„Eine lässige Sache“

Bgm. Martin Auer aus Stanz (l.): Die Gemeinde finanziert mit, damit’s im „Dorfwirt“ bald einen „Dorfladen“ gibt. Bgm. Thomas Lutz aus Grins: „Die Gemeinde steht hinter einem Nahversorger.“ RS-Fotos: Archiv

Dorfladen Stanz in Planung – Nahversorgung auch in Grins Thema

 

In Stanz gibt es derzeit keinen Nahversorger. Das sollte sich aber bald ändern, und zwar mit deutlich regionaler Note. Auch in Grins wird an der Nahversorgung gearbeitet.

 

Von Daniel Haueis

 

Die Idee ist vom Wirt gekommen“, erinnert sich Bgm. Martin Auer an den Ursprung des Projekts, das mit EU-Förderung bald umgesetzt werden sollte: ein Nahversorger im „Dorfwirt“ und auch von ihm betrieben, der Speck und Käse, Marmelade und Chutney, Kaspressknödel und Schiebli, natürlich auch Zwetschken, Schnaps und vieles mehr anbietet. Das Projekt ist eingereicht, Martin Auer wartet noch auf die schriftliche Förderzusage: 40 Prozent der Gesamtkosten von knapp 16.000 Euro für Kühlvitrinen und Regale sollen über das Leader-Programm gefördert werden, weiß regioL-Geschäftsführer Gerald Jochum. „Für Stanz ist das eine Riesensache, eine lässige Sache“, sagt Bgm. Auer, der das Engagement der „Dorfwirte“ Marco Gringinger und Heinrich Mallaun schätzt. Der Verkaufsraum soll ein Kernsortiment an regionalen Produkten bereitstellen und im Tagesgeschäft des „Dorfwirt“ integriert werden. Spätestens beim Fest „Stanz brennt“ soll der Dorfladen seine Pforten öffnen.

 

BÜRGERBETEILIGUNGSPROZESS IN GRINS GESTARTET. Beim Landecker Regionalmanagement regioL läuft das Projekt unter dem Namen „Nahversorgung Grins“ – aus den Leader-Töpfen werden 75 Prozent der 19.200 Euro Gesamtkosten gefördert. „Das Projekt ist die Begleitung der Nahversorgung in Grins“, weiß regioL-Geschäftsführer Gerald Jochum. Hintergrund ist auch hier die Schließung des letzten Lebensmittelgeschäfts in der Gemeinde (im Jahr 2016) – der Raum samt Lager, der im Besitz der Dorfgenossenschaft ist, steht seitdem leer. Nun ist eine mögliche Entwicklung, begleitet u.a. von der GemNova, eingeleitet: „Der Fragebogen wurde ausgeschickt“, berichtet Bgm. Thomas Lutz. Von Arbeitsgruppen erarbeitete Fragen zu Themen wie Nahversorgung (Öffnungszeiten, Sortiment u.a.), Wichtigkeit eines Gasthauses oder auch Salz- oder Splittstreuung werden gestellt. In Sachen Nahversorgung will der Dorfchef auch Bewusstseinsbildung betreiben: „Braucht es ein Geschäft? Bringt man sich selbst ein? Soll es ein selbstständiger Kaufmann oder ein Genossenschaftsmodell sein?“ Die Gemeinde stehe jedenfalls hinter einem Nahversorger, sagt Thomas Lutz – annehmen müsse ihn aber die Bevölkerung, die Kommune könne nur die Rahmenbedingungen schaffen. Der Dorfchef wartet nun einmal ab, welche Ergebnisse die Befragung bringt.