Ein neuer bester Freund

Paul leidet an Diabetes Typ I. Sein größter Wunsch ist ein Diabeteswarnhund

Der 13-jährige Paul Eiter aus dem Pitztal sammelt Spenden für einen Diabeteswarnhund

Er ist 13 Jahre alt und kaum zu bremsen: Sei es beim Skifahren für den SC St. Leonhard, beim Fußballspielen, bei Marathon- oder Hochgebirgsläufen – Paul ist nicht aufzuhalten. Allerdings muss er dann doch hin und wieder eine Pause einlegen, seine Gesundheit zwingt ihn dazu. Paul leidet an Diabetes Typ I.

„Manchmal ist es schon lästig“, erzählt der tapfere 13-Jährige, wenn er zum Beispiel beim Fußballspielen zurück auf die Ersatzbank muss, weil sich Unterzucker bemerkbar macht. Dann muss er eine Pause einlegen, etwas essen und warten – warten, bis der Zuckerspiegel wieder normal ist.
Pauls Eltern, Doris und Ernst Eiter aus dem Pitztal, bemerkten, als Paul etwa zweieinhalb Jahre alt war, dass mit ihrem Sohn etwas nicht in Ordnung sein kann. Er hatte Durst – ständig Durst und trank Unmengen. Sie suchten einen Arzt auf und dieser äußerte sofort den Verdacht auf Diabetes Typ I. Nächster Halt war das Krankenhaus St. Vinzenz in Zams und dort wurde aus dem Verdacht eine tatsächliche Diagnose. „Das war ein Schock“, erinnert sich Papa Ernst. Allerdings wurden sie im Zammer Krankenheus sehr gut beraten und umsorgt und der anfängliche Schock wich beiseite.
Das mehrmals tägliche und auch nächtliche Zuckermessen und Insulinspritzen wurde irgendwann zur Routine. Als Paul in die Schule kam, erhielt er eine Insulinpumpe. Diese handhabt er selbst, weiß, wie man alles einstellt, berechnet die Einheiten selbst bzw. weiß, wie er sich bei Unterzucker verhalten muss. Gefährlich ist die Nacht. Während des Schlafs würde Paul den Unterzucker nicht bemerken, deshalb misst Mama Doris zweimal pro Nacht den Zuckerspiegel ihres Sohnes, um auf Unter-, aber auch Überzucker reagieren zu können.

PAULS SEHNLICHSTER WUNSCH. An dieser Stelle kommt nun Pauls sehnlichster Wunsch ins Spiel: Ein Diabeteswarnhund. Dieser könnte vor allem nachts dafür sorgen, dass Pauls Mama nach mehr als einem Jahrzehnt wieder durchschlafen könnte und Paul getrost und entspannt träumen darf. Ein Diabeteswarnhund nimmt nämlich über den Atem des Betroffenen wahr, ob gefährlicher Unter- oder Überzucker vorliegt und schlägt Alarm.
Um aus einem gewöhnlichen Vierbeiner einen Diabeteswarnhund (DWH) zu machen, bedarf es einer professionellen Ausbildung – und die ist nicht billig. Die Kosten für einen ausgebildeten Diabeteswarnhund belaufen sich auf etwa 25.000 Euro.

DER WEG ZUM DHW. Das Animal Training Center (kurz ATC) in Rohrbach-Steinberg in der Steiermark bildet solche Hunde aus. Paul und seine Familie haben das Zentrum bereits besucht. Nicht ohne weiteres wird man Anwärter auf einen Diabeteswarnhund – die Rahmenbedingungen müssen stimmen – doch Paul und seine Familie haben es geschafft. Im September 2015 haben die Welpen von erfahrenen Diabeteswarnhunden das Licht der Welt erblickt und im Juli 2016 wird beim vierbeinigen Nachwuchs auf Herz und Nieren getestet, welche der Hunde die Voraussetzungen für die Ausbildung zum DWH mitbringen. Paul hat die Rasselbande beim Besuch in der Steiermark bereits kennengelernt. Auf die Frage, ob er dabei schon einen Hund gesehen habe, der ihm besonders gut gefallen würde, anwortete er: „Da gab es einen, den Ernestino, der hat mir gut gefallen, aber ich darf mich nicht auf einen Hund versteifen, denn wenn dieser nicht als Diabeteswarnhund geeignet ist, dann bricht es mir das Herz“. Wenn fest steht, welche Hunde zum DWH ausgebildet werden können, fahren Paul und seine Familie wieder in die Steiermark. Dann wird geschaut, welcher Hund und welches Kind am besten zueinander passen, und dann geht“s los mit der Ausbildung. Wenn alles klappt und Paul das nötige Geld zusammen bekommt, könnte der vierbeinige Helfer bereits zwischen Ende September und Dezember diesen Jahres ins Pitztal kommen. Paul sagt, er würde sich nicht nur darauf freuen, einen Diabetswarnhund, sondern vor allem auch einen neuen besten Freund zu bekommen.

SPENDENAUFRUF. Schon vor drei Jahren durfte die RUNDSCHAU einer Familie aus Imsterberg behilflich sein, Spenden für einen DWH für die damals dreieinhalbjährige Sarah zu sammeln. Die RS-LeserInnen haben hier einen überaus großen Beitrag geleistet. Heute bittet die RUNDSCHAU wieder, dass sich möglichst viele am Spendenaufruf für Paul beteiligen.

RS-Info:
Paul ist auch via Facebook zu erreichen unter www.facebook.com/diabeteswarnhundfur.paul. Wer mehr über das Animal Traing Center erfahren möchte, kann auf der Homepage www.animaltrainingcenter.at vorbeischauen.

Spendenaufruf
Mit Spenden auf das Spendenkonto bei der Raiffeisenbank Pitztal – lautend auf Spendenkonto „Diabetes Warnhund“; IBAN: AT883635300000211086; BIC: RZTIAT22353 – kann Paul geholfen werden. Jeder Euro zählt!