Ein Abend voll musikalischem Gold

Strahlen nach einer tollen Leistung: Keiner schaffte beim Bundesfinale von Prima la musica einer höhere Punktzahl als Bence Bubreg. RS-Foto: Gerrmann

Mitreißendes Preisträgerkonzert in der Landesmusikschule Reutte

Der König der österreichischen Nachwuchsmusiker kommt aus – Reutte! Doch nicht nur er – all seine Mitstreiter legten beim Bundesfinale des Wettbewerbs Prima la musica gewaltig Ehre fürs Außerfern ein. Wie hochkarätig sie alle sind, konnte man bei der jüngsten Auflage von „Musikschule in Concert“ erleben.

Von Jürgen Gerrmann

100 Punkte können die Juroren bei diesem musikalischen Wettstreit höchs-tens vergeben – und 98,6 erkannten sie Bence Bubreg für sein Solo mit der Klarinette zu! Das brachte ihm nicht nur einen ersten Preis mit Gold, sondern auch den Titel eines Bundessiegers. Auch beim Konzert in der Musikschule Reutte-Außerfern war sein Spiel ein Hochgenuss: Er verschmilzt förmlich mit der Musik (in diesem Fall Mozarts Klarinettenkonzert), durchdringt sie und sie durchdringt ihn. Und dazu braucht er nicht mal Noten – einfach atemberaubend! Vielleicht tritt ja einmal Paul Sandhacker in seine Fußstapfen. Mit seinen elf Jahren versteht auch er, glänzend mit der Klarinette umzugehen: „Blues for two“ brachte eine jazzige Note in den Abend. Sein Altersgenosse Levente Bubreg wiederum ist schon jetzt ein Meister des Fagotts: Als Einziger heimste er zu seinem 1. Preis noch einen Sonderpreis in seiner Altersklasse ein. Diesen Erfolg errang er mit Lokalkolorit: Beim „Außerferner Bärentreiber“ von Fritz Engel sah man Meister Petz vor dem inneren Auge durch die Straßen des Marktes tanzen. Ins Reich der Träume entführte einen wiederum Sarah Bubreg: Bei Franz Dopplers „Ungarischer Fantasie“ ließ sie mit ihrer Querflöte die Gedanken immer wieder fliegen. Dafür gab`s in der Altersklasse bis 13 Jahren einen ers-ten Preis. Ihr Bruder Martón wiederum erspielte mit seinem Solo-Saxophon einen ersten Preis mit Gold und den Bundessieg (mit 94 Punkten). Alessandro Marcellos Concerto in d-Moll faszinierte da bei jeder Note. Und Mathias Mair aus Pflach brachte mit seinem Euphonium noch spanisches Feuer nach Reutte: „El Matador“ riss einen mit. Auch dem Zauber einer ungewöhnlichen Kammermusik-Besetzung konnte man sich einfach nicht entziehen: Die vier Bubreg-Geschwister umrahmten dabei die kleine Sakura Broll am Klavier. Für diese Kombination (Fagott, Querflöte, Klarinette, Saxophon und Piano) gibt’s nicht mal Noten, und so schrieb Linda Bubreg (die sowohl beim Finale als auch beim Konzert alle Schüler am Klavier begleitete) George Gershwins „Amerikaner in Paris“ einfach um. Fantastisch! Dieser Ausdruck galt auch für das Auswahlorchester, das unter der Leitung von Peter Besler bewies, dass es für das Bundesfinale in Grafenegg ein paar Tage später bestens gerüstet war. Ein Abend voll musikalischem Gold eben.

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