Die Pfarrkirche Heiterwang erstrahlt in neuem Glanz

Die Pfarrkirche Heiterwang erfuhr eine umfassende Außenrenovierung.

Zum Abschluss der Außenrenovierung wurde beim Patrozinium am 15. August gefeiert

Das kirchliche Leben von Heiterwang ist eng mit der Besiedelung durch das Kloster Steingaden verknüpft, besaß doch das Kloster in Heiterwang eine Viehalpe, die sogenannte „Schmalzgrueb“. Ende des 13. Jh – sicher aber im 14. Jh. – war eine Kapelle „Zu unserer lieben Frau“ errichtet worden.

Im ausgehenden 15. Jh. wurde an der Stelle dieser kleinen Kapelle eine gotische Kirche erbaut. Diese Bauphase lässt der heutige Chorraum noch gut erkennen.
1552 plünderten Sachsen die Kirche. Eine Urkunde aus dem Jahr 1552 besagt, dass das Gotteshaus in erbärmlichem Zustand war. Bis Ende des 16. Jahrhunderts wurde die Kirche in spätgotischem Stil erneuert und vergrößert.
Während der ersten Hälfte des 18. Jh. erfuhr die Heiterwanger Kirche eine Barockisierung außen und innen. Rund 100 Jahre später zeigte die Pfarrkirche „Unsere liebe Frau Mariä Himmelfahrt“ nach ihrer Renovierung den der Zeit entsprechenden Nazarenerstil.
1978/79 wurden die damals neugotischen Seitenaltäre entfernt und der gesamte Innenraum einfacher und vor allem heller gestaltet.

Außenrenovierung.
Mit 12.310 Lärchenschindeln wurde die Turmzwiebel eingedeckt.

2019 erfolgte die Außenrenovierung der Pfarrkirche, die nach drei Monaten Bauzeit abgeschlossen war.
Das Mauerwerk wurde restauriert, geweißelt und eine Blitzschutzanlage installiert. Das gesamte Kirchenschiff – 560 m2 – wurde mit Lärchenschindeln neu gedeckt. Auch auf der Turmzwiebel wurden 121m2 Lärchenschindeln angebracht. Als besonderes Highlight bei der Patroziniumsfeier gab es ein Schätzspiel, bei dem erraten werden sollte, wie viele Schindeln für die Eindeckung der Turmzwiebel benötigt wurden. Es waren 12.310 Lärchenschindeln. Für die beste Schätzung stiftete die Gemeinde Heiterwang als Preis zehn Festmeter Brennholz.
Bei der Restaurierung des Kirchturms wurde festgestellt, dass die unteren Schindeln des Zwiebels ca. 120 bis 130 Jahre alt sein müssen. Sie waren noch mit geschmiedeten Nägeln befestigt worden. Die Arbeiten am Kirchturm wurden ohne Gerüst ausgeführt.
Die Gesamtkosten für die Außenrenovierung der Heiterwanger Pfarrkirche betrugen 161.000 Euro und wurden von der Gemeinde Heiterwang, der Diözese, dem Solidaritätsfonds der Diözese, der Kulturabteilung des Landes Tirol, der Landesgedächtnisstiftung und dem USK-Fonds der Raiffeisenbank getragen.
9.300 Euro konnten durch Spenden aus der Bevölkerung gedeckt werden.

Feier.
Mit einem Festgottesdienst zum Patrozinium am 15. August wurde für die gelungene Außenrenovierung gedankt. Fotos: Gratl

Mit einem Festgottesdienst und anschließender Feier wurde die gelungene Außenrenovierung in gebührendem Rahmen abgeschlossen.