Drei Höfe müssen mit Wasser versorgt werden

Aus den Wasserhähnen in Freitzberg kommt derzeit nur von auswärts angeliefertes Wasser (Symbolbild). RS-Foto: Tiefenbacher

Ried: Quellen im Weiler Freitzberg sprudeln kaum noch

 

Im Weiler Freitzberg der Gemeinde Ried gibt es -erhebliche Probleme mit dem Trinkwasser. Die Quellen geben kaum mehr Wasser her. Derzeit wird Wasser für die dortigen drei Bauernhöfe mit Tankwagen hinauf gekarrt.

 

Von Herbert Tiefenbacher

 

Die Wasserversorgung in Freitzberg stellten die Besitzerfamilien der dortigen Bauernhöfe vor 50 Jahren in Eigenregie auf die Füße. Zwei Quellen wurden bisher als Wasserspender genutzt. Ihre Schüttung reduzierte sich nun allerdings so stark, dass es Wasser von auswärts benö-tigt. Zwei Möglichkeiten kommen dafür als Erklärungsansatz infrage. Entweder ist der Bau des Triebwasserstollens des Gemeinschaftskraftwerks Inn (GKI) dafür verantwortlich oder die anhaltende Trockenheit im Sommer. Nach Einschätzung von GKI-Geschäftsführer Johann Herdina ist es das trockene Wetter gewesen, das den Wasserreserven zusetzt. „Es ist aber müßig, lange über die Gründe zu diskutieren“, meinte Herdina. Deshalb zog es die GKI GmbH vor, das zu tun, was der UVP-Bewilligungsbescheid für solche Fälle vorsieht: es wurde eine Notwasserversorgung eingerichtet. Das Bau- und Betreiberunternehmen lässt seit Anfang September wöchentlich einmal einen Tankwagen mit 6000 Litern Wasser nach Freitzberg hinauf fahren, um den dortigen Hochbehälter zu füllen. Angedacht ist, diese Versorgungsaktion bis zum Frühjahr 2019 weiter zu führen. Dann wird man über das weitere Vorgehen entscheiden. „Ich gehe aber davon aus, dass sich die Quellen inzwischen erholen werden“, meinte GKI-GF Herdina.

 

ERSATZVERSORGUNG. Pa-rallel dazu wurde auf Initiative der Gemeinde Ried das Projekt „Ersatzwasserversorgung Freitzberg“ konkretisiert. Die Planung ist abgeschlossen. Miteingebunden war die Abteilung „Siedlungswasserwirtschaft“ des Baubezirksamtes Imst. Dieses Projekt besteht aus einer Verbindungsleitung zum öffentlichen Wassernetz der Gemeinde Ried im Tal und einer Pumpstation. „Aus fachlicher Sicht ist das eine sinnvolle Variante“, meinte der zuständige Fachbereichsleiter DI Thomas Walch. Auf die Frage, warum das Wasser vom Tal hinauf gepumpt wird und nicht Quellen der näheren Umgebung von Freitzberg genutzt werden, antwortete der Wasserversorgungsexperte: „Im Nahbereich bis zu einem Kilometer befinden sich hier keine nutzbaren Quellen für die Wasserversorgung. Diese haben eine zu geringe Schüttung.“

 

KEINE STELLUNGNAHME. Loslegen kann man mit dem Projekt noch nicht. Es ist eine wasser- und naturschutzrechtliche Bewilligung erforderlich. Das dafür vorgesehene Bewilligungsverfahren wurde beim Amt der Tiroler Landesregierung zwar beantragt, aber noch nicht durchgeführt. In diesem haben die Grundeigentümer Parteistellung. Der Rieder Bürgermeister Elmar Handle wollte sich zum Projekt nicht äußern. „Es ist ein laufendes Verfahren, von mir gibt es deshalb vorerst keine Stellungnahme“, betonte Handle und verwies im Nachsatz darauf, dass er als Bürgermeister unparteiisch zu sein habe – und dies in diesem Zusammenhang insbesondere deshalb, damit die Gesprächsbasis bei den noch bevorstehenden Verhandlungen mit den Grundeigentümern entsprechend sachlich sei.

GKI-GF Johann Herdina geht davon aus, dass sich die Quellen im Rieder Weiler Freitzberg wieder erholen werden. RS-Foto: Tiefenbacher

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