Eine klingende Rückkehr in die Imster Heimat

Mit der Rückkehr von Lukas Wegleiter (3.v.l.) ist das Amt des Imster Kirchenmusikers ab 1. Juli wieder besetzt – eine erfreuliche Fügung, die besonders Kulturstadtrat Christoph Stillebacher (l.), Pfarrer Alois Oberhuber und Michael Köck, Obmann des Konzertvereins Imst (r.), ein Lächeln auf die Lippen zaubert. Ermöglicht wird die Anstellung dank der Zusammenarbeit der Pfarre Imst und der Stadtgemeinde, die sich zu 30 Prozent an den Kosten beteiligt. Foto: Röck

Der künftige Imster Kirchenmusiker Lukas Wegleiter im Gespräch mit der RUNDSCHAU

Seit seinem Gründungskonzert im vergangenen September ist der Konzertverein Imst rund um Obmann Michael Köck um die Neuanstellung eines Kirchenmusikers für die Pfarre Imst bemüht – ein frommer Wunsch, der sich alsbald erfüllen wird. Mit 1. Juli wird Lukas Wegleiter das Amt des Kirchenmusikers übernehmen. Mit der RUNDSCHAU sprach Wegleiter über seine zukünftigen Aufgaben und warum sakrale Musik mehr als nur schmückendes Beiwerk eines Gottesdienstes sein muss.

Von Manuel Matt

„Vielleicht gelingt es, in Zukunft auch eine Stelle für einen Kirchenmusiker in Imst zu schaffen“, hoffte Lukas Wegleiter einst in einem RUNDSCHAU-Interview im August 2017 als Orgelsolist des damals anstehenden Konzerts des Konzervereins Imst. Dass er es sein würde, der weniger als ein Jahr später diese Aufgabe übernimmt, damit habe er freilich nicht gerechnet, verrät Wegleiter mit einem leisen Schmunzeln. Die Gefühlslage scheint jedenfalls klar: „Ich freu’ mich total und hoffe auf eine gute Aufnahme“, so der gebürtige Imster, der die Tätigkeit als Kirchenmusiker als Traumberuf sieht.

Werdegang.

31 Jahre ist Lukas Wegleiter alt – ein gutes Drittel davon war dem Studium der Kirchenmusik am Mozarteum in Salzburg gewidmet. Die Liebe zur Musik stellte sich aber bereits in Kinder- und Jugendjahren ein, verbrachte Wegleiter doch auch unzählige Stunden an der pneumatischen, über 100 Jahre alten Reinisch-Orgel in der Imster Pfarrkirche. „Ein spezielles, historisch bedeutsames Instrument“, schwärmt Wegleiter, der mit 16 Jahren mit dem Orgelspielen begann. Als Basis diente das Klavierspiel, das Wegleiter in der Landesmusikschule Imst als Kind erlernte. Zur Königin der Instrumente kam der Imster schließlich durch den Freund eines Freundes. „Ich war beeindruckt“, erzählt Wegleiter: „Beeindruckt vom Tonumfang, von der Lautstärke, der Lebensdauer – und auch vom Preis einer Orgel“, gibt der Musiker lächelnd zu Protokoll.

Botschaft.

Zu hören sein wird Wegleiter üblicherweise bei Gottesdiensten an Sonn- und Feiertagen sowie bei Begräbnissen. Dabei ist es freilich mit dem Spielen allein nicht getan. „Da steckt viel Vorbereitung dahinter“, weiß Wegleiter – einerseits will ein Programm erarbeitet und mit dem Pfarrer abgesprochen werden, andererseits erfordert musikalische Finesse stete Übung. „Die Hälfte meiner Vorbereitung geschieht am Klavier, der Rest in der Kirche“, gibt der Musiker Einblick und betont: „Es ist wichtig, als Kirchenmusiker musikalische Qualität abzuliefern – auch wegen der sinkenden Zahl von Gottesdienstbesuchern.“ Die reiche Geschichte der Kirchenmusik biete derweil eine breit gefächerte Auswahl an möglichen Stücken. Dabei müssen es aber nicht immer landläufig bekannte Komponisten wie Johann Sebastian Bach sein – denn auch die Musikvermittlung sei Auftrag eines Kirchenmusikers, nickt Wegleiter. Ebenso dürfe die musikalische Gestaltung eines Gottesdienstes nicht als bloße Dekoration gesehen werden, sondern als weiteres Verkünden der christlichen Botschaft. „Das bedeutet mir viel, diese Spiritualität in der Kirchenmusik“, betont der 31-Jährige, der sich auch offen zum Christentum bekennt: „Ich bin gläubig, sonst könnte ich nicht Kirchenmusiker sein. Man muss hinter dem stehen, was man macht.“

Beruflich & Privat.

Die letzten zehn Jahre war Wegleiter in der Pfarre Bergheim in Salzburg als Kirchenmusiker tätig. Der Erzdiözese Salzburg wird der 31-Jährige dank der Verpflichtung als Referent für Kirchenmusik erhalten bleiben. Die berufsbedingte Begeisterung spiegelt sich derweil auch im Privatleben von Wegleiter wider. Zumeist seien es Aufnahmen von Orgelkonzerten, die beispielsweise aus dem Autoradio ertönen – „weil es mich interessiert, wie der Interpret spielt, welche Registrierung er wählt oder weil es eine ganz besondere Orgel aus einer bestimmten Region und Zeit oder eines bestimmten Orgelbauers ist“, erzählt der Imster. Die Wahl eines Lieblingsstücks scheint hingegen etwas schwer zu fallen – „wahrscheinlich das Werk, womit man sich gerade beschäftigt“, meint Wegleiter und lächelt. Überhaupt muss das letzte Wort bei der Stückauswahl nicht unbedingt beim Organisten liegen. „Eine Orgel sucht sich selbst das Repertoire“, spricht der Meister wohl aus jahrelanger Erfahrung.

Vielstimmig.

Nicht nur Klavier- und Orgelspiel, auch die Gesangskunst war Bestandteil von Wegleiters Studium. So ist der Aufbau eines neuen Chores in Imst ab 10. September geplant. Als Chorleiter fungiert Wegleiter selbst. Begeisterte Chorsänger und jene, die es noch werden möchten, können sich per E-Mail an kirchenmusik-imst@gmx.at melden. Die Chorproben sind montagabends geplant, weitere Informationen zu Zeit und Ort werden rechtzeitig bekanntgegeben.