Die Baustelle – ein Erlebnis

Wer eine stabile Mauer errichten will, muss wissen, wie Mörtel angerührt wird. RS-Fotos: Schretter

Schüler lernen die Welt der Bauhandwerker spielerisch kennen

„Erlebniswelt Baustelle“ ist ein Projekt der Tiroler Bauwirtschaft. In einer Mitmachausstellung können Schüler im Alter von sechs bis zwölf Jahren Berufe am Bau kennenlernen und ausprobieren.

Am Donnerstag, dem 7. Juni und Freitag, dem 8. Juni, war die „Erlebniswelt Baustelle“ zu Gast in der Wirtschaftskammer Reutte. Es sind, wie WK-Bezirkksstellenleiter Wolfgang Winkler betont, immer besonders emotionale Tage, wenn mehrere Hundert Schüler als fleißige Handwerker Gebäude und Außengelände der Wirtschaftskammer Reutte in Beschlag nehmen.
Vor zwei Jahren – als Kinderrahmenprogramm bei der Wirtschaftsmeile – feierte die Mitmachausstellung ihre Premiere in Reutte.
„Ziel dieser Ausstellung ist es, den Kindern das Bauhandwerk spielerisch näherzubringen. Wir stellen hier 14 Lehrberufe aus und setzen damit bei den Schülern einen ers-ten Impuls für die Lehrlingsinitiative“, erklärt Wolfgang Winkler.
Bei der Ausstellung geht es nicht nur um die reine Vermittlung von Wissen und Fakten. Das Konzept sieht einen großen haptischen Aspekt vor – viele Schaubaustellen, an denen sich die Kinder als Maurer, Fliesenleger, Spengler, Tischler, Zimmerleute oder Maler ausprobieren. Mehr als 400 Schüler aller Schulstufen der Volksschulen des Bezirkes und die erste Stufe der Neuen Mittelschule folgten der Einladung. Besonders erfreulich ist der Teamgeist, der sich unter den Schülern ganz automatisch entwickelt.
Wolfgang Winkler formuliert zwei Ziele, die mit der Veranstaltung verfolgt werden. Zum einen soll gezeigt werden, dass die Entscheidung, nach der Pflichtschulzeit eine Lehre zu beginnen, eine gute ist. Kinder sollen für Handwerksberufe begeistert werden, sehen, dass ein Handwerk auszuüben, etwas Tolles sein kann. Des Weiteren seien die Berufschancen im Handwerk hevorragend, Handwerksbetriebe suchen händeringend Lehrlinge.
Christian Strigl, Obmann der Wirtschaftskammer Reutte, sieht die Kontinuität der Veranstaltungen, die die Themen Lehre und Beruf betreffen, als besonders optimal. „Die Lehre soll attraktiviert und forciert werden. Damit fangen wir bereits bei den ganz Kleinen im Kindergartenalter an, setzen mit KIWI – Kinder und Wirtschaft – fort, haben das Berufsfestival und die Erlebniswelt Baustelle im Haus und führen den Talentecheck durch. In unserem Bezirk sind die Ressourcen begrenzt, die müssen bestmöglich genutzt werden.“
Das Interesse an diesen Projekten ist groß und wird von den Schulen sehr gut angenommen.