Einiges ist im Laufen

Noch im Februar wird ein europaweiter Architekturwettbewerb für das große Erweiterungsprojekt am Seniorenzentrum Zams-Schönwies ausgeschrieben. RS-Foto: Tiefenbacher

Überblick über neue zentrale Pflege-Projekte im Bezirk

 

Die Evaluation des Strukturplans Pflege 2012–2022 ist in der finalen Phase. Noch im ersten Quartal 2019 sollen die -Ausbaukontingente für den Bezirk Landeck den Entscheidungsgremien vorgeschlagen werden. Hier ein Überblick über einige neue zentrale Pflege-Projekte im Bezirk.

 

Von Herbert Tiefenbacher

 

Auch Tirols Bevölkerung wird immer älter. Und mit zunehmendem Alter steigt die Zahl der Pflegebedürftigen, die entweder in einer stationären Einrichtung oder zu Hause von Angehörigen, unterstützt durch mobile Pflege und Betreuung (Hauskrankenpflege, Heimhilfe etc.), sowie durch Betreutes Wohnen bzw. ergänzend durch Kurzzeit- und Tagespflege versorgt werden. Ein wichtiges Planungsinstrument zur Bewältigung dieser Herausforderungen ist der Strukturplan Pflege 2012–2022. „Derzeit sind wir in der finalen Phase der Evaluation des Strukturplans. Zielvorgabe war einerseits zu überprüfen, ob die Planungsvorgaben eingehalten wurden, sowie andererseits festzustellen, ob die ursprünglich vorgesehenen Ausbaumaßnahmen aufgrund aktualisierter Daten weiterhin Gültigkeit besitzen oder entsprechend anzupassen sind“, erklärte Alexander Maier vom Büro des Gesundheitslandesrates Bernhard Tilg. Wichtige Teilschritte des Evaluierungsprozesses neben der Prüfung, ob ursprüngliche Zielsetzungen eingehalten wurden, waren die Bezirkskonferenzen mit den Bürgermeistern, Planungsverbands-obleuten und den Bezirkshauptleuten im Herbst 2018, der im Anschluss daran begonnene Abstimmungsprozess und die Erstellung der Finanzierungspläne für die Versorgungsangebote. „Die Ergebnisse dieser Arbeiten bedürfen noch der Zustimmung durch den geschäftsführenden Ausschuss Pflege und der Tiroler Landesregierung. Noch im ersten Quartal 2019 sollen die Ausbaukontingente für den Bezirk Landeck den Entscheidungsgremien vorgeschlagen werden“, erklärte Maier.

 

VORHABEN IN FLIRSCH. Die RUNDSCHAU recherchierte Pflege-Projekte im Bezirk Landeck, die derzeit von besonderem Interesse sind. Eine Bedarfsanpassung gab es vor einiger Zeit für die Pflegeheimplätze („Heimbetten“). Im derzeitigen Strukturplan war für den Bezirk Landeck ein Kontingent von 77 Heimbetten vorgesehen. Nach längerer Diskussion einigte man sich auf eine Neuaufteilung. Demnach können die Heime in Grins und Zams um je 30 Betten und das Heim in Flirsch um 5 Betten aufgestockt werden, sie sind in der Priorität ganz vorne. Damit ist das Bezirkskontingent aufgebraucht. Laut Verbands-obmann Bgm. Roland Wechner ist in Flirsch der Ausbau seit Herbst 2018 voll im Gange. Der Bauplan sieht vor, die Pflegeeinrichtung in mehreren ineinandergreifenden Etappen umzubauen. Geplant ist, den Bettenbereich (Fertigstellung im Mai 2019) zu erweitern sowie Räume für das Büro und die Tagesbetreuung (zehn Plätze) zu errichten. Die Tagesbetreuung soll im Herbst/Winter 2019/2020 eröffnet werden.

 

PROJEKTE IN GRINS UND ZAMS. In Grins geht man in die Planungsphase für den Ausbau des Wohn- und Pflegeheims St. Josef. Laut Heimleiter Christoph Heumader ist man dabei, den Architektenvertrag zu fixieren. Baubeginn soll Ende 2019/Anfang 2020 sein. Heumader rechnet mit einer Bauzeit von eineinhalb bis zwei Jahren. Ein weiterer Schritt wird jetzt im Februar bei der Realisierung des Ausbaus des Seniorenzentrums Zams-Schönwies getan: Es wird ein europaweiter Architekturwettbewerb für das Erweiterungsprojekt ausgeschrieben. Dieses umfasst die Aufstockung des Bestandsgebäudes um 30 auf 60 Betten und eine Übergangspflegestation mit 20 Betten (ist ein Übergang zwischen Spitalsaufenthalt und der Rückkehr nach Hause). Mitte des Jahres soll das Siegerprojekt feststehen, 2020 soll mit dem Bau begonnen werden. Die geschätzten Baukosten belaufen sich auf 13 bis 14 Mio. Euro. In Zams soll auch die im Strukturplan vorgesehene Schwerpunktpflege (Pflege und ärztliche Begleitung von Menschen z.B. mit einer schweren demenziellen Erkrankung, einer Altersdepression oder einer Suchterkrankung) für die Bezirke Landeck und Imst realisiert werden. Dieses Vorhaben wird zunächst in einer Warteschleife geparkt. Verbandsobmann Bgm. Siegmund Geiger hofft, dass die Evaluierung zum Ergebnis kommt, die Bettenanzahl für die Schwerpunktpflege anzuheben. „Unter 24 Betten kann diese Einrichtung nicht wirtschaftlich geführt werden. Da steht uns ein Abgang ins Haus“, sagte Geiger.

 

HEIMAUSBAU IN LANDECK. Ein weiteres Vorhaben ist der Ausbau des Altersheimes Landeck. Bei der Neuaufteilung des Heimbettenkontingents wurde den Heimen in Flirsch, Grins und Zams der Vorzug vor dem in der Bezirks-hauptstadt gegeben. Nichtsdestotrotz wird in Landeck an der Planung gearbeitet. Von Experten der GemNova (ein Unternehmen des Tiroler Gemeindeverbandes) ließ man sich eine Machbarkeitsstudie für den Ausbau des vierten Stocks bzw. einen Zubau ausarbeiten. „Denn der Bedarf ist da. Der Druck auf Pflegeplätze in unserem Heim wächst, das sagt mir die Heimleitung in Gesprächen immer wieder“, erklärte Bgm. Wolfgang Jörg. Diese Erweiterungsnotwendigkeit um weitere 20 Pflegebetten belegte und deponierte Jörg bei der Bezirkskonferenz in der Hoffnung, berücksichtigt zu werden. Auf Nachfrage betonte Jörg, er möchte, dass Landeck schon bei der nächstfolgenden ersten Verteilung der Pflegeheimplätze im Rahmen des Strukturplanes Pflege dabei ist.

 

HEIMBAU IN FLIESS. Auch Bgm. Hans-Peter Bock hat seinen Zuteilungswunsch für Pflegeheimplätze mitgeteilt. Für ihn ist der Bau eines Pflegeheimes in Fließ noch immer ein Thema. Er ist Realist genug und weiß, dass Fließ noch nicht berücksichtigt wird, sieht aber eine Chance für dieses Vorhaben, und zwar bei der Planung des neuen Strukturplans Pflege, der 2023 in Kraft tritt. Bock geht davon aus, dass es im Bezirk Landeck Bedarf für zwei neue Pflegeheime (120 Pflegeheimplätze) gibt. „Und da sollten wir zum Zug kommen. Das Heim soll nicht unter 50 Betten haben, damit es auch wirtschaftlich betrieben werden kann“, erklärte Bock.

Die neue Tagespflege in Landeck nimmt am 4. März 2019 den Betrieb auf. Schriftlich genehmigt sind acht Plätze. Eine Aufstockung auf 12 Plätze wurde beantragt und mündlich zugesagt. Ob man mit der vollen Kapazität starten kann, ist noch nicht klar. Abrechnungsbedingt ist die schriftliche Genehmigung, und auf diese wartet man noch.

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Die Oberländer Rundschau ist die regionale Wochenzeitung für die Bezirke Imst, Landeck, Reutte und Telfs im Tiroler Oberland.