Eine Woche lang auf Schafalmen gerackert

Loben die „Umweltbaustelle“: V.l. Sigrid Thomaser (Umweltausschuss-Obfrau), GV Hermann Stolze (Frischer Wind und Grüne), Vize-Bürgermeisterin Iris Zangerl-Walser, Schafer Michael Auer, Elisabeth Schwarzkogler (ÖAV), Franz Reinhard (Jäger und Goaßer). RS-Foto: Schnöll

In Zirl engagieren sich jeden Sommer junge Menschen kostenlos auf einer„Umweltbaustelle“

Viele Tiroler Almen haben mit einem Problem zu kämpfen: Auf einst saftigen Weideflächen breiten sich Latschen und Zuntern aus. Der Grund dafür ist die immer weniger werdende Bestoßung der Almweiden mit Weidevieh. Auch die 1.800 Hektar große Zirler Gemeindealm, die seit Jahrzehnten an den örtlichen Schafzucht- und den Goaßerverein verpachtet ist, leidet unter dem Wildwuchs. 18 junge Menschen aus Österreich, Deutschland und Ungarn engagierten sich vergangene Woche im Rahmen einer „Umweltbaustelle“ kostenlos im Almgebiet und befreiten zuwachsende Weiden von dem unnützen Gestrüpp. 

Schüler, Studenten und Berufstätige tummeln sich diese Woche im Zirler Almgebiet, das von Oberbach bis zur Solalm, Erlalm und zur Zirmalm reicht. Es ist heuer bereits die neunte „Umweltbaustelle“, die der ÖAV, finanziell unterstützt vom Familienministerium,  der Initiative „Blühendes Österreich“ und Mercedes, eingerichtet hat. „Die meisten Freiwilligen sind weiblich und es gibt auch Helfer mit Migrationshintergrund“, berichtet Elisabeth Schwarzkogler vom ÖAV, die hoch über der Marktgemeinde Zirl selbst mit anpackt und gemeinsam mit Robert Fankhauser, dem Pächter des Solsteinhauses, das Projekt koordiniert. „Die jungen Leute sind mit Eifer bei  der Sache und richtig gut drauf“, lobt Fankhauser. Einen Tag haben die Freiwilligen während der Aktionswoche frei. Da stehen dann Wanderungen, Spiele und andere Aktivitäten am Programm.

KNOCHENARBEIT. Seit drei Jahren ist in das Projekt auch der Schafzuchtverein unter Obmann Michael Auer  in die „Umweltbaustelle“ eingebunden. Er ist ebenfalls voll des Lobes für die jungen Leute, die sich nur für Kost und Logie in den Dienst der guten Sache stellen: „Für die Freiwilligen ist jeder Rechenzug auf den Almweiden Knochenarbeit, manche von ihnen  haben noch nie mit einer Astschere oder Säge gearbeitet. Weidenerhaltungsmaßnahmen sind nicht nur für die Landwirtschaft wichtig, auch der Tourismus profitiert davon. Wie  hart auf der Alm gearbeitet werden muss, damit es idyllisch aussieht, wissen viele Wanderer nicht!“ Der Jäger Franz Reinhart, der auch Mitglied beim „Zirler Goaßerverein“  ist, berichtet, dass heuer die Weiden der Solealm gemolcht sowie auch von Latschen und Zuntern befreit werden.

ARTENVIELFALT. „Drei Hektar Weiden werden heuer im Rahmen der Umweltbaustelle fit gemacht. Super, wenn sich junge Leute dafür uneigennützig zur Verfügung stellen. Die Kosten für Kost und Logie trägt die Gemeinde jedes Jahr gerne“, erklärt Vizebürgermeisterin Iris Zangerl-Walser, die gleich wie Umweltausschuss-Obfrau Sigried Thomaser und Hermann Stolze (Grüne) in der „Umweltbaustelle“ auch viele Vorteile für den Erhalt der Artenvielfalt im Zirler Almgebiet sieht.

Auch Mohammad Mokhdar Ahadi und BinghanHuang packten auf der Solalm tüchtig an und beseitigten den Molch von den Weiden. Foto: Elisabeth Schwarzkogler
Lydia Hagel hatte bei der Rechenarbeit sichtlich Spaß. Foto: Elisabeth Schwarzkogler