Ein Jahr Koch Media und THQ

Dem Geschäftsführer stehen drei Prokuristen zur Seite, u.a. Thorsten Babl (Bild) im Controlling. RS-Foto: Weber

Muttergesellschaft bringt weitere 225 Millionen US-Dollar  für Investitionen in die Unternehmensentwicklung auf

 

Nach dem Kauf der Warehouse Studios in Prag schießt Koch Media über die zu erwartende Wachstumsperzentile hinaus. Die positive Geschäftsentwicklung reißt nicht ab, als „Zuckerl“ zum ersten Geburtstag spendiert der schwedische Konzern eine beachtliche Summe für weitere Investitionen.

Von Michaela Weber

Das 2003 gegründete Unternehmen Koch Media zählt zu den führenden Vermarktern von digitalen Unterhaltungsprodukten in Europa und den USA, die Außerferner Firma steht im Ranking auf Platz eins der Branche in Europa. Unter dem Label „Deep Silver“ entwickelt und vertreibt das Unternehmen Computerspiele für PC, Konsolen und mobile Endgeräte, sowohl als physisches Produkt, als auch auf digitalen Vertriebsplattformen. Neben Software- und Gamesprodukten befinden sich auch einige Film- und Kinolizenzen im Programm. Im Frühjahr 2018 setzte sich Firmengründer Franz Koch zur Ruhe und verkaufte an die schwedische THQ Nordic AB.

Gemeinsam hochprofitabel.

„Die Übernahme von Koch Media durch das börsenorientierte Unternehmen THQ war ein strategischer Schritt mit Weitblick, den der Markt sehr positiv aufgenommen hat“, weiß Reinhard Gratl, Geschäftsführer von Koch Media, zu berichten. Zwei Tage nach dem Unternehmenskauf stiegen die Aktien von THQ um 40 Prozent. „Die Schweden haben großen Respekt vor unseren Mitarbeitern und unserer Firmenideologie, die Zusammenarbeit ist sehr gut“, so Gratl.

Durch die Übernahme konnte THQ seine Umsätze vervielfachen. Mit rund 400 Millionen Euro vermehrten sich die Umsätze im Jahr 2018 auf das Achtfache im Vergleich zu 2017, als Koch Media noch kein Bestandteil des schwedischen Konzerns war.

Firmenzuwachs in Prag und Australien.

Kontinuierlich steigt das positive Umsatzwachstum. Koch Media war durch den Vertrieb des Spiels „Kingdom come: Deliverance“ mit der Betriebsstruktur und der Arbeitsweise der Warehouse Studios in Prag vertraut. Für den 100prozentigen Erwerb musste die Höfener Firma tief in die Tasche greifen – 42,8 Millionen Euro! Wohl vergeblich wird man nach einer Buchungszeile mit einem annähernd hohen Überweisungsbetrag in Finanzbüchern der heimischen Unternehmen suchen. Der Kauf ging laut Geschäftsführer schnell über die Bühne.  Die Entwicklung der weiteren Spiele und die Auslieferung in Prag bleiben dort. Bestellungen, Lizenzabwicklung und die  Geschäftsabschlüsse (aller Koch Media Geschäftsstellen) gehen über die Schreibtische der Mitarbeiter in Höfen. Nicht gerade ein Kinderspiel bei Jahresumsatzzahlen im dreistelligen Euromillionenbereich. Im Unterschied zu einem Familienunternehmen muss die Abwicklung bei Börsenorientierung sehr schnell gehen. Noch einmal knappe 4 Millionen Australische Dollar bezahlte Koch Media für einen Verlagspartner im Känguruland. „18Point2“ liegt auf Platz sechs im australischen Markt und stellt ein wichtiges Potential für den Weiterausbau auf diesem Kontinent dar.

Wachstum.

Die rasante Entwicklung schlägt sich positiv auf den Hauptstandort Höfen und den heimischen Arbeitsmarkt nieder. Wachstum bedeutet mehr Arbeitsplätze,  der Digitalvermarkter benötigt Arbeitskräfte in allen Bereichen. Gratl sieht dies als Chance für junge Menschen Karriere zu machen, das Betätigungsfeld ist vielfältig. Er erzählt mit Freude und Stolz von der Entwicklung der Mitarbeiter und die aussichtsreichen Aufstiegschancen. Durch die breite Vernetzung besteht die Möglichkeit, weltweit auf dem neuesten Stand der Entwicklung zu arbeiten. Gratl begleitet Mitarbeiter, die den Schritt ins Ausland wagen. Sebastian Höller wagte sich über den „großen Teich“ nach Chicago. Der damals 23-jährige Mann absolvierte schon seine Lehre im Firmenstandort Höfen. Er ergriff die Chance, Erfahrung im amerikanischen Koch Media Firmensitz zu machen und stellte dort seine Manpower. Erfolgsgeschichten wie diese gibt es viele. „Solche Mitarbeiter stärken unser Unternehmen. Es freut mich zu sehen, welche persönliche und berufliche Entwicklung die Leute in unserer Firma machen. Nur ungern ließen die Amerikaner Sebastian gehen“, erzählt der Geschäftsführer.

„Alle reden von Digitalisierung, wir haben ein digitales Produkt, hinter dem Emotionen stehen“, erklärt Gratl.

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