Ein Ausnahmetalent auf zwei Rädern

Bei der Zieleinfahrt kann es auch Laura Stigger kaum glauben und lässt ihren Emotionen freien Lauf. Foto: Ernst Lorenzi

Tirol feiert Rad-Weltmeisterin Laura Stigger

Ein wahrliches Sensationsrennen bestritt das Haiminger Ausnahmetalent Laura Stigger bei der UCI Straßenrad-WM Innsbruck-Tirol 2018: Bei ihrem erst zweiten Straßenrad-Rennen holte sie sich den Junioren-Weltmeister-Titel in einem wahren Herzschlagfinale.

Von Barbara Heiss

„Damit habe ich nie und nimmer gerechnet, ich bin echt sprachlos“, sagte die neue Weltmeisterin Laura Stigger nach dem Rennen. Nach ihrem Weltmeistertitel im Mountainbike sicherte sich die Tirolerin Gold beim Straßenrennen. Damit hat sie die Erwartungen aller übertroffen und darf sich nun dreifache Weltmeisterin in verschiedenen Disziplinen nennen. Auf Platz zwei landet die Französin Marie le Net vor der Kanadierin Simone Boilard.

Große Emotionen.

Nicht nur beim Zieleinlauf kochten die Emotionen hoch – auch am Abend wurde Laura Stigger gebührend gefeiert: Ötztaler Ehrenspalier durch ihre Vereinsmitglieder, ein Jubelmeer bei ihrer Ankunft zur WM-Feier und ein herzlicher Empfang auf der Bühne von Tirols Landeshauptmann-Stellvertreter und Sportlandesrat Josef Geisler, Josef Margreiter (Geschäftsführer Tirol Werbung), Oliver Schwarz (Geschäftsführer Ötztal Tourismus) und Otto Flum, Präsident des Österreichischen Radsport-Verbandes. „Der Sieg von Laura Stigger ist das Tüpfelchen auf dem i dieser Rad-Weltmeisterschaft – damit ist der Funke der Begeisterung endgültig übergesprungen“, freute sich Geisler. Und Margreiter ergänzte: „Die erste Straßenweltmeisterin Österreichs gewinnt in Tirol und kommt auch aus Tirol – das ist wunderbar.“ „Das Rennen von Laura Stigger war Emotion pur – und auch für das Ötztal ein großer Gewinn. Das wird sich fortsetzen und am Sonntag seinen Höhepunkt finden“, resümierte auch Schwarz.

Das erste Statement.

„Ich kann es nicht glauben. Mir haben die Beine gebrannt und schön langsam haben auch Krämpfe eingesetzt. Ich habe einfach alles gegeben – unglaublich, dass das geklappt hat. Das war heute ein perfektes Rennen. Ich hab das Hinterrad der Mädchen vor mir fixiert und habe Gas gegeben. In den Anstiegen bin ich immer vorne in der Spitzengruppe mitgefahren. Als ich dann weggezogen bin, haben Gott sei Dank zwei Mädchen mitgehalten. Ich wollte nämlich nicht unbedingt alleine vorne wegfahren. Zum Schluss ist es so spannend geworden. Ich habe einfach nur mein bestes gegeben – habe die Augen zugemacht und getreten wie ich konnte. Ich bin sprachlos. Ich hätte mir auch nie gedacht, dass die Taktik aufgeht und ich bis zum Schluss durchhalten kann. Das heimische Publikum hat mich so gepusht – die haben mich so unglaublich motiviert. Vielen Dank allen Fans, die mich unterstützt haben.“, so Stigger.

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