Ein Stall-Schwarzbau beschäftigt den Gemeinderat

Im März-Gemeinderat wird eine Entscheidung gefällt, wie es mit dem Schwarzbau in Lafairs weitergeht. RS-Foto: Tiefenbacher

Pfunds: Bauausschuss soll Lösungsvorschlag erarbeiten

 

Ein Stall-Schwarzbau sorgt derzeit in Pfunds für Diskussionen. Vergangenen Mittwoch beauftragte der Gemeinderat den Bauausschuss an einer Lösung zu arbeiten.

 

Von Herbert Tiefenbacher

 

Eigentlich ist die Vorgangsweise des Bauherrn, der in Pfunds Gemeinderat und Mitglied des Bauausschusses ist, unverständlich. Dieses Grundstück in Lafairs, auf dem er den Schwarzbau errichtete, wäre laut Bürgermeister Rupert Schuch-ter ohnehin bebaubar gewesen. Hätte der Bauherr die Planunterlagen eingereicht, wäre der Haflinger-Stallbau genehmigt worden und er hätte wahrscheinlich nicht noch ein zusätzliches Problem geschaffen: Dieses liegt darin, dass das Gebäude an einer Stelle zu hoch ist und die geltende Vorschrift hinsichtlich des Abstandes zum Nachbarn nicht eingehalten wurde.

 

ANZEIGE ERSTATTET. Einiges Kopfschütteln hervorgerufen hatte das Verhalten des Bauherrn, als ihm Bgm. Schuchter bei Bekanntwerden des Schwarzbaus den Bau zuerst mündlich und danach per Bescheid einstellte. Auf die bürgermeisterliche Aufforderung reagierte der Bauherr nicht. Ebenso negierte er die polizeilichen Aufforderungen, die Arbeiten einzustellen. „Ich habe den Bauherrn dann noch einmal gewarnt, sollte er trotz Bauverbot weitermachen, werde ich bei der Bezirkshauptmannschaft Landeck eine Anzeige erstatten“, wird Bgm. Schuch-ter im Gemeinderatsprotokoll vom 25. Jänner 2017 zitiert. Da sich der Bauherr nicht einsichtig zeigte, ist dieser Schritt erfolgt.

 

ZWEI MÖGLICHKEITEN. Für den Bauherrn spricht, dass er Fehler eingestanden und sich beim Bürgermeister und den Gemeinderäten entschuldigt hat. Laut Protokoll sagte er: „Mit den Konsequenzen muss ich nun leben. Ich kann mich nur bei jedem einzelnen entschuldigen. Ich habe alle Arbeiten eingestellt und werde warten, bis das Verfahren ordnungsgemäß abgewickelt ist. Aus diesem Grund bitte ich auch den Gemeinderat, eine gemeinsame Lösung zu finden.“ Hier knüpfte Bgm. Rupert Schuchter in der Gemeinderatssitzung vergangener Woche an. „Es ist jetzt Zeit, das Objekt in einen gesetzlichen Zustand zu bringen.“ Hier gebe es zwei Möglichkeiten: entweder das Objekt nach der Tiroler Bauordnung einzureichen oder eine Bebauungsplan-änderung vorzunehmen. Wird die erste Option gewählt, hieße das, es muss zurückgebaut werden, weil das Gebäude zu hoch und der Abstand zum Nachbarn zu gering ist. Bei der zweiten Option (Bebauungsplanänderung) könnten die Mängel repariert und eine Genehmigung herbeigeführt werden. „Zu einer solchen Lösung hätten sich die Nachbarn bereit erklärt“, informierte Schuch-ter.

 

LÖSUNG ERARBEITEN. Der Pfundser Bürgermeister ließ den Gemeinderat darüber aber nicht abstimmen. Er vertagte diesen Tagesordnungspunkt. Er will keinen Schnellschuss machen. Der Fall wurde dem Bauausschuss zur umfassenden Aufbereitung des Themas zugewiesen. Das heißt: Dieses Gremium soll bis zur nächsten Gemeinderatssitzung mit dem Raumplaner und Bausachverständigen eine zufriedenstellende und gesetzlich saubere Lösung erarbeiten. „Mir ist wichtig, dass sich der Gemeinderat bei der Abstimmung sicher sein kann“, betonte Bgm. Schuchter. Mit dieser Vorgehensweise war der Pfundser Gemeinderat einverstanden. Der „sündige“ Mandatar selbst war bei der Sitzung nicht anwesend. Die Bezirkshauptmannschaft Landeck hat hierzu noch keine Entscheidung gefällt.

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