Ein Dach für die „ARGE Tiroler Altenheime“

Verena Herbst leitet seit dem 1. März die neue Geschäftsstelle am Dorfplatz 1 in Zirl. RS-Foto: Schnöll

Neue Geschäftsstelle in Zirl soll für Personal von 88 Alten- und Pflegewohnheimen eine Informations-Drehscheibe sein

Die „ARGE Tiroler Altenheime“ gibt  es seit mittlerweile 30 Jahren und sie ist die Dachorganisation aller landesweiten 88 Alten- und Pflegeheime. „Bis jetzt wurden alle Aufgaben vom privaten Bereich aus erledigt. Um das Aufgabenspektrum noch besser bewältigen zu können, haben wir nun am Dorfplatz 1 in Zirl die Geschäftsstelle eröffnet“, freute sich „ARGE Tiroler Altenheime“-Obmann Robert Kaufmann am vergangenen Donnerstag bei der offiziellen Eröffnungsfeier, die mit einem „Tag der offenen Tür“ verbunden war.

In Tirols Alten- und Pflegeheimen werden derzeit an die 6.500 Menschen von rund 3.750 Pflegekräften betreut, weitere 1.450 Leute sind in wirtschaftlichen Bereichen tätig. „Tirol ist das einzige Bundesland, in dem alle Alten- und Pflegeheime Mitglied des Dachverbandes sind. Das ist ein guter Rückhalt und bringt ein gewisses Maß an Stärke. Es birgt aber auch Herausforderungen, die die ehrenamtlichen Strukturen in der ARGE an Grenzen stoßen lassen. Deshalb war es mehr als nur notwendig, eine Anlaufstelle für alle Mitgliedsheime zu schaffen,  von der aus an die Pflegekräfte und Heimleitungen wichtige Informationen fließen und von der auch Schulungen, Kongresse, Symposien etc. angeboten werden“, so Kaufmann.

DEMENZ IM VORMARSCH. Die Geschäftsstelle in Zirl wird übrigens von Verena Herbst geleitet. Sie ist die Ansprechperson für Pflegekräfte und HeimleiterInnen. „Nicht aber für Privatpersonen, die zum Beispiel Auskünfte über Unterbringungsmöglichkeiten eines bzw. einer Angehörigen in einem Heim einholen wollen. Derartige Auskünfte gibt es in den regionalen Einrichtungen“, ergänzt Kaufmann.  Die Altenpflege bezeichnet der „ARGE Tiroler Altenheime“-Obmann als einen wichtigen Partner der Gemeinden und der Wirtschaft. „Für viele Kommunen sind unsere Alten- und Pflegeheime bereits ein wichtiger Arbeitgeber und auch viele Handwerksbetriebe und  Nahversorgungsbetriebe profitieren davon!“ In den nächsten Jahrzehnten wird es in Tirol wohl noch weitere Alten- und Pflegeheime brauchen. „Die Ausbildung von Pflegekräften wird immer wichtiger und es ist wichtig, gut ausgebildete MitarbeiterInnen zu halten und neues Pflegepersonal zu erhalten. Die Lebenserwartung bei den Menschen steigt, damit nimmt auch die Zahl der Pflegebedürftigten zu. Gerade im Bereich der Demenz gibt es immer mehr Pflegefälle. Das wird das Betreuungspersonal und die Heimstrukturen in Zukunft vor große Herausforderungen stellen“, prognostiziert „ARGE Tiroler Altenheime“-Vorstandsmitglied Reinhard Griener, der auch Prokurist und Qualitätsmanager bei der Innsbrucker Soziale Dienste GmbH ist.

MANCHMAL PFLEGEBETTEN-MANGEL. Einen Mangel an Pflegeheimbetten gibt es laut Paul Barbist, dem Heimleiter des Seniorenzentrums Reutte, sporadisch im Außerfern. „Es kommt ab und zuvor, dass wir in Alten- oder Pflegeheimen außerhalb unseres Bezirks um einen Betreuungsplatz anfragen müssen!“ Hauptgrund sei der, dass alte Menschen die Talschaften wie zum Beispiel das  Tannheimertal nicht verlassen und zu Hause gepflegt werden wollen. Das führe mitunter dazu, dass, wenn dann doch plötzlich ein Heimplatz gebraucht werde, die Bettenkapazität erschöpft ist und man sich nach Unterbringungsmöglichkeiten außerhalb des Außerferns umsehen müsse.

INFOS: Die Geschäftsstelle in Zirl ist von Mo. bis Do. von 8 Uhr bis 11 Uhr unter Tel. 05238 520 47 erreichbar. E-Mail: v.herbst@arge-tiroler-altenheime.at; Hompage: www.arge-tiroler-altenheime.at

Freuen sich über die neue Geschäftsstelle in Zirl: V.l. Paul Barbist (Heimleiter Seniorenzentrum Reutte), Arnold Schett (GF Barmherzige Schwestern Innsbruck GmbH), Hannelore Röck (Prokuristin und Regionalmanagerin Humanocare GmbH), Reinhard Griener (Prokurist und Qualitätsmanager Innsbrucker Soziale Dienste), ARGE-Obmann Robert Kaufmann, Hubert Innerebner (GF Innsbrucker Soziale Dienste). RS-Foto: Schnöll