Ein gutes finanzielles Polster für den Ernstfall

Zum gemeinsamen Foto stellten sich die Beförderten und Geehrten (Mitte) zusammen mit dem Bezirkskommando sowie Bundesratspräsidentin Sonja Ledl-Rossmann und LFI Alfons Gruber (r.). RS-Fotos: Claus

Aufgaben der Feuerwehr umschließen mittlerweile ein umfangreiches Tätigkeitsgebiet

Der 118. Bezirks-Feuerwehrtag, diesmal in der Hahnenkammhalle Höfen, war entgegen den üblichen Gepflogenheiten nach gut zwei Stunden vorbei. „Des hot ma d’rvo, wenn ma kuan Pfarrer hot“, stellte Bezirksfeuerwehrkommandant Dietmar Berktold schmunzelnd fest. Er konnte eine ganze Reihe Prominenz, unter ihnen die Bundesratspräsidentin Sonja Ledl-Rossmann, LA Maria Zwölfer, Bezirkshauptmann Konrad Geisler, Landesfeuerwehrinspektor (LFI) Alfons Gruber sowie den Hausherrn, Höfens Bürgermeister Vinzenz Knapp, begrüßen.

In kurzen Worten betonte dieser, dass die Aufgaben der Feuerwehr mittlerweile ein umfangreiches Tätigkeitsgebiet umschließen. „Dafür müssen wir diesen engagierten Menschen und Spezialisten das entsprechende Rüstzeug an die Hand geben.“ Das gut gewirtschaftet wurde, verdeut-lichte der Kassabericht von Markus Obergschwandtner. Der ausgeglichene Haushaltsbericht wies ein gutes finanzielles Polster auf, sodass man für den Ernstfall gewappnet ist. Ihm und dem gesamten Bezirksausschuss wurde von der Versammlung einstimmig die Entlastung erteilt.
Der Mannschaftsstand von 2946 Aktiven (1761), Reserve (1016) und Jugend (169) ist nach den Worten von BFK Berktold zufriedenstellend. Er berichtete von vielen Aktivitäten u.a. dem Wissenstest der Jugend in Vils, dem Nassleistungswettbewerb der Jugend und den Aktiven in Lechaschau sowie dem Blaulichttag. Auch überregional war man an verschiedenen Wettbewerben mit zum Teil guten Erfolgen beteiligt. Als Erfolg wertete er auch die Teilnahme der Feuerwehrjugend bei der Friedenslichtaktion; der Erlös von Euro 430 konnte an den Landesfeuerwehrverband überwiesen werden. Apropos Jugend: derzeit sind 18 Jugendfeuerwehren im Bezirk Reutte mit 169 Mitgliedern (47 Mädchen, 122 Buben) aktiv. Stellvertreter Wolfgang Storf berichtete über diverse Lehrgänge, die nach seinen Worten viel zu wenig genutzt werden. „Oftmals kurzfristige Absagen sind nicht nur ärgerlich, sondern auch ein bisschen merkwürdig“, bemängelte Storf. Fleißigster Kursteilnehmer war Reutte vor Ehrwald und Höfen.

Professionelle Arbeit. BFI Konrad Müller berichtete von 757 Einsätzen und 136 Übungen im Jahr 2016. „Ein bisschen weniger als 2015, aber das sagt gar nichts aus“, so Müller. Oftmals große Herausforderungen wurden souverän abgearbeitet, wobei psychische und technische Anforderungen von den Einsatzkräften alles abverlangt hatten. Dies galt nicht nur bei diversen Brandeinsätzen, sondern im besonderen Maß bei einer ganzen Serie von Verkehrsunfällen. Er lobte das professionelle Arbeiten – oft an der Grenze der Leistungsfähigkeit – und dankte in diesem Zusammenhang auch den Arbeitgebern, die Einsätze während der Arbeitszeit tolerieren. Er erinnerte auch an die unkomplizierte und wertvolle Hilfe beim Katastropheneinsatz im September, anlässlich des Hochwassers in Grins, an dem elf Außerferner Wehren im Einsatz waren. Insgesamt rückten im abgelaufenen Jahr 5479 Frauen und Männer aus und leisteten dabei 8796 Einsatzstunden. Im Rahmen der Neu- und Ersatzanschaffungen wurden von den Gemeinden Euro 1.330.000 aufgewendet, wobei rund  Euro 710.000 an Beihilfen gewährt wurden. LFI Gruber sagte, dass sich manche Florianijünger immer wieder die Frage stellen: „Warum tue ich mir den Feuerwehrdienst an?” Denen antworte er: „Es ist die Bereitschaft jedes einzelnen, für die Sicherheit der Gesellschaft Verantwortung zu übernehmen.“ Er dankte den Kommunen, dass sie die finanziellen Mittel zur Verfügung stellen, damit die Feuerwehr optimal ausgerüstet ihre Einsätze absolvieren kann. Bezirkshauptmann Konrad Geisler betonte, dass die Einsätze nicht nur unverzichtbar, sondern auch unbezahlbar sind: „Dafür kann man nur ‚Danke’ sagen.“ Im Namen der Blaulichtorganisationen dankte KontrInsp Robert Wehrmeister für die gute Zusammenarbeit innerhalb der Organisationen und Bundesratspräsidentin Sonja Ledl-Rossmann war beeindruckt von der Vielzahl der Einsätze: „Das Engagement der Feuerwehr ist nicht selbstverständlich und so mancher Einsatz ist sicher nur schwer zu verarbeiten.“ Sie plädierte dafür, auf die Erfahrungen von aus Altersgründen ausgeschiedenen Feuerwehrmännern zurückzugreifen, da dies nicht nur den Zusammenhalt zwischen Alt und Jung fördere – auf deren Wertigkeit und Wichtigkeit sei  für die Zukunft nicht zu verzichten.
Beförderungen/ Auszeichnungen. Zum Oberbrandinspektor (OBI): Simon Ginther (Stanzach) und Hanspeter Moll (Kaisers). Zum Brandinspektor (BI): Christoph Larcher (Elmen), Robert Wolf (Gramais), Daniele Abraham (Pinswang) und Patrick Gamper (Stanzach). Verdienstzeichen des LFV/Stufe IV/Bronze: OBI Bernhard Köck (Lermoos), OBI Peter Schädle (Grän) und OBI Markus Gasser (Biberwier).

Von Uwe Claus

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