Eine „Radrennstrecke“ durch das Gurgltal

Noch ist der Radweg entlang der Bundesstraße im Bau, aber am 30. April 2019 soll er fertig sein und den Radfahrern aus nah und fern viel Freude bereiten. RS-Foto: Krismer

Ab Mai 2019 wird der Gurgltaler Radweg befahrbar sein

Im Beisein der Spitzenfunktionäre des Imst Tourismus und der Bürgermeister von Nassereith und Tarrenz informierte sich letzte Woche Landeshauptmann-Stellvertreter Josef Geisler über den Baufortschritt des neuen Gurgltaler Radweges. Seit Juni wird an dem zukunftsweisenden Projekt gebaut und es soll bis 30. April nächsten Jahres fertiggestellt sein. Nach Abschluss dieses Bauvorhabens soll mit der Renaturierung der Gurgl und der damit einhergehenden Erschließung eines Naherholungsgebietes ein weiteres Prestige-Projekt in Angriff genommen werden.

Von Ewald Krismer

Ursprünglich rechnete man mit der Eröffnung des Radweges im heurigen August, aber Planänderungen verzögerten immer wieder die Bauarbeiten. Nun aber sind alle am Bau Beteiligten guter Dinge, die neue Errungenschaft im Mai nächsten Jahres seiner Bestimmung übergeben zu können. Der neue Teilabschnitt führt über 2,5 Kilometer parallel zur Bundesstraße vom Gewerbegebiet Tarrenz/Dollinger bis nach See-Eck in Nassereith und ist Teil des 700 Kilometer langen Radweges „Via Claudia Augusta“. Eigentlich ist es der dritte Radweg im Gurgltal: „Der Historische führt durch den Wald am Fuße des Tschirgant, der Schönste entlang der Gurgl und der Schnellste nun entlang der Bundesstraße“, wie es TVB-Obmann Hannes Staggl beim Lokalaugenschein lachend zum Besten gab.

Vorausschauende Maßnahmen.

Bei diesem Bauvorhaben entsteht nicht nur eine asphaltierte „Radbahn“, die auch Rennradler von der verkehrsreichen Autostraße herunterbringen soll und daher Teil der sogenannten Fernpassstrategie ist; im Vorfeld wurden mit der Verlegung von Erdgas, Breitband und der – momentan noch oberirdisch im Tal verlaufenden – 30-KV-Leitung auch infrastrukturell vorausschauende Maßnahmen gesetzt. Zudem soll der Radweg Einsatzfahrzeugen – bei Stau auf der Bundesstraße – als Ausweichroute dienen. Der Bauabschnitt liegt zu 95 Prozent auf Nassereither und zu fünf Prozent auf Tarrenzer Gemeindegebiet. Tigas und Tinetz beteiligen sich mit 300.000 Euro, den Rest der Gesamtbaukosten von einer Million Euro teilen sich das Land Tirol und der Imst Tourismus.

Rückbau Gurgl.

Das nächste Projekt, für welches das Land Tirol 1,8 Millionen Euro zur Verfügung stellen wird, wird die Renaturierung der Gurgl sein. In den Jahren 1900 bis 1910 wurde das Gewässer von Nassereith bis Tarrenz in ein schnurgerade verlaufendes Bachbett verbannt. Von 1964 bis 1968 erfuhr die Gurgl durch Schotterentnahme eine massive Tieferlegung ihres Bachbettes auf der Länge vom Geschiebebecken „Birne“ in Nassereith bis zur Strader Brücke in Tarrenz. Aus dem daraus gewonnenen Schotter entstand damals der heutige Uferbegleitweg auf derselben Länge. Nun soll die Gurgl wieder in ihr altes Bachbett, in die sogenannte „alte Ache“, die an manchen Stellen nur mehr als Feuchtbiotop besteht, zurückgeführt werden. Mit diesem Rückbau einhergehend soll ein rund 50000 Quadratmeter großes Naherholungsgebiet mit Rast- und Grillplätzen samt eventuellen Bademöglichkeiten entstehen. Dieses Vorhaben wird aber voraussichtlich rund zwei Jahre Entstehungszeit in Anspruch nehmen, da der umfangreiche Flussrückbau nur in den Niedrigwasserperioden durchgeführt werden kann.

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