„Dieser Schritt war freiwillig und notwendig“

Arlberg Hospiz Hotel, Hospiz Alm, Weinhandel, Suiten und die Kunsthalle sind nun unter der Holding „Familie Werner GmbH“ vereint. Foto: arlberg1800 Resort_Kniejski

Florian Werner über die Umstrukturierung des Arlberg Hospiz

 

Die Umstrukturierung des Arlberg Hospiz zog weite mediale Kreise – bis in die New York Times. Hotelier Florian Werner meldet sich nun selbst zu Wort: Die Familie bleibe zu 100 Prozent Eigentümer der Holding „Familie Werner GmbH“, die über die einzelnen Betriebe (Alm, Hotel, Weinhandel) gestülpt wurde. Neben einem externen Geschäftsführer wurde ein fünfköpfiger Beirat installiert, darunter Karl Handl und als Eigentümervertreter Florian Werner.

 

Von Elisabeth Zangerl

 

Gerüchte machten die Runde, dass sich Florian Werner aus der Geschäftsführung seines Betriebs zurückgezogen hat, er selbst stellt richtig: „Die organisatorische Änderung war ein freiwillig getätigter, notwendiger Schritt, den ich schon vor Jahren hätte gehen müssen“, erklärt er zu notwendigen Umstrukturierungen seiner Unternehmen Hospiz Hotel, Hospiz Alm, Weinhandel, Suiten und die Kunsthalle, die bis dato eigenständige Unternehmen, jedoch mit demselben Besitzer waren. Florian Werner leitet mit seiner Familie in dritter Generation (der Familien Werner-Ganahl) das luxuriöse Traditionshaus am Arlberg, die Familie ist die 41. Gastgebergeneration im Arlberg Hospiz. Im Laufe der Zeit hat sich viel verändert: „Wir haben erkannt, dass unser Betrieb in dieser Größenordnung umstrukturiert werden muss – mit der Finanzkrise hat sich unsere Hospiz-Welt und insgesamt die Welt unserer Kunden, Banken oder Lieferanten massiv verändert – die Welt ist im Umbruch“, erklärt Florian Werner und führt weiter aus. Beginnend mit der Finanzkrise 2009 sei das Familienunternehmen über die Jahre mehr und mehr in Schieflage gekommen, „aber wir haben uns der Herausforderung gestellt und erkannt, dass die Krise nicht nur eine Gefahr, sondern auch eine Chance und ein Wendepunkt sein kann.“

 

„ALLIANZ VON GLEICHGESINNTEN“. Konkret erläutert Werner: „Wir haben uns geöffnet und die Geschäftsleitung mit einem familienfremden, kaufmännischen Geschäftsführer erweitert – ein Beirat aus Experten aus dem Tourismus und Unternehmertum wurde ebenfalls installiert.“ Diesen Beirat, der durch diese Veränderungen begleitet, sieht Werner als Bereicherung: „Unsere internen Stärken haben wir durch externe Stärken (den Beirat) verstärkt.“ Zum fünfköpfigen Experten-Beirat zählen Karl Handl (Handl Tyrol), Walter Schertler (ein langjähriger Universitätsprofessor der Uni Trier), Ronald Hinteregger (Marketingspezialist aus Vorarlberg), der Lecher Hotelier Johannes Pfefferkorn sowie als Eigentümervertreter Florian Werner selbst. „Wir sehen die Krise als Wegbereiter für unseren Wandel“, erklärt Werner, und: „Es braucht viel Kraft für Veränderung – alleine schaffe ich das nicht, es braucht diese Allianz von Gleichgesinnten.“

 

IM SOMMER BEREITS BEGONNEN. „Der Prozess wird einige Zeit dauern – begonnen mit dem Umstrukturierungsprozess wurde bereits im Sommer, die neue Struktur gibt es seit 1. November“, erklärt Werner. Dabei wurden die Unternehmen unter die Holding „Familie Werner GmbH“ geholt. Die Holding besitzt jeweils 100 Prozent der Unternehmen und sie selbst „ist zu 100 Prozent im Besitz von meiner Mutter und mir“, erklärt Werner. Florian Werner besitzt 94, seine Mutter Gerda Werner 6 Prozent der Holding. „Es gibt also keine verschiedenen, eigenständigen und einzeln kämpfenden Betriebe mehr – es gibt nur noch ein Unternehmen“, erklärt der St. Christopher Hotelier. Neben der Umstrukturierung der Firmen wurde die handelsrechtliche Geschäftsführerposition an Hermann Semlitsch übertragen, Florian Werner bleibt weiterhin gewerberechtlicher Geschäftsführer.

 

DOPPELVORSTAND IN DER HOLDING. In der Weinfirma ist Hermann Semlitsch gemeinsam mit Adi Werner in der Geschäftsführung, in der „Alm“ zusätzlich zu Hermann Semlitsch und Adi Werner noch Werner Künstner. In der Holding gibt es einen Doppelvorstand mit Hermann Semlitsch und Dr. Manfred Khüny, einem Steuerberater und Finanzspezialis-ten. Die Aufgabenfelder sind nun aufgeteilt: „Den kaufmännischen Gastgeber gibt es nicht mehr und den gastgebenden Kaufmann auch nicht“, erklärt Werner. Semlitsch ist von nun an für die kaufmännischen Agenden zuständig, Florian Werner ist der Gastgeber, der sich um das Tagesgeschäft kümmert. „Durch diese Umstrukturierung wurde die Komplexität gelöst“, erklärt Florian Werner. Auch sollten klarere Strukturen durch diese Maßnahmen entstehen. Die Betriebe, über die die Holding gestülpt wurde, tragen allesamt die Gesellschaftsform einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Florian Werner verrät, dass in naher Zukunft Investitionen geplant sind.

Florian Werner: „Die Krise kann nicht nur eine Gefahr, sondern auch eine Chance und ein Wendepunkt sein.“ RS-Foto: Zangerl

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