Ein Überblick von 2017 bis 2019

Die Gemeindeversammlung fand reges Interesse. Anregungen gingen dahin, Finanzierungsmöglichkeiten seitens Europäischer Union nach allen Möglichkeiten zu nutzen. RS-Foto: Bundschuh

Gemeindeversammlung Nassereith: Ansprechend aufbereitet, strukturiert, informativ und mit entsprechendem Zahlenmaterial

Starkes Lampenfieber dürfte dem Auftritt des Nassereither Bürgermeisters nicht vorangegangen sein. Der Rückblick auf die vergangenen Jahre und die Vorschau auf 2019 stand im Zeichen sowohl zahlreicher als auch umfangreicher Projekte in der Fernpassgemeinde. Allem voran der durchaus gelungene Umbau der „alten Raika“ um 900.000 Euro zum nunmehr erfreulich zentral gelegenen neuen Gemeindeamt.

Von Peter Bundschuh

Der Gemeindebauhof befindet sich im Stadium der Fertigstellung. Die 850.000 Euro für dieses Vorhaben konnten aus eigener Finanzkraft, also dem ordentlichen Haushalt, ohne Kreditaufnahme „gestemmt“ werden und das bei tendenziell sinkendem Schuldenstand. Dazu soll das Vorhaben „nutzerfreundlicher Recyclinghof samt Überdachung“ im kommenden Jahr verwirklicht werden.

Wohnbau zwischen Siedlungs- und Genossenschaftsprojekt.

Auch die steigende Einwohnerzahl des Ortes motivierte zur Erweiterung der St. Wendelin-Siedlung. Nunmehr liegen alle Genehmigungen vor, acht der elf Bauplätze sind vergeben und zwei weitere reserviert. Des Weiteren soll der Baubeginn der ersten 24 von geplanten 48 Wohneinheiten durch die GHS (Gemeinnützige Hauptgenossenschaft des Siedlerbundes) im kommenden Frühjahr erfolgen. Die RUNDSCHAU hat berichtet.

Mobilität, Sport und Freizeit.

Das Nassereither Seniorentaxi wird rege beansprucht und das „Radl“ der ehrenamtlichen Taxler läuft rund. Den im Sommer eröffneten Themen-Kinderspielplatz „Klettern“ samt Grillplatz darf sich die Gemeinde als vollen Erfolg zuschreiben. Mit knapp zwei Millionen Euro Gesamtkosten wird sich wohl die Revitalisierung im Gurgltal samt Nassereith-Anteil des Radweges niederschlagen. Dafür entsteht aber ein Naherholungsgebiet von höchster Qualität für Einheimische und Gäste. Der Ortskern verfügt über gute Lage und Ausbaupotential. Dazu soll nach der Fåsnåcht ein eigenes Bürgerbeteiligungsverfahren angesetzt werden. Lob und Anerkennung seitens Bürgermeisters gab es für die umfangreichen Aktivitäten des Vereins „Dorf(er)leben Nassereith“ mit Computeria, Jugendraum und „Bücherbaum“, um nur einige zu nennen.

Als „e5“-Gemeinde im Aufwind.

Für das kommende Jahr stehen Pläne in Richtung Umweltschutz und Energieeffizienz an. Nassereith betreibt keine „Kirchturmpolitik“, sondern widmet sich auch Problemen, die über den eigenen Tellerrand hinausgehen. Stichwort: „Plastikpest verseucht Weltmeere“. Müllvermeidung durch Einsatz von Mehrweg-Leihgeschirr statt Plastikgedecken bei Veranstaltungen. Förderung solarer Energiegewinnung, Weiterentwicklung des Kleinkraftwerkplanes St. Wendelin. Darüber hinaus ist eine Hilfe seitens Gemeinde beim Tausch energieintensiver Alt-Elektrogeräte gegen die neue Generation angedacht.

Ein „Sorgenkind“ als „Goldmariechen“?

Das Hallenbad hat Nassereith über Jahrzehnte beschäftigt und auch belastet. „Im Regen stehen gelassen“, mussten die Nassereither dann ihr weitum beliebtes Bad schließen, anstehende Maßnahmen waren einfach nicht mehr zu finanzieren und somit stellte sich die Frage einer für die Gemeindekasse interessanten Nachnutzung. Pläne den Bau betreffend sind bereits vorhanden, die Weiterverwendung des Geländes sollte jedenfalls in Richtung Wellnesshotel-Rehabilitationseinrichtung gehen – darüber herrscht Einigkeit im Dorfparlament. Die Gemeindeversammlung samt Rückblick und Aussicht fand bei den zahlreich anwesenden Bürgern Anklang. Anregungen gingen dahin, Finanzierungsmöglichkeiten seitens Europäischer Union trotz aufwendiger Verfahren nach allen Möglichkeiten zu nutzen, diesen „Topf“ gründlich auszuloten und Angebote zu lukrieren.

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