„Die Mädels waren hingerissen und inspiriert“

Eifriges künstlerisches Schaffen beim RUNDSCHAU-Besuch RS-Foto: Unterpirker

Bildnerisches Werken und Gestalten im Perjener Gymnasium

 

Wer es noch nicht weiß: In Landeck gibt es eine kleine, aber feine „Kunstakademie“. Denn im Gymnasium in -Perjen kann man ab der Oberstufe den Schwerpunkt „Bildneri-sches Gestalten und -Werken“ -wählen. In der 8. Klasse wird gerade ein tolles Projekt durchgeführt – einige Mädels -kreieren -eigene Bilderbücher, besser gesagt: Grafic Novels.

 

Von Albert Unterpirker

 

Beim RUNDSCHAU-Besuch um 9 Uhr morgens wird in der 8. Klasse intensiv gewerkelt. Sieben Mädels zeichnen, gestalten und texten unter der Leitung von Birgit Schneitter ihre Bilderbücher, die mit Kinderbüchern aber nicht wirklich was zu tun haben. Eigentlich sind es sogenannte Grafic Novels, also illustrierte Romane, die sich auch in Bibliotheken immer größerer Beliebtheit erfreuen. „In der fünften Klasse kann man einen von drei Schwerpunkten wählen“, sagt die Lehrerin, „einer davon ist bildnerisches Gestalten und Werken.“ Schneitter ist seit 15 Jahren am Gymnasium und mitverantwortlich dafür, dass dieser Schwerpunkt aufgebaut wurde. Sind es heuer die Grafic Novels, die die Mädels begeistern, ist die Palette an schöpferischer Tätigkeit breit gefächert. So gab es Graffiti-Gestaltung am Schulgelände, es wurden Bildhauerei und Architektur-Modelle behandelt, oder man wagte sich an Ölmalerei und Keramik-Arbeiten. Auch mit anderen künstlerischen Ausdrucksweisen, wie Installationen oder Collagen beschäftigte man sich. Heuer aber kam der Wunsch von den Schülerinnen, sich dem Thema Illustrationen und Narrativem anzunehmen. Quasi der Kick-Off-Event dazu fand in der Bücherei Zams statt. „Sigrid Ehrlich (Leiterin Bücherei Zams, Anm.) hat dafür ein hervorragendes Potpourri an qualitativ und künstlerisch hochwertigen Bilderbüchern und Grafic Novels zusammengestellt und präsentiert“, so Schneitter, „die Mädels waren hingerissen, sehr inspiriert und sind mit Köpfen voller Ideen wieder gegangen!“ Dann ging es ans Werken.

 

FREIHEIT. Wichtig ist Schneitter, die außerdem an der Unterstufe bildnerische Erziehung (früher: Zeichnen) unterrichtet, „dass jeder Schüler die Möglichkeit hat, seinen eigenen Stil wählen zu können und Ideen in die eigenen Bücher einfließen zu lassen. Ich sehe mich als Wegbegleiterin und versuche den Schülern die Türen zu ihrer eigenen Ausdrucksweise zu öffnen“. Mit dabei ist an diesem Vormittag auch Sigrid Ehrlich, die sich in der Bücherei Zams um eine gute Auswahl von Lesestoff bemüht. „Birgit hat vom Lehrplan her viele Freiheiten und kann deshalb auf die Wünsche der Schülerinnen eingehen – es entsteht da eine eigene Dynamik“, nickt die Bücherei-Leiterin. Dynamik hat sich bezüglich dieses Schwerpunktes auch an der Schule entwickelt. „In der 5. Klasse haben sich jetzt vier Burschen und elf Mädels gemeldet – so viele Anmeldungen gab es noch nie“, freut sich Schneitter über den Run auf dieses Angebot, „das sich an alle künstlerisch und kreativ interessierten Schüler richtet“. Und wie geht es den Mädels gerade bei ihrem Schaffen? Johannah arbeitet an einem Buch, bei dem sie zu verschiedenen Zitaten und Phrasen Bilder zeichnet. „Die Geschichte, die in Spanien spielt, soll das Leben darstellen, wo es nicht immer nur um positive Dinge geht“, sagt sie. Übrigens ist der Kugelschreiber ihr „Lieblingsstift“. Auch Annabell packt soziale Aspekte in ihr Grafic Novel hinein. Es handelt sich um zwei Personen, eine arme und eine reiche. „Letztendlich wird die arme glücklicher“, erzählt sie vom Inhalt.

 

SELBST BINDEN. Bis Weihnachten soll die Arbeit an den Bilderbüchern abgeschlossen sein, dann werden sie noch selbst gebunden. Vorher aber will man sie zu Archivzwecken einscannen – vielleicht auch, um mal eine kleine Auflage vom einen oder anderen Werk drucken zu können. Präsentiert werden die Werke am langen Abend des Gymnasiums im Jänner nächsten Jahres und auch bei der Jahresausstellung der Schule.

 

Die Mädels von der 8. Klasse mit ihrer Lehrerin Birgit Schneitter (h. l.) und Sigrid Ehrlich RS-Foto: Unterpirker

 

Birgit Schneitter war mitverantwortlich für diesen Schwerpunkt.RS-Foto: Unterpirker

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