„Einfluss geltend machen“

Gegen die geplante TINETZ-Leitung aufs Sonnenplateau werden in Ried Unterschriften gesammelt. Foto: TINETZ-Tiroler Netze GmbH

Ried: Unterschriftenaktion gegen 110-kV-Leitung

 

In Ried haben Privatpersonen eine Unterschriftenaktion gegen die 110-kV-Leitung aufs Sonnenplateau ins Leben gerufen – mehr als 400 haben die Petition bereits unterstützt. LH Günther Platter soll mit ihrem Anliegen befasst werden.

 

Von Daniel Haueis

 

„Wir lehnen die geplante Trassenführung sowie die geplanten Mas-tenstützpunkte entschieden ab und fordern die TINETZ auf, die Stromkabel der neuen 110-kV-Leitung nach Fiss in höchstmöglichem Ausmaß in den Boden zu verlegen bzw. die geplante Trasse so zu ändern, dass die Verschandelung der Natur auf ein Minimum reduziert wird“ – das ist die Kernaussage einer Unterschriftenaktion in Ried. Nach den Initiatoren – es sind Privatpersonen – seien bei der Planung ausschließlich betriebliche und betriebswirtschaftliche Aspekte berücksichtigt worden, nicht aber Auswirkungen auf Landschaftsbild oder Natur (TINETZ-Geschäftsführer Thomas Rieder hingegen hat in der RUNDSCHAU erklärt, dass ein Erdkabel insbesondere aufgrund der geologischen Verhältnisse und möglicher Naturgefahren nie eine Option war). Wer unterschreibt, appelliert damit „an den Tiroler Landeshauptmann Günther Platter, die Tiroler Landesregierung und den Tiroler Landtag, sich für unser Anliegen einzusetzen und den möglichen gesellschaftsrechtlichen bzw. politischen Einfluss auf die TINETZ geltend zu machen.“

 

UNTERSCHREIBEN BIS 11. MAI. 400 bis 500 Unterschriften gibt es bereits, wie einer der Initiatoren erklärt, der Wert auf die Feststellung legt, dass es keinen partei- bzw. listenpolitischen Hintergrund gibt. Noch bis 11. Mai kann man die Petition unterstützen, sie liegt im Gemeindeamt, im Tourismusbüro und bei den aktiven Mitgliedern auf. Unterschreiben können alle Rieder ab 16 Jahren. Bgm. Elmar Handle unterstützt das Ansinnen also – „natürlich“, sagt der Dorfchef, dies sei eine Botschaft im öffentlichen Interesse. Die für die Hochspannungsleitung in derzeit geplanter Form nötige Dienstbarkeit werde vom Gemeinderat nicht eingeräumt, meint Handle – es sollen andere Möglichkeiten erörtert werden. Und es werde versucht, mit der TINETZ eine Lösung zu finden, so der Dorfchef. Zeit zum Verhandeln dürfte sein: Es wurde eine Beschwerde gegen den naturchutzrechtlichen Bescheid eingebracht – was zu einer Verzögerung des Projekts führt.