Einstimmig genehmigt

Der Zammer Dorfchef Siegmund Geiger freut sich besonders über den Anstieg der Kommunalsteuer. RS-Foto: Tiefenbacher

Zams schreibt im Vorjahr Überschuss von 554.000 Euro

 

Die Genehmigung der Jahresrechnung 2018 der -Gemeinde Zams, die Entlastung des Bürgermeisters und die -Verwertung des Überschusses erfolgten bei der jüngsten -Gemeinderatssitzung einstimmig.

 

Von Herbert Tiefenbacher

 

„Unsere Jahresrechnung 2018 schließt mit einem Überschuss von rund 554.000 Euro ab. Wir haben noch finanziellen Spielraum, um unsere Aufgaben und Ausgaben bestreiten zu können. Allerdings dieser wird von Jahr zu Jahr kleiner“, merkte Bgm. Siegmund Geiger einleitend bei der Präsentation des Zahlenwerks an. Die Einnahmen im ordentlichen Haushalt betragen rund 9,9 Mio. Euro und die Ausgaben gut 9,3 Mio. Euro. Daraus ergibt sich ein Überschuss von knapp 554.000 Euro. 350.000 Euro wurden bereits im Budget 2019 verplant. Unterm Strich ergibt dies einen freien Rest von 203.000 Euro. Dieser wurde vom Gemeinderat auf Vorschlag von Bgm. Siegmund Geiger einstimmig verteilt. Etwa 160.000 Euro entfallen auf den Grundkauf im Hinterfeld und weitere 30.000 Euro auf Wegesanierungen. Nach kurzer, stellenweise gepfefferter Diskussion einigte man sich darauf, den von der Trockenheit im Vorjahr besonders betroffenen Landwirten (für den Ankauf von Saatgut) finanziell unter die Arme zu greifen. Dafür wird der verbleibende Betrag von 10.000 Euro bereit gestellt.

 

HÖHERE EINNAHMEN. Zurückzuführen ist der Überschuss unter anderem auf höhere Einnahmen aus den Ertragsanteilen und der Kommunalsteuer. Die vom Bund zu überweisenden Ertragsanteile entwickelten sich besser als erwartet. 2018 flossen etwa 3,1 Mio. Euro in die Zammer Gemeindekasse, das sind rund 114.000 Euro mehr als 2017. Die Kommunalsteuer legte gegenüber 2017 um rund 57.000 Euro auf 1,6 Mio. Euro zu. Hier zollten alle Gemeinderatsfraktionen den örtlichen Betrieben höchstes Lob. Der außerordentliche Haushalt, in dem ein Großteil der Bauvorhaben und Investitionen abgewickelt wird, verzeichnet Einnahmen von 1,56 Mio. Euro und Ausgaben von 1,87 Mio. Euro und schloss somit mit einem Abgang von 315.000 Euro ab.

 

SCHULDEN ANGESTIEGEN. Der Schuldenstand der Gemeinde Zams ist im Jahr 2018 um rund 582.000 Euro auf 6,27 Mio. Euro angestiegen. Getilgt wurden im Vorjahr rund 569.000 Euro. Der sich daraus ergebende Verschuldungsgrad beträgt 35,3 Prozent. Damit stieg er um 5,4 Prozentpunkte. Zams ist damit in der Kategorie „mittlere Verschuldung“. „Dieser Verschuldungsgrad ist vertretbar. Wir haben im Vorjahr einige Projekte umgesetzt und auch einige verschoben. Dies hat Auswirkungen auf das Ergebnis und den Verschuldungsgrad. Aber heuer wird der Schuldenstand um einiges weiter ansteigen. Daher ist es unbedingt nötig darauf zu achten, dass wir in den nächsten Jahren auf diesem Niveau bleiben, denn die Verzinsung ist ein Damoklesschwert“, erklärte der Zammer Dorfchef. Neben den Schulden hat die Gemeinde Zams noch rund 1,2 Mio. Euro an Haftungen (Venet Bergbahnen AG, Immo KG). Dazu kommen Haftungsverpflichtungen für die Verbindlichkeiten diverser Gemeindeverbände. Auch der Stand des Rücklagenkontos verringerte sich im Laufe des Vorjahres: um 69.200 Euro auf knapp 506.000 Euro.

 

STELLUNGNAHMEN. In seiner Stellungnahme meinte SPÖ-Fraktionssprecher Herbert Frank, der Verschuldungsgrad mit 35,3 Prozent sei grundsätzlich positiv zu bewerten. Er wies aber darauf hin, dass es sich um eine Momentaufnahme handle, die so gut aussehe, weil einige Projekte nicht umgesetzt worden seien. „Bedenklich ist der Schuldenstand, wenn man bedenkt, dass noch weitere große Projekte über Darlehen finanziert werden müssen. Das Problem dabei ist, dass die Schulden weiter ansteigen werden, bevor wir Schulden abgebaut haben. Und irgendwann werden auch die Zinsen wieder steigen“, sagte Frank. Zu diesem Themenkreis äußerte sich auch FPÖ-Fraktionssprecher Mathias Venier: „Es werden viele Projekte verschoben und viele davon müssen über Darlehen finanziert werden. Da muss man aufpassen, das ist gefährlich, denn diese werden entsprechend teurer“, betonte Venier.

 

 

Kostendeckungsgrad

(aktiefi) Wie war der Kostendeckungsgrad bei wichtigen Infrastruktureinrichtungen der Gemeinde Zams im Jahr 2018? Aus der Jahresrechnung geht hervor, dass bis zum Ende des Vorjahres bei der Wasserversorgung ein Minus von 201.410 Euro auflief, beim „Klärwerk & Ortskanal“ lag der Fehlbetrag bei 51.261 Euro, der Friedhof erreichte mit einem Minus von 13.204 Euro ebenfalls keine Kostendeckung, und das Seniorenzentrum Zams-Schönwies blieb mit einem Fehlbetrag von 321.648 Euro deutlich darunter. Beim Kindergarten fiel die Unterdeckung mit 337.657 Euro am höchsten aus. Beim Müll hingegen weist die Jahresrechnung 2018 ein Plus von 33.887 Euro aus. Die Abrechnung des Parkplatzes beim Krankenhaus Zams ergab, dass im Vorjahr ein Betrag von 100.005 Euro zugunsten der Gemeindekasse übrig bleibt.

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