Eine Sprechstunde der persönlichen Art

„Ich freue mich, wenn ich konkret helfen kann“ – NR Elisabeth Pfurtscheller nahm sich für die Sorgen und Anliegen der Imster Bevölkerung im Rahmen ihres Bezirksbesuchs ausführlich Zeit. RS-Foto: Suitner

Nationalrätin Elisabeth Pfurtscheller auf Besuchstour im Bezirk Imst

Sehr um den direkten Kontakt und die persönlichen Anliegen bemüht zeigte sich Liesi Pfurtscheller, die anlässlich ihres Besuchs in einem ihrer drei Wahlbezirke zur Sprechstunde nach Imst lud. Trotz der grundsätzlich guten Erreichbarkeit ist es der Außerferner Nationalrätin wichtig, in ihren drei Wahlbezirken auch „greifbar“ zu sein, wenngleich ihre Aufgabe viel Zeit vor Ort in der Bundeshauptstadt fordert. Den direkten Draht zu ihrer Vertreterin im Nationalrat nutzten viele, um ihre Sorgen und Nöte, die sich vorwiegend auf soziale Hilfestellungen und staatliche Leistungen bezogen, bei einem persönlichen Gespräch kundzutun. Die Sprechstunde bot zudem die Gelegenheit, das intensive Wahljahr 2016 mit seinen Auswirkungen Revue passieren zu lassen.

von Wolfgang Suitner

Angesprochen auf die nach einem „Wahlkampf mit Verlängerung“ vor kurzem erfolgte Angelobung des neuen Bundespräsidenten, kann sich NR Elisabeth Pfurtscheller ein Lächeln nicht verkneifen: „Es ist generell ein besonderes Erlebnis, dabei sein zu dürfen, aber die hier gegebene Konstellation war außergewöhnlich – dass ich als Außerfernerin dabei sein konnte, als die Bundesratspräsidentin, ebenfalls aus dem Außerfern, einen Bundespräsidenten ins Amt einführt, der aus dem Tiroler Oberland kommt, ist wahrlich einzigartig!“, zeigt sich Pfurtscheller begeistert. Eine Fahnenabordnung aus Tirol in Kombination mit einem landesüblichen Empfang trug das ihrige zu einem feierlichen Rahmen dieses Festaktes bei.

Am Vorabend der Angelobung stand ein gemeinsames Abendessen mit Alexander van der Bellen im Rathauskeller auf dem Programm, bei dem der designierte Bundespräsident, von dem sich Pfurtscheller im Ausland „viel ausgleichende Repräsentanz“ erhofft, mit „Kaunertalerisch“ glänzte, wie die Nationalrätin augenzwinkernd berichtet.

Frauen-Wahlerfolg mit Einschränkung.

Im Zuge der letztjährigen Gemeinderatswahlen hatten sich die VP-Frauen tirolweit mit 100 Gemeinderätinnen mehr ein hohes Ziel gesetzt, das mit 160 Frauen zusätzlich in den Gemeindestuben bei weitem übertroffen werden konnte. Einen Wermutstropfen stellt die Stagnation im Bezirk Imst dar, wenngleich es hier nur mehr eine Gemeinde ohne weibliche Mandatarin gibt. „Wenn man bedenkt, dass wir unseren Frauenanteil im Bezirk Landeck verdoppeln konnten und wir in Imst auch noch keine Bürgermeisterin stellen, besteht hier noch einiges an Handlungsbedarf“, so die Tiroler VP-Frauenchefin, die unmittelbar nach den Wahlen erste Vernetzungstreffen zum besseren Kennenlernen und zum Know-how-Transfer implementiert hat.

Entspannung der Flüchtlingssituation.

„Im März des Vorjahres hat letztendlich auch unser Koalitionspartner einer Obergrenze von 37500 Flüchtlingen zugestimmt, effektiv haben wir in Österreich 2016 dann nach dem turbulenten Jahr zuvor 35000 Menschen aufgenommen, was zu einer erheblichen Entspannung und Konsolidierung der Flüchtlingssituation beigetragen hat. „Im Bundesländervergleich kann sich Tirol hinsichtlich der Fortbildungsmöglichkeiten auszeichnen, durch sinkende Arbeitslosenzahlen bestehen für Asylwerber auch gute Chancen auf einen Arbeitsplatz und die dadurch mögliche Eingliederung in die Gesellschaft“, erläutert Pfurtscheller.

Sorge bereite den Tirolern der zum Teil unkontrollierte Flüchtlingsstrom nach Italien – hier gelte es, die Entwicklung genau zu beobachten, um das eigene Grenzmanagement gegebenenfalls anzupassen.

Erfolgreiche Schwerpunkte bei Finanzausgleichsverhandlungen.

Im Vorfeld der Verhandlungen wurde seitens der Nationalratsabgeordneten aus den ländlichen Regionen eine „Arbeitsgemeinschaft für einen gerechten Finanzausgleich“ mit dem Ziel gegründet, die ländlichen Gegenden nicht zu übervorteilen, wofür auch eine Petition mit Unterschriften betroffener BürgermeisterInnen erstellt und abgegeben wurde.

„Auch wenn nicht alles gelungen ist, so konnten wir doch wesentliche Schwerpunkte setzen. Zum einen wurde ein jährlicher Fonds in Höhe von 60 Millionen Euro für strukturschwache Abwanderungsgemeinden ausverhandelt, zum anderen erfolgt zukünftig eine aufgabenorientierte Zuteilung, weg vom bis dato verwendeten reinen Einwohnerschlüssel. So wird ab dem heurigen Jahr der Kindergartenaufwand nach dem Kind und der Betreuungszeit abgerechnet, bis Herbst 2018 soll diese Aufgabenorientierung dann auch in den Pflichtschulen zur Anwendung kommen“, beschreibt NR Pfurtscheller die erfolgreichen Verhandlungen.

„Tschirgant-Botschafterin“.

Höchste Zeit sei es für eine Entlastung der Gurgltal-Gemeinden von der Verkehrslawine, die in dieser Form nicht mehr zumutbar sei. Als großes Ziel für das Jahr 2017 hat sich Elisabeth Pfurtscheller die Wiederaufnahme des Tschirgant-Tunnels in den Rahmenplan der Asfinag gesetzt, nachdem dieses Projekt bereits zurückgestuft wurde. „Jetzt gilt es, Nägel mit Köpfen zu machen, die Anliegen der betroffenen Anwohner ernst zu nehmen und die vorliegenden Vorschläge auch umzusetzen“, sieht sich die Nationalrätin als „Tschirgant-Botschafterin“.

Über Oberländer Rundschau

Die Oberländer Rundschau ist die regionale Wochenzeitung für die Bezirke Imst, Landeck, Reutte und Telfs im Tiroler Oberland.