E-Carsharing im Öffi-Ticketsystem integriert

Am 1. November gings los, die Umsetzung von „Carsharing Tirol2050“ startete. Die Verantwortlichen freuen sich: V.l. Martin Tschurtschenthaler (Projektleiter Stadtwerke Kufstein GmbH & Beecar), LH-Stv. Ingrid Felipe, Reinhard Jennewein (GF Stadtwerke Wörgl GmbH & floMOBIL), Bruno Oberhuber (GF Energie Tirol) sowie Alexandra Medwedeff (Projektleitung VVT Tirol).RS-Foto: Hackl

„Carsharing Tirol2050“ ermöglicht kostengünstiges E-Carsharing und startete am 1. November

Im Rahmen des Mobilitätsprojekts des Landes Tirol „So fährt TIROL 2050“ entstand eine neue Zusammenarbeit: Durch die Kooperation zwischen Energie Tirol, dem Verkehrsverbund Tirol (VVT) und Tirols Carsharing-Betreiber „floMOBIL“ und „Beecar E-Carsharing“ wird E-Carsharing erstmals in das Tiroler Öffi-Ticketsystem integriert. Unter dem Produkttitel „Carsharing Tirol2050“ ermöglicht die VVT-Carsharing-Card eine niederschwellige Nutzung aller Fahrzeuge der beiden größten Tiroler E-Carsharing-Anbieter und bietet Öffi-Nutzern eine bequeme Möglichkeit, die „letzte Meile“ nachhaltig und flexibel zu bewältigen. 19 Gemeinden, unter ihnen Telfs und Zirl, sind bereits an Bord, weitere Orte im Oberland sollen folgen.

Mit dem VVT-Jahres-Ticket kommt man in Tirol bereits sehr weit – aber noch nicht überall hin. Für die sogenannte „letzte Meile“ gibt es seit 1. November die Möglichkeit, „Carsharing Tirol2050“ zu nutzen. Dieses Upgrade können alle Besitzer eines Jahres-Tickets Land oder Region mit einem Mindestalter von 21 Jahren zum Preis von 100 Euro im VVT Kundencenter sowie im Online-Ticketshop von VVT oder IVB erwerben. Mit der VVT-Carsharing-Card kann man im nächsten Schritt an allen Standorten der Anbieter floMOBIL und Beecar E-Autos zu besonders günstigen Konditionen ausleihen. Zentral abgewickelt und koordiniert wird dieses neuartige Öffi-Angebot durch den Verkehrsverbund Tirol.

SO FUNKTIONIERTS. Im Upgrade, das um 100 Euro zu erwerben ist, sind bereits 20 Fahrtstunden inkludiert. Die Kilometeranzahl ist dabei immer frei. Nach den ersten 20 Stunden gilt ein Preis von vier Euro pro weiterer Stunde – unabhängig vom Fahrzeugtyp oder Betreiber und ohne Kilometertarif. Die Gültigkeitsdauer der VVT-Carsharing-Card endet zeitgleich mit der Gültigkeitsdauer des Jahres-Tickets Land oder Region. Es empfiehlt sich daher, das Upgrade gleichzeitig mit dem Kauf oder der Verlängerung des Jahres-Tickets zu erwerben, um das Angebot bestmöglich – sprich zwölf Monate – nutzen zu können. Die E-Cars selbst können dann direkt über die Apps der Betreiber floMOBIL und Beecar gebucht werden. „Carsharing Tirol2050“ wird zum Zeitpunkt seiner Einführung an 19 Stationen angeboten, ein sukzessiver weiterer Ausbau des Netzes ist in Planung und man befindet sich bereits mit mehreren Orten, unter anderem im Oberland, in Verhandlungen. LH-Stv. Ingrid Felipe über das Projekt, an dem bereits seit Jahren gefeilt wird und das in anderen Bundesländern seinesgleichen suche: „Innovative und klimafreundliche Mobilitätskonzepte eröffnen neue Chancen. Es gibt ländliche Gebiete, in denen eine Busverbindung weder effizient noch sinnvoll ist. Ziel des E-Carsharing Projekts ist es, die Mobilität der Tiroler bei gleichzeitiger Reduktion des Verkehrs zu erhöhen und dabei Ressourcen effizient zu nutzen.“

VVT ÜBERNIMMT LOGISTIK. „Im April dieses Jahres haben wir unseren neuen VVT-Ticketshop gelauncht, der als zusätzlicher Vertriebskanal den Öffi-Nutzern einen niederschwelligen und modernen Zugang zu unseren Tickets bietet. Nun können wir mit der Einbindung des Produkts ‚Carsharing Tirol2050‘ in den Ticketshop unseren Stammkunden ab 1. November zusätzlich neue Möglichkeiten der Mobilität bieten. Somit kann die ‚Last-Mile‘ in vielen Regionen Tirols umweltschonend bewältigt werden“, erklärte Alexandra Medwedeff, zuständige Projektleiterin beim Verkehrsverbund Tirol. Ursprünglicher Impulsgeber für dieses Projekt war der Verein „Energie Tirol“. Geschäftsführer Bruno Oberhuber freut sich über die Einführung: „Im Rahmen des Projekts ‚So fährt TIROL 2050‘, entstand die Idee zu einem tirolweiten E-Carsharing-Netzwerk. Mit gut 50 Autos in 19 Tiroler Gemeinden können wir jetzt mit diesem tollen Angebot an den Start gehen. Wir freuen uns aber natürlich über jeden weiteren Standort, der hinzukommt. Jenen Gemeinden, die interessiert sind mitzumachen, stehen wir gerne beratend zur Seite.“ 

KEINE TANK-, VERSICHERUNGS- ODER WARTUNGSKOSTEN. E-Carsharing hat sich vielerorts etabliert und bietet den Nutzern eine flexible und umweltfreundliche Alternative zum eigenen PKW. Bei „Carsharing Tirol2050“ entstehen den Nutzern außerdem keinerlei Tankkosten, keine Versicherungsgebühren sowie keine Kosten für Wartung oder Pflege des Fahrzeugs. Reinhard Jennewein (GF Stadtwerke Wörgl GmbH & floMOBIL) und Martin Tschurtschenthaler (Projektleiter Stadtwerke Kufstein GmbH & Beecar) wissen aus Erfahrung, dass teilnehmende Gemeinden mit 1.250 Euro netto rechnen müssen. Eine Summe, die sich durch 200 bis 240 monatliche Nutzungsstunden pro Monat amortisiert. Das entspräche im Schnitt 30 bis 40 Nutzern. Eine optimale Auslastung ließe sich durch eine Kombination aus Privat- und Firmennutzern schaffen. Weitere Infos unter: vvt.at/carsharing.

Von Beatrice Hackl

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Die Oberländer Rundschau ist die regionale Wochenzeitung für die Bezirke Imst, Landeck, Reutte und Telfs im Tiroler Oberland.