen Anton Reichert vorstellte und drückten damit ihre Wertschätzung für den Musiker mit Leib und Seele aus. Mit von der Partie waren Willi Wenger und Werner (Katz) Holzer, zwei alte Weggefährten aus seiner langen Musikerkarriere, die in mit Bass und Gitarre unterstützten.
Facettenreich an der Gitarre. An diesem Abend war der 84-Jährige sehr bald in seinem Element – mit seiner Gitarre und mit seinem Rückblick auf ein Leben, das facettenreicher nicht hätte sein können. Und daran lässt er in seinem Büchlein das Publikum und die Leser teilhaben. Es kommen viele Namen und Geschichten von Außerfernern und Menschen aus dem südlichen Ostallgäu vor. Etliche, zeitgenössische aber auch historische Fotos bebildern die Seiten und erinnern an lebende, aber auch verstorbene Menschen aus seinem umfangreichen Umfeld.
An diesem Abend blitzten in kurzen Zwiegesprächen so einige prägnante Erlebnisse auf, die beim Publikum immer wieder zum Schmunzeln Anlass gaben. Wenn auch die Kindheit Catullas nicht ganz einfach war – „i bin halt in der Familie so mitgloffe“ – die späteren Jahre entschädigten dafür reichlich.
Von der Oma gelernt. Das Rüstzeug für seine musikalische Laufbahn hatte ihm seine Oma mitgegeben, bei der es weder Fernsehen noch Radio gab – aber eine Gitarre! „Ich habe das ganze musikalische Können und Wissen meiner Oma förmlich aufgesogen und so war mein weiteres Leben von der Musik geprägt“, erzählt er.

Ein Leben in vielen Kapiteln. Und so reiht sich in dem Buch eine Geschichte an die andere. Seine Stationen waren unter anderem Stuttgart, Zürich, Mannheim, Luzern, Oberstdorf sowie Jungholz, Füssen, Pfronten, Schwangau oder Marktoberdorf und nicht zuletzt Reutte und die nähere Umgebung. Und überall gab es nette Begegnungen, von denen er auch noch heute gerne erzählt und dabei durch sein immenses Gedächtnis auffällt.  Zu viel soll jetzt nicht verraten werden, denn das Büchlein animiert zum Lesen, in dem sich Geschichtchen an Geschichtchen eines langen Lebens reihen und oftmals zum Schmunzeln verleiten.

Bereits der zweite Druck. In Kürze wird es wieder erhältlich sein, denn die erste Auflage war bereits am Abend der Vorstellung vergriffen. Zu bestellen ist es bei Walter „Catulla“ Wilhelm unter der Telefonnummer 0676 94 13 519.

Von Uwe Claus