Ein Leben ganz der Jugend gewidmet

Franz Gabl mit seiner Tochter Margit, die sich mit ihrem Mann Heinrich um den Pensionisten kümmert und ihn so oft wie möglich besucht, erinnert sich an die vielen Termine und Treffen, die ihr Vater besuchte. RS-Foto: Burger

Ein Pitztaler, der sich für die Jugendförderung stark machte

Nicht nur die vielen Urkunden an der Wand zeugen von dem unermüdlichen Einsatz von Franz Gabl, die Jugend sportlich und musikalisch zu motivieren. Trotz seiner 90 Jahre und eines Schlaganfalles im Jahr 2017 sieht man dem Pitztaler die Zufriedenheit und den Stolz über das Erreichte in seinem Leben an.

Von Mel Burger

Als Sohn einer Bauersfamilie wurde er am 31. Oktober 1927 in Wenns geboren und wuchs mit seinen zwei Schwestern und zwei Brüdern auf. Schon im jungen Alter von 16 Jahren musste er zum Wehrertüchtigungslager einrücken. Seinen Dienst trat er an der Grenze in der Oststeiermark an. Im April 1945 gelang ihm die gefährliche Flucht nach Hause. Direkt nach der Front fasste er den Mut, sich für die Lehrerausbildung nach Innsbruck zu begeben. Damals war es nur sehr wenigen am Land möglich den Beruf des Lehrers oder eines Priesters zu erlernen.

Glückliche Ehe.

Seinem Schwiegersohn Heinrich Matt, mit dem er gern über Vergangenes redet, erzählte er von seinem ersten Treffen mit seiner Frau, die er im Kirchenchor Wenns kennenlernte. Schon damals wusste er genau, wie sein Leben verlaufen sollte und wollte mit der Tatsache, dass er das Lehramt anstrebt, auf die hübsche Elsa Eindruck machen. Irgendwie muss Franz dies gelungen sein, denn Elsa Gabl, geborene Hackl, und er waren über 65 Jahre verheiratet, bis sie leider im Alter von 87 Jahren in diesem Sommer verstarb. Seine Lehrerlaufbahn begann er 1951 in Bruggen bei Längenfeld, doch schon ein Jahr später durfte er an die Volksschule Arzl wechseln, wo er dann auch nach der Hochzeit mit Elsa wohnte. Im Jahre 1956 wurde er Direktor der Volksschule Arzl und beteiligte sich anschließend am Neubau des neuen Schulhauses. 1982 wurde ihm schließlich vom Land Tirol der Titel des Oberschulrates verliehen.

Jugendförderung.

Neben der ernsten schulischen Tätigkeit fing er schon früh an, viele Jugendliche musikalisch wie auch sportlich zu unterstützen. Er selbst, der seit seinem zwölften Lebensjahr im Kirchenchor Wenns mitsang, war Mitbegründer der Musikschule Pitztal. Seine Familie musste oft auf ihn verzichten, da er nicht nur in den verschiedenen Musikkapellen tätig war, sondern auch im Pfarrgemeinderat und 1968 sogar im Gemeinderat mithalf. Auch als Kapellmeister war ihm die Jugendarbeit sehr wichtig und er half bei der Anwerbung vieler junger Musiker. Als leidenschaftlicher Skifahrer wollte er auch den alpinen Skisport für Jugendliche in seinem Dorf und dem ganzen Pitztal attraktiver machen. So veranstaltete er auch das bekannte regionale Plattenrainpokalrennen und organisierte viele Skikurse und Schülerrennen. Damit nicht genug war er auch Mitbegründer des Arzler Sportvereins mit den Sportarten Fußball, Tischtennis, Leichtathletik, Rodeln und Skifahren. Seine Bemühungen wurden stets geehrt, so erhielt er zum Beispiel das goldene Ehrenabzeichen des ASVÖ, die Vereinsnadel der Tiroler Landesregierung und das goldene Ehrenabzeichen der Gemeinde Arzl. Trotz seiner strengen Richtlinien lag ihm die Förderung der Jugend sehr am Herzen und er schaut auf ein sehr aufregendes Leben zurück.

Sogar alte Schulfotos finden einen wichtigen Platz an seinen Wänden und erinnern auch an die harten damaligen Zeiten. RS-Fotos/Repro: Burger

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