„Ein äußerst reiches Arbeitsfeld“

Künstler Martin Fleisch mit seiner Gattin

Vernissage von Martin Fleisch in Schloss Landeck

Anlässlich seines 50-jährigen Betriebsjubiläums präsentiert der Landecker Malermeister Martin Fleisch seine erste Ausstellung in Landecker Schloss. Der vielseitige Künstler zeigt in „Malerei und Schrift“ einen Querschnitt seines beträchtlichen Schaffens.

Wolfgang Jörg eröffnete die Ausstellung von Martin Fleisch nicht nur als Bürgermeister, sondern auch als Schwiegersohn des Künstlers. Der Besucherandrang war enorm, und so war die Gotische Halle bis auf den letzten Platz gefüllt. Familienangehörige, Freunde und Bekannte aus Nah und Fern und auch zahlreiche Künstlerkollegen gaben dem ausstellenden Künstler die Ehre. Den Querschnitt seines Schwiegervaters präsentierte Christoph Wachter mit einem kurzen Film mit Fotos von Sabine, einer der Töchter des Künstlers. Schwiegersohn Nummer drei, Dietmar Wachter, gab einen kurzen Einblick in die Biografie des Künstlers. Martin Fleisch, geb. 1937, wuchs auf einem Hof in Stanz auf. 1966 meldete der Malermeister sein Gewerbe in Perjen an und feiert nun zugleich mit der Ausstellung auch das 50-jährige Bestehen des Malereibetriebes. 1997 übergab er seinen Betrieb in die Hände von Tochter Maria und begab sich in die wohlverdiente Pension. Künstlerische Tätigkeiten führt er nach wie vor aus.

Fester Platz im Ortsbild. Kunsthistorikerin Dr. Herta Pümpel wies in ihrer Laudatio auf das breitgefächerte und umfangreiche Arbeitsfeld des Künstlers hin, dessen Bilder, Wandmalereien und Fassadengestaltungen einem seit Jahrzehnten begleiten und täglich begegnen. Peripher und unaufdringlich, sodass man sie bewusst kaum mehr wahrnähme, doch fest verankert in der Erinnerung eines Ortes und tief verankert im Gedächtnis. Seine Arbeiten umfassen neben Bildern in unterschiedlichen Techniken Fassaden-, Tür-, und Fenstergestaltungen mittelalterlicher Häuser, u. a. in Grins, Stanz oder dem Rechelerhaus in Ladis. Die Wandmalereien, es sind teilweise Sgrafitto-Malereien, die in den nassen Putz schnell und sicher gezeichnet werden müssen, bevor die Putzschicht hart ist, würden eine anspruchsvolle Technik erfordern, erklärte Pümpel. Auch bei der Reaktivierung des Museumsvereins in den 60er-Jahren sei Martin Fleisch aktiv involviert gewesen. Die gesamte Außenfassade des Schlosses, die Innenräume und Decken wurden von Fleisch renoviert. Neben der Gestaltung von Ziffernblättern für Kirchen, insgesamt 47, zählt auch das Vergolden zu den Tätigkeiten des Künstlers, darunter auch das der Landecker Orgel. Das besondere und seltene Handwerk des Urkundenschreibens, jede einzigartig und technisch perfekt, übt Fleisch bis heute aus. „Es ist ein äußerst reiches Arbeitsfeld, das Martin Fleisch in seinem 50-jährigen Berufsleben beackerte, getragen war und ist es immer von einer bescheidenen, aber sehr konsequenten Arbeitshaltung“, schloss Pümpel ihre Laudatio. Harmonisch untermalt wurde die Eröffnung von der Perjener Blechharmonie. Die Ausstellung von Martin Fleisch ist bis 19. Juni in Schloss Landeck zu besichtigen.

Von Irmgard Pfurtscheller

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