„Die Hilfsbereitschaft war überwältigend“

Nach den Asphaltierungsarbeiten erfolgte die Freigabe des neuen Verkehrswegs auf das Sonnenplateau. Foto: Land Tirol/Schatz

Sonnenplateau dankbar für Solidarität – weitere Straßensperren aufgrund von Hangrutschen

 

Piller Straße und Landecker Straße, Ladiser Straße und Serfauser Straße, Stanzertaler Straße und Fendler Straße – die Zahl der Verkehrswege, die aufgrund von Hangrutschen oder Felsstürzen gesperrt wurden, wird immer länger. Besonders herausfordernd war die Situation für das Sonnenplateau – aber die Akteure der gesamten Region haben zusammengearbeitet.

 

Von Daniel Haueis

 

Das Obergricht hat das Sonnenplateau ganz und gar nicht im Stich gelassen, als am Montag der Vorwoche ein Hangrutsch für eine Sperre der Serfauser Straße sorgte und auch die Umleitung über die Ladiser Straße nicht benutzbar war: „Die Solidarität und Hilfsbereitschaft waren überwältigend. Wir sind sehr dankbar“, resümierte Paul Greiter, Bürgermeister von Serfaus am Samstagnachmittag. Da war die Ersatzstraße bereits benutzbar und der Urlauberschichtwechsel recht problemlos über die Bühne gegangen – es habe lediglich kurze Wartezeiten gegeben, die die Urlauber, die sich bei Feuerwehrmännern, Arbeitern an der Strecke etc. noch bedankt haben, aber natürlich in Kauf genommen haben. Greiter hebt hervor, dass die Zusammenarbeit mit Baubezirksamt, Feuerwehr, Bezirkshauptmannschaft, den Gemeinden Prutz und Ried u.a. „ganz stark gewachsen ist“. Koordinator BH Markus Maaß hebt etwa Bgm. Elmar Handle aus Ried und Bgm. Heinz Kofler aus Prutz hervor: Handle hat in einer Nacht die Zustimmungserklärungen von 25 Grundbesitzern zum Bau des Ersatzweges eingeholt, Kofler hat für Parkplätze für rund 600 Pkws gesorgt (die Urlauber wurden von dort mit Bussen aufs Plateau gebracht). Federführend beim Bau der Ersatzstraße war das Unternehmen Karl Patscheider: „Sie haben rund um die Uhr mit Beleuchtung der Feuerwehr gearbeitet. Sonst wäre die Straße nicht fertig geworden“, sagt Maaß, der die vergangene Woche zusammenfasst mit: „Wir helfen einfach zusammen.“ LH Günther Platter, der auch vor Ort war, bedankte sich bei allen am Krisenmanagement Beteiligten für ihre Arbeit.

 

EINSCHRÄNKUNGEN. Unter der Woche stand aufs Sonnenplateau nur ein Notweg zur Verfügung: Er durfte nur zwischen 6 und 19 Uhr, von Fahrzeugen bis 3,5 Tonnen und bergwärts nur von Allradfahrzeugen benutzt werden. Die Öffnung der Ladiser Straße (gesperrt seit 24. Jänner) war für Freitag geplant, womit die Urlauber dann über die Ersatzstraße und eben die Straße nach Ladis aufs Plateau gelangen hätten können. Das 400 Meter lange Teilstück der Ladiser Straße wurde dann am Samstag früh fertig – weil der Hang wieder in Bewegung geraten ist, konnte der Bau der Ersatzstraße nur mehr von einer Seite in Angriff genommen werden. Seit Samstag 4 Uhr ist die L286 Ladiser Straße für den Verkehr freigegeben – es gilt aber ein allgemeines Busfahrverbot, ausgenommen Linien- und Skibusse sowie Busse zum Transport von Gästen mit einem mehrtägigen Aufenthalt am Sonnenplateau (Buchungsbestätigung erforderlich) und Busse zum Transport von Personal. All diese Busse dürfen maximal zwölf Meter lang sein. Am Mittwoch, den 21. März und Donnerstag, den 22. März wird die Ersatzstraße jeweils zwischen 13 und 16 Uhr u. a. für Asphaltierungsarbeiten für den gesamten Verkehr gesperrt – diese Arbeiten sind nötig. Die Sanierungsarbeiten des Felssturz-Anbruchgebiets an der Serfauser Straße wurden bereits begonnen. „Es ist aber wohl mit einer Straßensperre von mindestens eineinhalb Monaten zu rechnen“, stellte BH Markus Maaß fest.

 

STANZERTALSTRASSE & FENDLER STRASSE. Ein Felssturz auf die Stanzertalstraße in der Nacht auf Donnerstag sorgte ebenfalls für eine Straßensperre. Rund fünf Kubikmeter Fels- und Hangmaterial haben die L68 bei Kilometer 5,7 verlegt. Für den Verkehr bestand eine Umleitung über die S16 Arlberg-Schnellstraße. „Das Gestein ist aus einer Felswand etwa hundert Meter oberhalb der Straße herausgebrochen. Neben den fünf Kubikmetern, die auf die Landesstraße gestürzt sind, liegen noch weitere 15 Kubikmeter in der Sturzbahn“, schildert Gunther Heißel, Leiter der Landesgeologie, die Situation vor Ort. Die Wiederherstellungsmaßnahmen wurden rasch in Angriff genommen, die L68 konnte im Laufe des Freitagabend wieder für den Verkehr freigegeben werden. Nach einem Hangrutsch am Samstagmorgen wurde die L313 Fendler Straße zwischen Prutz und Fendels für den gesamten Verkehr gesperrt. Circa 400 Kubikmeter Lockermaterial haben sich in Bewegung gesetzt. Es wurde ein Notweg errichtet, der bereits am Samstag um 14 Uhr zur Verfügung stand. Er ist täglich von 6 bis 20 Uhr geöffnet und mit Allradfahrzeugen befahrbar. Als Alternative können die Fendler Bergbahnen genutzt werden (7 bis 18 Uhr). Die L 313 bleibt voraussichtlich zwei Wochen gesperrt. Es wird mit Hochdruck daran gearbeitet, zumindest am Wochenende eine einspurige Verkehrsführung einzurichten.

 

RESCHENSTRASSE & PILLER STRASSE. Auf der B180 Reschenstraße wurde zwischen Ried und Tösens wieder eine zweispurige Verkehrsführung eingerichtet. Bei der L17 Piller Straße war am Montag und Dienstag untertags nochmals eine Vollsperre erforderlich. Am Mittwoch, 21. März, ca. 17 Uhr wird sie einspurig (Ampelregelung) für den Verkehr freigegeben. Die abschließenden Bauarbeiten auf der Piller Straße zwischen Neuem Zoll und Fließ-Dorf werden noch rund zwei Wochen dauern