Ein Künstler – zwei Instrumente

Beim Stück „Abend im Hochgebirge“ spielt eine Adlerfeder eine wichtige Rolle. RS-Foto: Chauvin

Herrliche Klänge in der Seitenkapelle von St. Peter und Paul in Breitenwang

Zum wiederholten Male konzertierte der Münchner Konzertgitarrist und Komponist Stephan Stiens (1961) im Außerfern und im Allgäu.

Von Claudia Chauvin

Für diese Konzerte sucht er sich die herrlichen Kirchen und Kapellen dieser Region aus. Sein Repertoire umfasst wesentliche Werke aus allen Epochen. Das sensible Spiel des Künstlers passt wunderbar in die Pracht oder auch die Einfachheit der Gotteshäuser.
In diesem Jahr ist Stephan Stiens erstmals auch mit einer Renaissance-Laute zu hören. Für dieses höchst interessante Instrument hat er fünf Phantasien von John Dowland (1562–1626) ausgesucht. Dowland gilt als der wichtigste Komponist für Lautenmusik. Sehr melancholisch waren diese Stücke aus der Elisabethanischen Zeit. Dowlands Musik gehöhrt zu den anspruchsvollsten und ausgereiftesten für die Renaissance-Laute und gehört heute zum festen Repertoire nahezu aller Lautenisten und klassischen Gitarristen. Einen schönen Gegensatz erzeugte Stiens mit einem eigens für ihn komponierten Werk von Robert F. Schneider (1966), „Vanished days – Abend im Hochgebirge“. Hierbei kommt sogar teilweise eine Adlerfeder anstelle der Finger zum Einsatz.
Ganz interessant war im zweiten Teil, als der Künstler zur Gitarre wechselte, das Werk von J. S. Bach (1685–1750), „Partita I, h-Moll BWV 1002“ Hier stellte er den vier Sätzen Allemanda, Corrente, Sarabande und Tempo di Borea jeweils eine Kompositionen aus dem Gitarrenrepertoire gegenüber.
Im letzten Teil erklang kontemporäre Musik des englischen Komponisten Sir William Walton (1902–1983), „Five Bagatelles for Guitar“. Auch diese und die zwei Zugaben, ein venezolanischer Walzer von Antonio Lauro (1917–1986) und ein Wiegenlied von Reginald Smith Brindle (1917–2003) begeisterten die Musikfreunde, die mit Beifall nicht sparten.
Stiens spielte in der Rochus Kapelle Biberwier, in der Rokokokirche St. Ulrich in Seeg und in der Pfarrkirche Sankt Nikolaus in Pfronten. Das dritte Konzert im Außerfern gibt der Künstler am Samstag, 4. August 2018, um 20 Uhr in der St. Anna Kirche in Vils.

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